Richtlinie über Einlagensicherungssysteme

Mit der Neufassung der Richtlinie über Einlagensicherungssysteme erhalten Einleger einen erheblich verbesserten Zugang zu Einlagensicherungssystemen. Durch eine umfassendere und präziser festgelegte Deckung, kürzere Erstattungsfristen, verbesserte Informationen und solidere Finanzierungsanforderungen verbessert sich das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzstabilität im gesamten Binnenmarkt.

Die Richtlinie 2014/49/EU über Einlagensicherungssysteme wurde am 12. Juni 2014 im Amtsblatt der EU, L173/149, veröffentlicht und war bis 3. Juli 2015 mit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz in nationales Recht umzusetzen.

Wesentliche Inhalte der Richtlinie sind:

  • Jedes Kreditinstitut muss einem Einlagensicherungssystem angehören.
  • Kernaufgabe des Einlagensicherungssystems ist der Schutz der Einleger vor den Folgen der Insolvenz eines Kreditinstitutes.
  • Die Deckungssumme beträgt 100 000 Euro und ist für alle Einleger gleich, unabhängig davon, ob die Währung eines Mitgliedstaates der Euro ist.
  • Die Obergrenze gilt pro Einleger und Kreditinstitut, nicht aber pro Einlage.
  • Die Erstattungsfrist soll auf 7 Arbeitstage verkürzt werden.
  • Die Einleger sollen auf dem Kontoauszug über die Deckung und das zuständige Einlagensicherungssystem informiert werden.
  • Die Kosten für die Finanzierung der Einlagensicherungssysteme sollen von den Kreditinstituten selbst getragen werden und es wird eine Ex-ante-Zielausstattung festgelegt.