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Finanzpolizei und Landespolizeidirektion Wien heben illegale Bingo-Hölle in Wien aus Blümel: „Illegalem Glücksspiel darf keine Toleranz gelten.“

Am Freitag, den 14.02.2020, kontrollierte die Finanzpolizei zusammen mit Beamtinnen und Beamten der LPD Wien nach einem Hinweis um 21:00 Uhr ein serbisches Vereinslokal unter dem strengen Verdacht des illegalen Glücksspiels. Als die Kontrolleure das blickdichte Lokal betraten, waren 135 Personen anwesend und der Bingo-Spielbetrieb lief auf Hochtouren. Pro Abend erzielten die Betreiber rund 20.000 Euro Umsatz.

Das illegale Glücksspiel fand auf einem Ziehungsgerät statt, mit dem Kugeln gezogen wurden, die von 1 bis 90 gekennzeichnet waren. Die Spieler erwarben Lose, auf denen Zahlenreihen aufgedruckt waren. Die Ziehungen erfolgten jeweils solange, bis der erste Spieler die Gewinnkombination „Alle Zahlen in einer Reihe“ erreichte, danach der erste Spieler „Alle Zahlen in zwei Reihen“ erreichte und schließlich bis ein Spieler „Alle 15 Zahlen einer Tombola Karte“ erreicht hat.

Die Beamten beendeten das illegale Glücksspiel und begannen Betreiber, Lokal und Gäste zu kontrollieren. In Folge der Kontrollen wurden 13 Personen festgenommen und rund 90 Delikte aufgenommen bzw. angezeigt. Darunter waren u.a. eine Festnahme und drei Anzeigen wegen Anstandsverletzung, Lärmerregung und aggressiven Verhaltens, eine Festnahme aufgrund einer Festnahmeanordnung des Landesgerichts Wien, fünf Festnahmen wegen nicht-rechtmäßigen Aufenthalts im Bundesgebiet und fünf Direkteinlieferungen in ein Polizeianhaltezentrum. Neben verschiedenen weiteren Delikten wurde auch ein gefälschter rumänischer Reisepass sichergestellt. Die Polizei erhob noch vor Ort Verwaltungsstrafgelder in Höhe von insgesamt 2.081 Euro.

Finanzminister Gernot Blümel: „Illegalem Glücksspiel darf keine Toleranz gelten. Die Finanzpolizei geht daher vehement gegen die vielfältige Kriminalität in diesem sensiblen Bereich vor und steht mit ihren strengen Kontrollen für die Einhaltung der geltenden Gesetze. Die Beamtinnen und Beamten leisten damit einen unverzichtbaren Dienst an der Gesellschaft – für die Bürgerinnen und Bürger und die Durchsetzung fairer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Nicht zuletzt handeln sie auch im Sinne des Spielerschutzes.“

Das Vereinslokal ist in einem ehemaligen Supermarkt im 12. Wiener Gemeindebezirk eingemietet. Um das Geschehen darin zu verbergen, wurden die Glasscheiben blickdicht gemacht und die ehemalige Eingangstüre verschlossen. Der Zugang zum Lokal ist durch einen Seitenzugang, einem ehemaligen Lieferanteneingang, welcher auch zu einem daneben befindlichen türkischen Gebetsraum führt, geregelt.

Rund ein Drittel der Anwesenden besaß einen Mitgliederausweis des Vereins. Auf die Betreiber kommen nun wegen der illegalen Beschäftigung von Ausländern, der Nicht-Anmeldung bei der Sozialversicherung und einer Anzeige nach dem Glücksspielgesetz Strafforderungen von in Summe mehr als 120.000 Euro zu.