Wien (OTS), 12.02.2014 Pendlerrechner online Pendlerpauschale auf Knopfdruck ausrechnen

Ein absolutes Novum in der Pendlerförderung hat heute das Bundesministerium für Finanzen (BMF) präsentiert: der Pendlerrechner ist online. Dieses Produkt ist ein Musterbeispiel in Sachen Verwaltungsvereinfachung und stellt maximales Service für die Bürgerinnen und Bürger dar. Mittels dieser europaweit einzigartigen Umsetzung kann für bis zu 500.000 Bürgeranfragen pro Tag rechtsverbindlich ermittelt werden, ob ein allfälliges Pendlerpauschale inkl. des zu berücksichtigenden Pendlereuro zusteht oder nicht. Steht laut Pendlerrechner ein Pendlerpauschale und ein Pendlereuro zu, kann das Ergebnis ausgedruckt werden. Dieser Ausdruck ist für den Bezug der Förderung ab 2014 entweder beim Arbeitgeber abzugeben oder für die Einkommensteuerveranlagung des jeweiligen Jahres aufzubewahren.  

Mehrwert des Pendlerrechners

Mit einem Knopfdruck kann sich nun jede Bürgerin und jeder Bürger informieren, ob sie oder er im steuerlichen Sinne Pendlerin oder Pendler ist und daher von einer allfälligen Pendlerförderung profitieren kann. Dabei wird nun rechtsverbindlich Auskunft über die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gegeben und auch festgestellt, ob dabei die Benützung eines Massenbeförderungsmittels zumutbar oder unzumutbar ist. Der Pendlerrechner basiert auf den Wegenetzdaten der jeweiligen Infrastrukturbetreiber sowie auf den aktuellen Fahrplandaten der Verkehrsbetriebe. Unzumutbarkeit kann sich aus der persönlichen Situation des Steuerpflichtigen einerseits oder andererseits daraus ergeben, dass ein Massenbeförderungsmittel tatsächlich nicht oder nur so verkehrt, dass dabei erheblich längere Zeitdauern in Kauf genommen werden müssen.  

Rechtsverbindlichkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Ausdruck der persönlichen Pendlerrechnerabfrage nicht nur Nachweis für die Berücksichtigung des Pendlerpauschales und des Pendlereuros bei der Veranlagung ist, sondern auch als amtlicher Vordruck zur Geltendmachung des Pendlerpauschales und des Pendlereuros beim Arbeitgeber dient.   

Zeiträume und Fristen

Der Pendlerrechner ist künftig ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2014 anzuwenden. Wenn die Lohnsteuer im Abzugswege erhoben wird, gilt die Anwendung des Pendlerrechners für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2013 enden. Auch diejenigen, die bei ihrem Arbeitgeber bereits ein Formular L34 („Erklärung zur Berücksichtigung des Pendler-Pauschales ab 01.01.2013“) abgegeben haben, müssen bis spätestens 30. September 2014 einen Ausdruck des ermittelten Ergebnisses des Pendlerrechners beim Arbeitgeber abgeben. Für Zeiträume davor ist der Pendlerrechner nicht anzuwenden.  

Gesetzlicher Auftrag

Der Pendlerrechner wurde unter der Federführung des BMF und in Kooperation mit der Verkehrsauskunft Österreich (VAO) entwickelt. Mit dem Angebot des Pendlerrechners erfüllt das Bundesministerium für Finanzen seinen gesetzlichen Auftrag auf Grundlage der so genannten Pendlerverordnung, mit der die Pendlerförderung 2013 neu geregelt wurde. Die Pendlerverordnung wurde am 19. September 2013 im Bundesgesetzblatt II Nr. 276/2013 veröffentlicht. Der Pendlerrechner ist eine der darin festgelegten Maßnahmen. Weiters berücksichtigt der Pendlerrechner die rechtlichen Grundlagen im Einkommensteuergesetz (§ 16 Abs. 1 Z 6 EStG, § 33 Abs. 5 Z 4 EStG), die Pendlerverordnung sowie die Lohnsteuerrichtlinien.

Einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten findet man direkt in der Abfragemaske des Pendlerrechners über den Link „Häufige Fragen zum Pendlerrechner“. 

Der Pendlerrechner wird auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen bereitgestellt: https://www.bmf.gv.at/pendlerrechner/