Steuerreform 2015/2016 - Familien

Entlastungsrechner

Verdoppelung des Kinderfreibetrages

Bisherige Rechtslage

Der Kinderfreibetrag beträgt bis einschließlich für das Veranlagungsjahr 2015 220 Euro. Wenn der Kinderfreibetrag von beiden Elternteilen beantragt wird, beträgt er pro Elternteil 132 Euro.

Was ist neu?

Durch die Verdoppelung des Kinderfreibetrages auf 440 Euro werden Familien zusätzlich entlastet. In Fällen, in denen beide Elternteile ein steuerpflichtiges Einkommen aufweisen und beide den gesplitteten Kinderfreibetrag beantragen, ist der Kinderfreibetrag insgesamt höher, als wenn nur ein Elternteil den Kinderfreibetrag beantragt, weil der gesplittete Kinderfreibetrag von derzeit 132 Euro nicht nur verdoppelt, sondern auf 300 Euro pro Elternteil angehoben wird. Dadurch soll insbesondere ein Anreiz für berufstätige Mütter geschaffen werden.

Inkrafttreten: 2016

Beispiele

Familie 1

Oliver und Claudia Schnabl sind seit 5 Jahren verheiratet und haben Zwillinge. Er arbeitet in einem kleinen Unternehmen und kommt mit seinem Gehalt von 2.400 € brutto für die Familie auf. Sie behält mit einer geringen Teilzeitbeschäftigung als Physiotherapeutin Anschluss bei ihrem Arbeitgeber und verdient damit 800 € brutto.

Lilli und Sophia, 2 Jahre, werden in dieser Zeit im Kindergarten betreut – Kostenpunkt 250 € monatlich.

Durch die Tarifsenkung und die Berücksichtigung des erhöhten Kinderfreibetrages, bei Familie Schnabl in der Höhe von 440 € pro Kind (bis 2015 220 €), wird Oliver im Zuge der Steuerreform jährlich mit rund 1.047,28 € entlastet. Claudia spart jährlich durch Rückerstattung von Sozialversicherungsbeiträgen im Wege der Arbeitnehmerveranlagung 290 €. Der Kinderfreibetrag und auch die Kinderbetreuungskosten werden in der Arbeitnehmerveranlagung für den Partner mit dem höheren Einkommen beantragt, da sie dort eine höhere steuerliche Auswirkung haben. Die Jungfamilie Schnabl hat so durch die Steuerreform einen jährlichen Steuervorteil von insgesamt 1.337,28 €.

Familie 2

Angelika und Franz Müller sind seit 5 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder: Teresa ist 2 Jahre und Hermann gerade erst drei Monate alt. Als Abteilungsleiter in einem mittelständischen Unternehmen verdient Franz 4.000 € brutto im Monat. Angelika ist zuhause bei den beiden Kindern. Durch die Tarifsenkung wird Franz im Zuge der Steuerreform jährlich mit 1.538,96 € entlastet.

In seiner Arbeitnehmerveranlagung kann Franz Kinderfreibetrag in der Höhe von 440 € pro Kind (bis 2015 220 €) und Alleinverdienerabsetzbetrag geltend machen. Familie Müller hat so durch die Steuerreform einen jährlichen Steuervorteil von insgesamt 1.718,42 €.

Alleinerzieherin

Johanna Bauer zieht ihre mittlerweile achtjährige Tochter Lisa alleine auf. Ihre Anstellung im Büro muss sie daher Vollzeit wahrnehmen und verdient so 2.200 € brutto pro Monat. Für den Hort, den Lisa nachmittags zu Schulzeiten besucht, bezahlt Johanna monatlich 180 €. Lisa nimmt in den Sommerferien an zahlreichen Aktivitäten teil, da sich Johanna nicht durchgehend so lange frei nehmen kann. Das Ferienlager des Sportvereins und der Englischkurs, für die Johanna ihre Tochter angemeldet hat, schlagen mit 750 € zu Buche.

Im Zuge der Steuerreform wird Johanna durch die Tarifsenkung und die Berücksichtigung des erhöhten Kinderfreibetrages in der Höhe von 440 € (bis 2015 220 €) jährlich mit 974,52 € entlastet. Die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten reduziert ebenfalls die Einkommensteuer. Diese und auch der Kinderfreibetrag werden über die Arbeitnehmerveranlagung beantragt und werden so steuerlich wirksam.