Außergewöhnliche Belastungen

Meine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist wesentlich beeinträchtigt, was kann ich geltend machen und wie hoch ist mein Selbstbehalt?

Wenn Ihnen der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht, verringert sich der Selbstbehalt um 1 %; ebenso für jedes Kind, für das Ihnen mehr als sechs Monate der Kinder- oder Unterhaltsabsetzbetrag zusteht.

Der Selbstbehalt beträgt bei einem Einkommen von:

  • höchstens 7.300,- Euro 6 %
  • mehr als 7.300,- Euro 8 %
  • mehr als 14.600,- Euro 10 %
  • mehr als 36.400,- Euro 12 %

Mit Selbstbehalt

  • Krankheitskosten: Z. B. Arzt- und Krankenhaushonorare, Kosten für Medikamente, Rezeptgebühren, Behandlungsbeiträge, Aufwendungen für Heilbehelfe, Kosten für den Zahnersatz bzw. die Zahnbehandlung, Kosten für Sehbehelfe, Entbindungskosten, Fahrtkosten zum Arzt oder ins Spital: Werden Kosten durch die gesetzlichen oder freiwilligen Versicherungen ersetzt, kürzen diese die Aufwendungen.
  • Krankheits- und Diätkosten: Sie werden in Form der tatsächlich anfallenden Kosten oder über Pauschalbeträge ermittelt.
  • Kurkosten: Sind abzugsfähig, wenn der Kuraufenthalt in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Krankheit besteht und aus medizinischen Gründen erforderlich ist. Absetzbar sind z. B. Aufenthaltskosten, Kosten für Kurmittel und medizinische Betreuung sowie Fahrtkosten.
  • Kosten für ein Alters- oder Pflegeheim, sowie häusliche Betreuung: Können nur dann geltend gemacht werden, wenn die Unterbringung aufgrund von Krankheit, Pflege- oder besonderer Betreuungsbedürftigkeit notwendig ist. Bei einer Betreuung zu Hause ist der besondere Pflege- und Betreuungsbedarf ärztlich nachzuweisen. Bei Bezug von Pflegegeld kann von einer Pflegebedürftigkeit ausgegangen werden.
  • Begräbniskosten: Können die Begräbniskosten nicht aus dem Nachlass gedeckt werden, stellen sie bis maximal 4.000,- Euro eine außergewöhnliche Belastung dar. Für den Grabstein können 4.000,- Euro extra berücksichtigt werden.
  • Kinderbetreuungskosten für Alleinerzieher: Übersteigen Ihre Kosten für die Kinderbetreuung 2.300,- Euro, können Sie sie als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Hier gilt die Altersbeschränkung für Kinderbetreuungskosten (siehe Seite 28) nicht.

Ohne Selbstbehalt

  • Auswärtige Berufsausbildung: Macht Ihr Kind eine Berufsausbildung außerhalb des Wohnortes, so können Sie einen Pauschalbetrag von 110,- Euro monatlich geltend machen, wenn innerhalb von 80 km keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit besteht.
  • Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden: Z. B. Hochwasser-, Erdrutsch- und Vermurungsschäden, Lawinen- und andere Schneekatastrophenschäden sowie Sturmschäden.
  • Kinderbetreuungskosten: Bis zum vollendeten 10. Lebensjahr Ihres Kindes (bei Bezug von erhöhter Familienbeihilfe bis Ende des 16. Lebensjahres) können Sie entsprechende Betreuungskosten bis zu einer Höhe von 2.300,- Euro steuermindernd geltend machen. Die Betreuung hat durch eine pädagogisch qualifizierte Person oder eine institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung zu erfolgen.
  • Außergewöhnliche Belastungen bei Behinderungen: Von körperlich oder geistig eingeschränkt spricht man bei einem Grad der Behinderung ab 25 %. In diesem Fall vermindern Pauschalbeträge Ihr Einkommen,
  • Hilfsmittel: Haben Sie Aufwendungen, die nicht regelmäßig anfallen, z. B. für Rollstuhl, rollstuhlgerechte Adaptierung der Wohnung, Hörgerät oder Blindenhilfsmittel, werden diese zusätzlich zur Gänze anerkannt.
  • Heilbehandlung: Im Falle einer Behinderung können auch die Kosten einer Heilbehandlung zusätzlich zum Pauschalbetrag ohne Kürzung berücksichtigt werden, z. B. Medikamente, Kuraufenthalte, Arzt und Spitalskosten, Therapien.
  • Freibetrag für Gehbehinderte: Wenn Sie kein öffentliches Massenbeförderungsmittel benutzen können und Sie ein eigenes KFZ besitzen, steht Ihnen ein monatlicher Freibetrag von 190,- Euro zu.
  • Außergewöhnliche Belastungen für behinderte Kinder: Je nach Grad der Behinderung Ihres Kindes bzw. ob Sie Pflegegeld beziehen oder nicht, stehen Ihnen monatliche Pauschalbeträge zur Verfügung. Details dazu finden Sie im Steuerbuch 2012 .
  • Inhaber von Amtsbescheinigungen und Opferausweisen: Als solcher steht Ihnen ein zusätzlicher jährlicher Steuerfreibetrag von 801, Euro zu.