Giftschlangen, seltene Schildkröten und Co. im Gepäck Zoll deckt gut organisierten Tierschmuggel am Flughafen Wien auf

Am Samstag, den 11. März 2017, fand ein außerordentlicher Aufgriff im Reiseverkehr statt. Dank einer umfassenden Risikoanalyse und darauffolgenden Kontrolle der Zollbehörden am Flughafen Wien konnte einem Tierschmuggler erfolgreich das Handwerk gelegt werden. 

Bei einem tschechischen Passagier, der von Südafrika über Madrid nach Wien reiste, wurden 17 Kunststoffbehälter mit lebenden Tieren im Gepäck vorgefunden. Dabei handelte es sich um fast 80 Reptilien, darunter Schildkröten, Chamäleons, Geckos, Echsen und Schlangen. 

Unter den Schlangen befand sich eine Schwarze Mamba, die als hochgiftige und längste Giftschlange Afrikas bekannt ist. Die beschlagnahmten Tiere waren aber nicht nur teilweise hochgiftig, sondern auch streng artengeschützte Raritäten. 

„Der aktuelle Aufgriff unterstreicht die Wichtigkeit der Arbeit der österreichischen Zollverwaltung im Kampf gegen illegalen Artenhandel“, lobte Stefan Fleischhacker, Vorstand des Zollamtes Eisenstadt Flughafen Wien, die höchst professionelle Arbeit seiner Kollegen. 

Verdächtig erschien den Mitarbeitern des Flughafen Wiens ein Röntgenbild, auf dem Boxen erkennbar waren, in denen Tiere vermutet wurden. Bei der darauffolgenden Intensivkontrolle wurde der Verdacht zur erschreckenden Gewissheit. Neben dem eigens dafür ausgebildetem Artenschutzhund Reno, waren der Grenztierarzt sowie ein Mitarbeiter von Schönbrunn anwesend. 

Nach dem Öffnen der Gepäcksstücke wurden mehrere Packungen an Fleischwaren vorgefunden, die vermutlich nur dazu dienten, den Diensthund auf eine falsche Spur zu führen. Der Reisende, der vorerst jede kriminelle Handlung leugnete, gab später zu, seltene und giftige Tiere in seinem Gepäck mitzuführen.

Aufgrund der professionellen Verpackung, der Anzahl der Tiere sowie der genauen Artenkenntnis des Reisenden kann von keinem Zufallskauf, sondern von einer gut organisierten Schmuggelaktion ausgegangen werden. Indizien sprechen dafür, dass bestimmte Tierarten sehr gezielt gesammelt und auf ein für den „Endkunden“ gewünschtes Geschlechterverhältnis Rücksicht genommen wurde.

Die Tiere wurden von einem Mitarbeiter des Tiergarten Schönbrunns, der anwesenden Grenztierärztin sowie den Zollbeamten begutachtet und zur genauen Mengen- und Artenbestimmung sowie zur adäquaten Unterbringung nach Schönbrunn bzw. in den Reptilienzoo Forchtenstein gebracht. Derzeit werden Kotproben durchgeführt, um Erkrankungen oder Parasitenbefall feststellen zu können.

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