Zollfahnder legen polnischer Tätergruppe das Handwerk Einjähriger Zigarettenschmuggel im Wert von insgesamt rund 2 Millionen Euro aufgeflogen

Wiener Zollfahndern ist nach monatelangen Ermittlungen ein eindrucksvoller Schlag gegen eine polnische Bande gelungen, die in großem Stil Schmuggelzigaretten verkaufte. Die achtköpfige Gruppe lieferte Zigaretten, die sie am Schwarzmarkt in Polen gekauft hatte, nach Wien, wo sie in einem Einfamilienhaus gelagert und aufwändig in einzelne Kartons umgepackt wurden. Pakete mit jeweils rund 30 bis 50 Zigarettenstangen wurden in weiterer Folge über verschiedene Dienstleistungsunternehmen nach Großbritannien versandt. Sowohl die Empfänger- als auch die Versenderdaten waren gefälscht oder wurden widerrechtlich verwendet.

Als sich der Verdacht erhärtete, dass in organsierter Weise Zigaretten von einer polnischen Gruppierung geschmuggelt und verkauft werden, erfolgte eine gerichtlich angeordnete Überwachung der Mobilfunkanschlüsse sowie die Observation eines verdächtigen Einfamilienhauses in Wien und mehrerer PKWs.

Am 19. November 2017 schritten die Einsatzeinheit Wien (WEGA) und die Zollfahnder in Begleitung ihrer Diensthunde Mex und Thor schließlich ein. Aufgrund der vorliegenden Ermittlungsergebnisse und der gerichtlich angeordneten Durchsuchungsbeschlüsse wurden vom Einsatzteam an drei Orten in Wien Durchsuchungen vorgenommen.

In einem Einfamilienhaus, in dem sich die Gruppe regelmäßig traf, wurden sieben polnische Staatsbürger auf frischer Tat ertappt und um 21:15 Uhr von Polizei- und Zollorganen festgenommen. Insgesamt wurden 2.308 Stangen, das entspricht 461.660 Stück Schmuggelzigaretten, die aus der Ukraine und Moldawien stammen, sichergestellt. Sechs Tatfahrzeuge sowie zahlreiches Beweismaterial, wie schriftliche Aufzeichnungen, Mobiltelefone und Notebooks wurden ebenso beschlagnahmt. Fünf Tatfahrzeuge waren mit Geheimverstecken ausgestattet. Das bedeutet die PKWs waren im Fahrgastraum und Kofferraum derart manipuliert, dass nachträglich Hohlräume und Verstecke geschaffen wurden, um darin die Schmuggelzigaretten leichter über die Grenzen zu transportieren.
Bei einem der Täter wurden in den persönlichen Utensilien außerdem 4,15 Gramm weißes Pulver, verpackt in Aluminiumfolie, vorgefunden. Ein Drogentest ergab, dass es sich um Kokain handelte.

Die vorgefundenen Beweismittel legen nahe, dass Pakete mit Zigaretten nicht nur vom Großraum Wien, sondern auch von Graz, St. Pölten, Krems und Linz nach Großbritannien verschickt wurden. Aufgrund der derzeitigen Ermittlungslage wird davon ausgegangen, dass diese polnische Tätergruppe seit September 2016 zumindest 45.000 Stangen oder 9 Millionen Schmuggelzigaretten mit einem Warenwert von knapp 2 Millionen Euro verhehlt hat.

Die Bekämpfung von Schmuggel sowie Steuer- und Abgabenbetrug ist einer der Schwerpunkte der Arbeit der Finanzverwaltung. Mit diesem erfolgreichen Aufgriff konnte einer kriminellen Gruppierung das Handwerk gelegt und ein großer Schritt gegen organisierte Kriminalität gegangen werden.