Finanzmarktstabilitätsgremium nimmt Tätigkeit auf

Makroprudenzielle Aufsicht als richtige und wichtige Lehre aus der Finanzkrise

Das neu geschaffene Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) hat am 8. September 2014 seine Tätigkeit aufgenommen. Seine Aufgabe ist die Stärkung der Zusammenarbeit in makroprudenziellen Fragen und die Förderung der Finanzmarktstabilität. Die konstituierende Sitzung fand unter Teilnahme von Vertretern des Bundesministeriums für Finanzen (BMF), des Fiskalrats, der Finanzmarktaufsicht (FMA) und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) statt. Das FMSG soll künftig viermal jährlich tagen.

Was ist makroprudenzielle Aufsicht?

Die makroprudenzielle Aufsicht identifiziert und analysiert vorausschauend Risiken für die Stabilität des österreichischen Finanzsystems. Dazu gehören neben zyklischen und strukturellen Risiken auch grundlegende Fragen im Zusammenhang mit Anreizproblemen im Finanzsystem. Der makroprudenziellen Aufsicht stehen konkrete Instrumente zur Verfügung, um potenziellen Gefährdungen der Stabilität des Finanzsystems entgegenzuwirken. Beispielsweise können Banken zusätzliche Kapitalpuffer vorgeschrieben werden, wenn von diesen Banken ein Risiko einer schwerwiegenden Störung im Finanzsystem ausgeht. Die Schaffung der makroprudenziellen Aufsicht ist eine richtige und wichtige Lehre aus der Finanzkrise.

Aufgaben des Finanzmarktstabilitätsgremiums

Das FMSG wurde als zentrales Willensbildungsforum zur Umsetzung der makroprudenziellen Aufsicht in Österreich etabliert. Das FMSG erörtert auf der Grundlage des Expertenwissens der vertretenen Institutionen finanzmarktstabilitätsrelevante Themen und kann Empfehlungen an die FMA oder Risikohinweise abgeben.

Zusammensetzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums

Vorsitzender des FMSG ist Mag. Alfred Lejsek, Leiter der Gruppe Finanzmärkte im BMF; als stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. Alfred Katterl, Abteilungsleiter Allgemeine Wirtschaftspolitik, nominiert. Als stellvertretende Mitglieder fungieren Dr. Beate Schaffer und MMag. Peter Part. Seitens des Fiskalrats nehmen der Vorsitzende Univ.-Prof. Dr. Bernhard Felderer sowie Dr. Elisabeth Springler teil. Stellvertreter/in sind Dr. Ulrich Schuh und Dkfm. Dr. Edith Kitzmantel. Die FMA wird von Vorstand Mag. Klaus Kumpfmüller vertreten, als Ersatzmitglied fungiert Vorstand Mag. Helmut Ettl. Für die OeNB wurden Vizegouverneur Mag. Andreas Ittner sowie stellvertretend Hauptabteilungsleiter Mag. Philip Reading benannt.