Diensthunde

Diensthunde werden in der österreichischen Zollverwaltung schon seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Vor dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 und bis zur Ost-Erweiterung im Jahr 2004 wurden Diensthunde größtenteils als Schutzhunde und Drogenspürhunde ausgebildet. In den westlichen und südlichen Bundesländern wurden die vierbeinigen Gefährten auch zu Lawinensuchhunden geschult und bei Katastrophen erfolgreich eingesetzt.

Auch das Auffinden von Waffen und Sprengstoffen war Aufgabe der Spürhunde der Zollverwaltung. Durch die Reduktion des Diensthundestandes 2004 von 74 auf 32 wurde diese Ausbildung eingestellt.

Das Führen eines Diensthundes

Die Führung eines Diensthundes bedeutet für die Beamtin/den Beamten eine besondere Herausforderung. Der Diensthund ist ein Lebewesen und daher mit anderen dienstlichen Hilfsmitteln nicht vergleichbar. Es bedarf einer besonderen Sensibilität und Ausbildung, um die tierischen Anlagen und Fähigkeiten des Hundes als brauchbares Hilfsmittel im täglichen Dienstgebrauch ausnützen zu können. Ein Diensthundeeinsatz bedeutet nicht die Inbetriebnahme einer Maschine, sondern erfordert von der Diensthundeführerin/dem Diensthundeführer ein besonderes Verständnis und taktisches Verhalten. Zudem muss in allen Situationen der tierschutzrechtliche Aspekt beachtet werden.

Jede/r Bedienstete, der sich für diese Arbeit entscheidet, muss sich auch darüber im Klaren sein, dass das Tier in die Familie integriert werden muss und auch in der Freizeit immer bei der Diensthundeführerin/dem Diensthundeführer verbleibt.

Ausbildung der Diensthunde

Seit mehreren Jahren bildet die Österreichische Zollverwaltung Tabakspürhunde aus. Andere EU-Zollverwaltungen hatten hier bereits große Erfolge und auch in Österreich konnten diese Hunde bereits kurz nach Abschluss der Ausbildung ihre ersten Aufgriffe aufweisen.

2007 wurde das Projekt "Artenschutzhunde" verwirklicht. Diese Hunde wurden auf das Auffinden artengeschützter Tiere geschult. Mit entsprechenden Geruchsträgern (Schlangenhäuten, Federn usw.) wurden die Tiere konditioniert und mit Unterstützung des Tiergartens Schönbrunn konnten "Suchen" auf lebende Tiere eingebaut werden. Eingesetzt werden zwei Hunde am Flughafen Wien, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Aufgriffen von artengeschützten Produkten im Reise- oder Frachtverkehr kam.

Die meisten Hunde haben eine kombinierte Ausbildung hinsichtlich Zigaretten/Drogen oder Bargeld/Drogen. Als einzige „Spezialisten“ wirken die Artenschutzspürhunde die auf mehr als 20 verschiedene Gerüche konditioniert werden. Diensthunde, die bei mobilen Einheiten im gesamten Bundesgebiet stationiert sind, werden bei Kontrollen als Spürhunde eingesetzt. Als bedeutsamen Faktor werden diese Hunde zusätzlich noch für die Sicherungsfunktion des gesamten Kontrollteams auf Schutzdienst trainiert.
Ein dichtes Programm, dessen Ergebnis selbst erfahrene Fachleute immer wieder von Neuem beeindruckt. Der ausgebildete Spürhund ist in der Lage, Drogen, Tabakerzeugnisse, größere Bargeldbeträge sowie artengeschützte lebende Tiere und tierische Erzeugnisse, in den raffiniertesten Verstecken in Fahrzeugen, Gepäckstücken oder am Körper verstaut, aufzuspüren. Im Erfolgsfall wird er alle erlaubten aber auch unerlaubten Mittel, über die er verfügt einsetzen, um in den Besitz seines nach Drogen, Tabak, Bargeld oder Tier riechenden "vermeintlichen" Spielzeugs zu gelangen.

Das Geheimnis der Erziehung eines Spürhundes zur erfolgreichen Sucharbeit liegt darin, ihn durch geschickten Einsatz seiner trieblichen Veranlagungen - insbesondere des Spiel- und Beutetriebes - dazu zu bringen, das Erkennen und Anzeigen des spezifischen Eigengeruchs von Drogen und Tabakwaren aber auch den von artgeschützten Tieren mit dem für ihn angenehmen Erlebnis einer ausgiebigen Belohnung durch Spielen zu verknüpfen. Die Hunde erlernen dies durch Gewöhnung. Bei der Suche nach lebenden Tieren ist die Belastung des Hundes besonders groß. Beim "passiven" Anzeigeverhalten darf das Tier nicht kratzen oder beißen, was dem eigentlich noch immer vorhandenen "Jagdtrieb" des Hundes widerspricht. Der zeitliche Aufwand der Ausbildung ist besonders groß und erfordert von Ausbildern und Hundeführerinnen und Hundeführern ein hohes Maß an Geduld, Ausdauer, Einfühlungsvermögen und Sachverstand.

Erfolge

Im Jahr 2015 wurden von den Diensthunden insgesamt 1.506.880 Stück Zigaretten aufgegriffen und ein Strafbetrag von 209.391 Euro eingehoben. Dieser in „bar“ eingehobene Strafbetrag ist aber nur ein Bruchteil der Einnahmen bei 89 Erfolgen im Tabakbereich. Die Straf- und Abgabenbeträge der wirklichen Großmengen können erst nach Abschluss der Ermittlungen durch die ZOFA  angeführt werden und die Einbringung dieser Ausstände zieht sich oft über Jahre hinaus.

Die Anzahl der durch die Diensthunde entdeckten Suchtmittelaufgriffe stiegen gegenüber dem Vorjahren um 600 % auf 173 Anzeigen, wobei sich auch die sichergestellte Menge auf insgesamt 264 Kilogramm deutlich steigerte. 
Von Mengen an Cannabisharz und Cannabiskraut, Khat, Kokain, Heroin, Crystal Meth bis zu Speed wurden fast alle Arten von Suchtmitteln aufgegriffen.
Einen wesentlichen Teil für diese Steigerung war die Erhöhung des Diensthundestand, die Aufgriffe beim Zollamt in Innsbruck sowie die Beschlagnahme der Großmengen von Khat am Flughafen Wien. 

21 Aufgriffe mit Anzeigen nach dem Artenschutzgesetz- bzw. nach Produkte von Mengen an Fleisch nach dem Tierseuchenrecht.
Nachstehende Produkte wurden beschlagnahmt:
Lebende und tote Tiere, Steinkorallen, Kaviar, Elfenbein, Schlangenweine, Krokoartikel , Wildtrophäen und Unmengen an Fleisch und tierischen Erzeugnissen. 

Im Bargeldbereich die Aufgriffe der Bargeldspürhunde am Flughafen in Wien und an der Schweizer Grenze:
14 Aufgriffen Summe von 421.085 Euro
Besonderheit: Diensthund Bresco in Vorarlberg: 150.000 Euro bei einer Hausdurchsuchung nach Assistenzleistung der Steuerfahndung.