Wien Brigittenau: Finanzpolizei und Landeskriminalamt Wien gegen Geheimprostitution, illegales Glücksspiel und Drogenhandel 1,5 Stunden Einsatz - 116 Personenkontrollen, 20 Anzeigen und Sicherstellung von vier Glücksspielautomaten

Die Aktivitäten polykrimineller Banden standen im Fokus des nächtlichen Schwerpunkteinsatzes vom 25. Oktober 2020. Unter diesem Begriff wird das Wechseln von Kriminellen zwischen unterschiedlichen illegalen Bereichen zusammengefasst. Illegales Glücksspiel, Drogenhandel, illegale Beschäftigung und illegale Prostitution gehen dabei fast immer Hand in Hand. Einsatzkräfte der Finanzpolizei, des Landeskriminalamtes Wien und der Gruppe Sofortmaßnahmen der MA36 schlossen sich daher zu Kontrollen in der Nachtgastronomie an drei Einsatzorten im 20. Wiener Gemeindebezirk zusammen.

Der Zugriff der 72 Einsatzkräfte erfolgte gleichzeitig in allen drei Lokalen kurz nach Mitternacht. Im Zuge der Schwerpunktaktion wurden 116 Personen kontrolliert sowie deren Identität festgestellt. Innerhalb der eineinhalb stündigen Aktion kam es neben Verwaltungsübertretungen und oftmaliger Missachtung der COVID 19-Maßnahmenverordnung zu zahlreichen Anzeigen: 12 Anzeigen nach dem ASVG, drei nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, zwei nach dem Finanzstrafgesetz, zwei nach dem Suchtmittelgesetz sowie eine Anzeige nach dem Glücksspielgesetz.

Glückspielautomaten beschlagnahmt

Die Finanzpolizisten entdeckten neben einem der überprüften Lokale eine abgeschlossene, videoüberwachte Eingangstür. Mittlerweile gehört das zur bitteren Gewohnheit, dass sich Lokalbetreiber Hindernisse einfallen lassen, um der Finanzpolizei den Zutritt zumindest zu erschweren. Mittels Videoüberwachung können beispielsweise unbefugt Aufnahmen von Kontrollorganen gemacht werden, um diese in Zukunft leichter identifizieren zu können oder Türen mittels Fernsteuerung versperrt werden.

Um auch in diesem Fall die Kontrolle des vermuteten Lokals hinter der verschlossenen Tür zu ermöglichen, wurde die Tür zwangsweise geöffnet. Vier Glücksspielautomaten konnten so entdeckt und beschlagnahmt werden. Die Geräte wurden noch in derselben Nacht abtransportiert. Durch die Kontrollen konnten eine Reihe an Erkenntnissen über die Arbeitsweise, Organisation und Struktur der kriminellen Organisation gewonnen werden. Die einschreitenden Beamten gehen von weiteren Erfolgen aus nachdem die Auswertung aller gesammelten Daten abgeschlossen ist.

„Kriminalität, egal welcher Art, bringt immer Opfer mit sich. In diesem Fall ging es bis hin zur Ausbeutung und zum Missbrauch von Mitmenschen. Diesen Teufelskreis versuchen wir zu durchbrechen. Daher werden Kontrollen auch in Zukunft verstärkt durchgeführt werden. Mein Dank gilt allen involvierten Beamtinnen und Beamten“, fasst Finanzminister Gernot Blümel die Schwerpunktaktion zusammen.