BMF/BMI: Seit Jahresbeginn bereits 54,6 kg und 14.470 Stück Suchtmittel aus Postverkehr gezogen Zoll und Polizei mit gemeinsamem Kontrollschwerpunkt gegen Drogenhandel

Die Diensthundeführer des Zolls im Briefzentrum Inzersdorf in Wien beschlagnahmten mit ihren Diensthunden heuer (1.1.2020 bis 31.7.2020) in 1.880 Aufgriffen bereits 54,6 kg und 14.470 Stück Suchtmittel. Davon beschlagnahmten die Beamtinnen und Beamten allein im Juli während eines gemeinsamen Kontrollschwerpunkts mit der Polizei in 716 Postsendungen 12,8 kg und 6.730 Stück Drogen. Diese Schwerpunktkontrollen sind wichtig, um einerseits dem ständigen Anstieg der Suchtmittelkriminalität durch diese Begehungsform entschieden entgegenzutreten, diese empfindlich zu stören und andererseits die nachfolgenden weiteren Ermittlungen durch die Kriminalpolizei zu unterstützen.

Bei den Suchtmitteln handelt es sich um eine breite Palette an unterschiedlichen Drogen: von Amphetaminen über Cannabis, Kokain, Heroin, Ketamin werden auch psychotrope Substanzen sowie Ecstasy, LSD und MDMA in verschiedenen Darbietungsarten verschickt. Die Hauptempfänger der aufgegriffenen Drogenlieferungen per Post sitzen überwiegend in Wien, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark. Die Suchtmittel-Sendungen werden vom Zoll an die Polizei zur Durchführung von Folgeermittlungen nach dem Suchtmittelgesetz übergeben. Diese führten bereits zu Festnahmen und Sicherstellungen weiterer illegaler Suchtmittel.

Unverzichtbare Helfer beim Auffinden der Drogen sind die Diensthunde des österreichischen Zolls. Die erfahrenen Diensthunde verweisen bei verdächtigen Paketen und zeigen den Diensthundeführern so an, dass sich Substanzen in der Sendung befinden. Die im Anschluss erfolgte Öffnung und die durchgeführten Suchtmitteltests bestätigen danach den Drogenaufgriff. Im Vorjahr griff der österreichische Zoll 73,7 kg und 19.367 Stück Suchtmittel auf. Ein besonders dreister Fall blieb dabei in Erinnerung der Zöllner: Eines der Pakete, die 2019 unter anderem aufgegriffen wurden, war bis oben hin mit rund 14 kg Kilogramm Suchtgift gefüllt. So nahm die Zerschlagung einer österreichischen Zelle eines mexikanischen Drogenkartells im Herbst 2019 bei den Kontrollen des Zollteams ihren Ursprung. Neun Verdächtige wurden daraufhin von der Polizei in Wien und in Graz festgenommen. Sie sollen im großen Stil von Juli 2018 bis September 2019 Suchtmittel über das Darknet bestellt und mit Kryptowährung bezahlt haben.

Finanzminister Gernot Blümel: „Die Erfolge zeigen deutlich: Verbrecher, die aus der Suchtmittelkriminalität ihren Profit schlagen, sollten sich trotz der vermeintlichen Anonymität im Internet und im Darknet nicht zu sicher sein.“ Blümel hebt die erfolgreiche Arbeit der Zöllnerinnen und Zöllner bei der Bekämpfung des Online-Drogenhandels hervor und ist überzeugt: „Wir begegnen dem alarmierenden Trend und der stetigen Zunahme des Suchtmittelversands auf dem Postweg in enger Kooperation mit den Sicherheitsbehörden. Hinter diesen Drogensendungen steckt oft organisierte Kriminalität und jeder Aufgriff kostet diese Kriminellen bares Geld. Gemeinsam werden wir den Drogendealern weiterhin massiv entgegentreten!“
Aufgrund des Anstiegs des Suchtmittelhandels via Internet und Postversand wurde vom Bundeskriminalamt daher mit 1. Jänner 2020 eine eigene Arbeitsgemeinschaft mit dem Namen „AG FLAVUS“ installiert, in der auch die Zollverwaltung eingebunden ist. Ziel ist nicht nur die Sicherstellung von Drogen, sondern auch die Zerschlagung der Vertriebsstrukturen der organisierten Tätergruppierungen. „Eine essenzielle Säule ist dabei die ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen Polizei und Zollverwaltung, um den Druck auf die Tätergruppierungen zu erhöhen und deren Vertriebsstrukturen nachhaltig zu zerstören“, begrüßt Innenminister Karl Nehammer diese Initiative. Mit Jänner 2020 wurden daher die Schwerpunktkontrollen am Postverteilerzentrum Wien/Inzersdorf massiv erhöht. „Da durch die gesetzten Maßnahmen die ersten gesteckten Ziele bereits erreicht wurden, ist nach einer Analyse geplant, die im Postverteilerzentrum Inzersdorf erprobten Verfahren ab dem Jahr 2021 auf Zentren im gesamten Bundesgebiet auszurollen“, kündigt Innenminister Nehammer die weitere Vorgehensweise an.

Der Online-Handel mit verbotenen Substanzen hat sich in Österreich mittlerweile zu einer gängigen Begehungsform der Suchtmittelkriminalität entwickelt. Sowohl Einzeltäter als auch kriminelle Organisationen bedienen sich der Darknet-Marktplätze als Tatmittel zur Abwicklung ihres organisierten Suchtmittelhandels und generieren damit ihre illegalen Gewinne. Die Zusammenarbeit von Zollverwaltung und Bundeskriminalamt lässt nicht nur Synergieeffekte zielführend nutzen, sondern erhöht auch die Schlagkraft im Kampf gegen Drogenhandel und Suchtmittelkriminalität.