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Finanzpolizei Linz stößt auf illegale Schlangenzucht in Privatwohnung

Einen nicht alltäglichen Fund machte die Finanzpolizei am 9. September abends um 20.00 Uhr im Bezirk Linz-Land in der Stadt Traun: Eine Beamtin und ein Beamter der Finanzpolizei Linz gingen gemeinsam mit einem Vertreter der Tierschutzbehörde einem Hinweis auf eine illegale Schlangenzucht nach, die sich in einem Wohnhaus am Stadtrand befinden solle. Bei der Nachschau stießen die Kontrolleure in einer 60m² großen Privatwohnung auf eine Python-Zucht im großen Stil. So entdeckten sie insgesamt 70 ausgewachsene Königspythons und 40 Jungschlangen. Die größte der ungiftigen Würgeschlangen wies bereits eine Länge von mehr als 2 Metern auf.

In der Wohnung wurde nur ein kleiner Bereich als Wohnraum genutzt. Der Großteil der Fläche war von der Schlangenzucht besetzt, die ohne Genehmigung offensichtlich im gewerblichen Ausmaß betrieben wurde. Die Wildtiere wurden in Plastikboxen gezüchtet, die in Holzregalen entlang der Wände gestapelt waren. Die Wohnung war außerdem mit Wärmelampen, spezieller Beleuchtung und Zeitschaltuhren ausgestattet. Ein Kühlschrank in der Wohnung war umgebaut worden und wurde nun als beheizter Brutkasten für Schlangeneier verwendet. Darin wurden in Plastikboxen die Eier der Python-Schlangen ausgebrütet. Beim Eintreffen der Kontrolleure befand sich eine Plastikbox mit 13 Pythoneiern in dem Kühlschrank.

Um den Hunger der Schlangen zu stillen, wurden in einem Nebenraum der Wohnung in Holzboxen mehr als 100 Ratten und Mäuse als Schlangenfutter gezüchtet. Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Beamten wurden jedoch keine Nagetiere vorgefunden, da diese kurz zuvor den Schlangen zum Fraß vorgeworfen worden waren.

Der Schlangenzüchter, ein 45-jähriger Mann, der als Arbeiter in einem Transportunternehmen tätig ist, hält seit 25 Jahren Reptilien und dürfte 2013 mit der illegalen Zucht der Königspythons begonnen haben. Er gab an, die Schlangen ohne Rechnung sowohl an eine Zoofachhandlung in Linz als auch an Privatkunden zu verkaufen. Seinen Angaben zufolge habe er je nach Größe der Pythons zwischen 15 und 30 Euro bar erhalten, er konnte jedoch keine Aufzeichnungen vorlegen. Die tatsächlichen Preise, die auch vom Muster der Schlangenhaut abhängen, dürften aber teilweise deutlich darüber liegen. Die Finanzpolizei weitete in Folge ihre Ermittlungen auch auf die betreffende Zoofachhandlung aus. Außerdem wurde der Amtstierarzt verständigt, da offensichtlich mehrere Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen vorlagen.

Die Ermittlungen der Finanzbehörden wegen des Verdachts der Abgabenhinterziehung und Abgabenverkürzung laufen. Aufgrund der vermutlich seit 6 Jahren ausgeübten illegalen Tätigkeit dürften sich die Nachforderungen und Strafen auf einen hohen Betrag summieren. Außerdem laufen Ermittlungen gegen die beteiligte Zoofachhandlung, die die Tiere ohne Rechnung an- und weiterverkauft haben dürfte. Die Bezirkshauptmannschaft ermittelt ebenfalls und auch die zuständige Tierschutzbehörde bearbeitet den Fall.