Targetsalden im Euro-Zahlungsverkehr – „reales Risiko oder virtuelle Verbindlichkeit?“Neue Seite

TARGET2 ist das von den nationalen Zentralbanken im Eurosystem gemeinsam betriebene Zahlungsverkehrssystem. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise sind TARGET2-Forderungen und Verbindlichkeiten einiger Euroraum-Länder stark gestiegen. Einige Ökonomen vermeinen einen versteckten bail-out der GIIPS-Staaten (GR, IT, IE, PT, ES) durch die EZB via TARGET2 zu erkennen. Sollte der Euroraum auseinanderbrechen, bestünde die Gefahr, dass sich die Ersparnisse von Überschussländern durch deren Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite der GIIPS-Staaten „in Luft auflösen“. Andere Ökonomen sehen den Anstieg in den TARGET2-Salden bloß als Begleiterscheinung der Banken- und Staatsschuldenkrise, die eine veränderte Verteilung der Refinanzierungsgeschäfte im Euro-Raum nach sich zog.

Die Vortragenden zeigen, dass TARGET2-Salden in einer Währungsunion keine echten Kredite sind und somit keine eigenständigen Risiken darstellen. Hohe TARGET2-Salden können auch ohne Refinanzierungsschwierigkeiten in nationalen Bankensektoren entstehen, sie geben auch keinen Hinweis auf Leistungsbilanzdefizite. Forderungen nach Begrenzung oder „Tilgung“ der TARGET2-Salden wären nicht nur sinnlos, sondern hinderlich für das normale Funktionieren der Währungsunion.

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