Wien (BMF), 26.06.2015 eGovernment-Wettbewerb: Antraglose Familienbeihilfe als bestes eGovernment Projekt 2015 ausgezeichnet BMF erhält bei „Zukunftskongress Staat & Verwaltung“ in Berlin gleich zwei Preise

Die Antraglose Familienbeihilfe (ALF) und das Unternehmensserviceportal (USP) des BMF erzielten bei der Preisverleihung des 15. eGovernment-Wettbewerbs am 24. Juni in Berlin Spitzenplatzierungen.

ALF wurde in der Kategorie „Bestes eGovernment-Projekt 2015“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet, das USP belegte in der Kategorie „Erfolgreichstes Kooperationsprojekt 2015“ den zweiten Platz. Der seit 2000 stattfindende eGovernment-Wettbewerb zeichnet jährlich innovative E-Government-Lösungen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz aus, die einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung leisten.

„Das hervorragende Abschneiden des Österreichischen Finanzministeriums zeigt, dass das BMF im Bereich E-Government nach wie vor an der Spitze steht. Unsere innovativen Lösungen helfen, Bürokratie abzubauen und machen die Verwaltung kostengünstiger, bürgerfreundlicher und effizienter“, zeigte sich Finanzminister Dr. Hans Jörg Schelling erfreut.

Die Antraglose Familienbeihilfe des BMF stellte für die Jury in diesem Zusammenhang eine besonders gelungene Lösung dar: Für die Auszahlung der Familienbeihilfe bei Inlandsgeburten ist seit dem 1. Mai 2015 kein Antrag und kein Besuch beim Finanzamt mehr notwendig. Auch die Vorlage von Unterlagen ist in den meisten Fällen nicht mehr nötig. Die Finanzverwaltung prüft automatisiert, ob alle Kriterien für den Bezug erfüllt sind, und auch die Überweisung der Familienbeihilfe findet – wenn möglich – automatisch statt. Eine Auszahlung ist damit ganz unkompliziert innerhalb kurzer Zeit möglich. Das entlastet die österreichischen Bürgerinnen und Bürger und spart ihnen in Summe rund 39.000 Stunden jährlich. Und auch die Verwaltung reduziert durch den Wegfall von Dateneingaben und Prüfschritten Kosten. Seit dem 1. Mai 2015 wurden rund 9.400 Fälle im Zuge der Antraglosen Familienbeihilfe erfolgreich bearbeitet.

Für das USP wurde das BMF gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ausgezeichnet. Die Anmeldung zu den E-Government-Anwendungen des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger findet nun gänzlich über das USP statt. Beginnend mit April 2014 erfolgte eine kontinuierliche Umstellung auf den neuen Anmeldeprozess. Durch die Integration der Single Sign-on-Technologie des USP wird eine Vereinheitlichung des Anmeldeprozesses für Unternehmen erreicht. Dank der neuen Benutzerkontenverwaltung ist es für Betriebe nun einfacher, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Zugriff auf die von ihnen benötigten Applikationen zu erteilen.

Das Unternehmensserviceportal ist das zentrale Internetportal der österreichischen Bundesregierung für Unternehmen. Neben umfassenden Informationen ermöglicht das USP – durch die elektronische Anbindung wichtiger Verwaltungsverfahren – Online-Behördenwege rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Es ist Zugangsportal zu den wesentlichen E-Government- Anwendungen der Verwaltung aus Finanz, Zoll, Umwelt und Abfall, der Sozialversicherungsträger bis hin zur Einbringung einer e-Rechnung an die öffentliche Verwaltung. Insgesamt sind derzeit 23 Verfahren angebunden. Das USP wird künftig dahingehend ausgebaut, dass die Abwicklung von wichtigen Unternehmenssituationen wie Gründung oder Änderung des Unternehmensstandortes über das Portal möglich sein wird. Das Einsparungspotenzial des USP für Betriebe liegt bei bis zu 300 Mio. Euro pro Jahr. Mehr als 50.000 Unternehmen mit knapp 100.000 Benutzerinnen und Benutzern sind bereits am USP registriert.

Die Beurteilung der Einreichungen erfolgte nach Vorbereitung durch die Veranstalter BearingPoint und Cisco durch eine unabhängige Jury. Diese setzt sich aus Verwaltungs-, IT- und E-Government-Expertinnen und Experten zusammen. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Potenziale neuer Kommunikations- und Interaktionswege zu nutzen und weiterzuentwickeln. Die ausgezeichneten Projekte dienen dabei als Vorbild für neue Lösungsansätze.