Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrung auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu.

Weitere Informationen

 
 
 
 
 
 

Wien (BMF), 03.03.2019 Zoll zieht 1,5 Tonnen gefälschte Rollenlager für die Schwerindustrie aus dem Verkehr Löger: „Zoll konnte durch Sicherstellung Verbreitung und Verarbeitung mit katastrophalen Folgen verhindern“

Die Zöllnerinnen und Zöllner der Zollstelle Lustenau wurden unlängst ungewöhnlicher Fälschungen habhaft. Ein türkischer Transportlogistiker wollte 102 Stück Rollenlager mit einem Gesamtgewicht von 1,5 Tonnen zur Zollanmeldung bringen. Eine Beschau durch die Zollexperten führte zum Verdacht, dass es sich bei den Waren um Fälschungen handeln dürfte.

Die Sendung erschien nicht nur aufgrund der mangelhaften Verpackung suspekt. So waren die jeweils rund 15 kg schweren Rollenlager nur unzureichend in Leichtkartonagen verpackt. Zudem erschien den Zollbeamten sowohl der Handel als auch die Verkehrsroute dieser Produkte über die Türkei bzw. aus der Türkei fragwürdig. Dies widersprach den bisherigen Erfahrungen der Zöllner.

Der Lieferung lag darüber hinaus eine Rechnung bei, die den Warenwert mit rund 10.000 Euro angab. Eine ob des niedrigen Betrags durchgeführte Recherche ergab, dass der Originalwert der Waren in etwa beim Fünfzehnfachen davon liegt und tatsächlich rund 150.000 Euro beträgt.

Zur Klärung des Sachverhalts kontaktierte der Zoll den Rechteinhaber der Rollenlager, die SKF Gruppe mit Hauptsitz in Göteborg, die weltweit agierender Technologieanbieter ist. Binnen Minuten wurden die Waren und die Rechnung als Fälschungen bestätigt. 
Auch ein Zertifikat, das der türkischstämmige Warenempfänger aus Lustenau dem Zoll vorgelegt hatte, um die Echtheit der Waren zu bestätigen, wurde von SKF als Plagiat ausgewiesen.

„Die möglichen Auswirkungen einer Verbreitung und Verarbeitung solcher gefälschten Rollenlager sind katastrophal“, zeigt sich Finanzminister Hartwig Löger auch über die Bandbreite an Produktpirateriewaren bestürzt und hält weiter fest: „Produktpiraterie verletzt Rechte des geistigen Eigentums und hat damit unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen. Im Sinne unserer Gesundheit und Sicherheit dürfen die Folgen, die Plagiate minderer Qualität auf so viele Bereiche unseres Lebens haben können, keinesfalls unbedacht bleiben!“

Nach Angaben der SKF Gruppe finden Rollenlager dieser Art hauptsächlich in der Schwerindustrie Verwendung: von Kompressoren in Wechselstromsystemen über Industriegetriebe in der Windkraft bis hin zu Industriepumpen in Kraftwerken werden diese Rollenlager verbaut. Die Qualitätsmängel, die Produktpirateriewaren überwiegend aufweisen, führen in der Folge meist zu schweren Sicherheitsmängeln und können so oft Ursache für Schäden mit unvorhersehbaren Folgen sein.

Ein Ausfall von Rollenlagern beispielsweise im Transportwesen wie bei schweren LKW oder gar ein Ausfall der Pumpen für Kühlsysteme eines  Kraftwerks aufgrund defekter oder mangelhafter Rollenlager gefährdet nicht nur die betroffenen Unternehmen und deren direkt beteiligte Arbeiterinnen und Arbeiter, sondern schlimmstenfalls auch die öffentliche Sicherheit.

Produktpirateriewaren dürfen gemäß EU-Verordnung nicht in den zollrechtlich freien Verkehr überführt werden und werden daher vernichtet. Für den Fall, dass ein Empfänger einer Vernichtung von Fälschungen nicht zustimmen sollte, obliegt es dem jeweiligen Rechteinhaber, ob dieser ein Straf- oder Zivilrechtsverfahren anstrebt. 
Der Empfänger der gegenständlichen 102 Rollenlager stimmte der Vernichtung der Waren zu.

„Die Beschlagnahme dieser Fälschungen in Österreich zeigt, dass es auch in Europa gefälschte Rollenlager gibt. Wir bei SKF möchten unsere Kunden davor schützen, mit Fälschungen betrogen zu werden. Gefälschte Lager sind unberechenbar und können unerwartete Fehler verursachen. Wir gehen nicht davon aus, dass jemand freiwillig gefälschte Rollenlager in seinen Betrieben zur Anwendung bringt“, nimmt Johan Bravert, Direktor für Markenschutz der SKF Gruppe, Stellung. „Die Herausforderung für die Kunden besteht darin, dass die Fälschungen den Originalprodukten sehr ähneln und es somit für Laien sehr schwer oder gar unmöglich ist, den Unterschied zwischen echten und gefälschten Produkten zu erkennen. Um nicht Opfer von Betrügereien zu werden, raten wir Kunden daher, authentische Produkte am besten über von SKF autorisierte Distributoren zu beziehen!“ empfiehlt Bravert weiters.

Die Rollenlager werden bei SKF Österreich in Steyr so weit zerstört werden, dass sie als Rollenlager keine Verwendung mehr finden können und somit mögliche Schäden vermieden werden können. Der Stahl wird anschließend einem Recycling zugeführt.

„Die illegalen Rollenlager können so keinen Schaden mehr anrichten, durch das Recycling jedoch noch einen sinnvollen Zweck erfüllen“, freut sich Finanzminister Löger über diese Art der Vernichtung. „Mein Dank gilt den Zöllnerinnen und Zöllnern, die mit ihrem Einsatz und ihrem umsichtigen Handeln regelmäßig potenziell gefährliche Produktpirateriewaren aus dem Verkehr ziehen – zum Schutz der Wirtschaft und der Bevölkerung!“

Die weiteren Ermittlungen der Zollfahndung laufen auf Hochtouren.