Wien (BMF), 01.07.2015 BMF: Österreichs Anteil an der Griechenland-Hilfe Keine direkten Haftungen gegenüber Griechenland - nach Auslaufen des EFSF-Programms ist Anteil Österreichs am EFSF-Risiko in Griechenland auf 3,9 Mrd. Euro gesunken

Der Bund hat Griechenland im Jahr 2010 ein bilaterales Darlehen in Höhe von 1,56 Milliarden Euro gewährt. Die Rückzahlung der Kapitalraten ist erst ab dem Jahr 2020 vereinbart, bis 2041. Griechenland hat für dieses Darlehen bisher vollumfänglich und pünktlich Zinsen bezahlt. Bis 15. Juni 2015 sind 105,3 Millionen Euro an Zinsen eingelangt.

Kein unmittelbares Risiko für Österreich geht vonseiten des EFSF-Finanzhilfeprogramms für Griechenland aus. Der Bund hat keine direkten Haftungen gegenüber Griechenland übernommen, sondern gegenüber der EFSF. Ein Zahlungsausfall Griechenlands gegenüber der EFSF führt daher nicht automatisch dazu, dass Österreichs Haftungen schlagend werden. Ein Schlagendwerden wäre dann der Fall, wenn die EFSF selbst den Zugang zu den Finanzmärkten verliert. Davon ist aber angesichts der hohen Bonität und des Rückhalts der Mitgliedstaaten der Eurozone nicht auszugehen.

Bekanntlich ist das EFSF-Finanzhilfeprogramm für Griechenland am 30. Juni 2015 ausgelaufen. Da die im Rahmen des Programms noch zur Verfügung stehenden Mittel nicht mehr abgerufen werden können, reduziert sich das rechnerische Risiko Österreichs an den EFSF-Auszahlungen auf 3,9 Milliarden Euro, statt bisher 4,3 Milliarden Euro.

Für die im Jahr 2010 gegründete European Financial Stability Facility (EFSF) hat Österreich einen Haftungsrahmen zugesagt, welcher der EFSF eine hohe Bonität verleiht und es ihr damit erlaubt, sich günstig am Finanzmarkt zu refinanzieren. Österreich haftet nicht direkt für die Empfänger von EFSF-Darlehen (Irland, Portugal, Griechenland), sondern für EFSF-Finanzierungen.