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Fragen und Antworten zum "Familienbonus Plus" Hier haben wir für Sie alle wesentlichen Informationen zum „Familienbonus Plus“ zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis

A. Allgemeines zum Familienbonus Plus
B. Wem steht der Familienbonus Plus zu?
C. Wie kann ich den Familienbonus Plus beantragen?
D. Was ist bei getrennten Elternteilen zu beachten?
E. Was müssen Arbeitgeber beachten?

A. Allgemeines zum Familienbonus Plus

1. Was ist der Familienbonus Plus und in welcher Höhe steht er zu?

Der Familienbonus Plus ist ein Absetzbetrag in der Höhe von 1.500 Euro pro Kind und Jahr bis zum 18. Lebensjahr des Kindes – das bedeutet, dass sich die Steuerlast um bis zu 1.500 Euro pro Jahr reduziert. Nach dem 18. Geburtstag des Kindes steht ein reduzierter Familienbonus Plus in Höhe von 500 Euro jährlich zu, sofern für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird.

Von dieser Maßnahme profitieren 950.000 Familien und 1,6 Mio. Kinder in einem Umfang von 1,5 Mrd. Euro im Jahr.

2. Gibt es beim Familienbonus Plus einen „Deckel“?

Nein, es gibt keinen „Deckel“. Begrenzt ist der Familienbonus Plus nur durch die Höhe der eigenen Einkommensteuer und die absolute Höhe des Familienbonus Plus von jährlich 1.500 Euro pro Kind bis zum 18. Geburtstag sowie 500 Euro jährlich pro Kind nach dem 18. Geburtstag.

Wenn jemand vor dem Jahr 2019 3.000 Euro Lohnsteuer bezahlt und zwei Kinder (bis 18 Jahre) hat, dann bezahlt dieser durch den Familienbonus Plus keine Einkommensteuer mehr und wird also zu 100 Prozent von seiner Steuerlast befreit.

3. Warum entfallen der derzeitige Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr?

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, das Steuersystem zu vereinfachen und transparenter zu gestalten. In diesem Sinne entfallen der Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr, die bürokratisch besonders aufwändig für die Bürgerinnen und Bürger waren. Der Familienbonus Plus hat aber die 5-fache Wirkung der beiden wegfallenden Maßnahmen.

4. Ab welchem Bruttolohn wirkt sich der Familienbonus Plus aus?

Der Familienbonus Plus wirkt schon ab dem ersten Steuereuro. Voll ausgeschöpft werden kann dieser dann ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von ca. 1.700 Euro (bei einem Kind).

5. Wie viel bekommen geringverdienende Eltern? Wie viel bekommen nicht steuerzahlende Eltern?

Der Familienbonus Plus reduziert die Steuerlast der Eltern. Bei geringverdienenden Steuerzahlern entfällt daher die Steuerlast komplett, wenn sie niedriger ist als der Familienbonus Plus.

Alle Alleinerziehenden und Alleinverdienenden erhalten eine Mindestentlastung von bis zu 250 Euro – den so genannten Kindermehrbetrag – pro Kind und Jahr. Wird mindestens 11 Monate (330 Tage) Arbeitslosengeld/Mindestsicherung oder eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen, steht dieser Kindermehrbetrag nicht zu. Für Kinder im EU/EWR-Raum bzw. der Schweiz wird der Kindermehrbetrag indexiert.

6. Wo bekomme ich Auskunft zur Familienbeihilfe?

Für Fragen zur Familienbeihilfe, wie beispielsweise die Änderung des Bezugsberechtigten, wenden Sie sich bitte an das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend im Bundeskanzleramt.

7. Wie funktioniert der Familienbonus Plus, wenn das Kind beispielsweise im Jahr 2019 erst im Juni geboren wurde. Wird der Familienbonus Plus dann aliquot berechnet?

Der Familienbonus Plus unterliegt einer monatlichen Betrachtungsweise. Das heißt, man ist berechtigt, den Familienbonus Plus ab dem Monat zu beantragen, in dem das Kind auf die Welt kommt.

8. Wie kann der Familienbonus Plus unter (Ehe-)Partnern aufgeteilt werden?

Bei (Ehe-)Partnern kann der Familienbonus Plus aufgeteilt werden. Das heißt, eine Person kann entweder den vollen Familienbonus in Höhe von 1.500 Euro (bzw. 500 Euro) für das jeweilige Kind beziehen oder der Betrag wird stattdessen zwischen den (Ehe-)Partnern aufgeteilt (750/750 bzw. 250/250).

Da der Familienbonus Plus für jedes Kind insgesamt nur einmal zur Gänze berücksichtigt werden kann, kommt es zu einer Aufteilung von 750/750 (bzw. 250/250), wenn er von beiden Elternteilen in einem insgesamt zu hohen Ausmaß beansprucht wurde.

9. Steht auch für Kinder im Ausland der Familienbonus Plus zu?

Der Familienbonus Plus steht in der gesetzlich vorgesehenen Höhe für Kinder im Inland zu.

Für Kinder im EU/EWR-Raum bzw. der Schweiz wird der Familienbonus Plus indexiert (erhöht oder vermindert) und damit an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst.

Für Kinder in Drittstaaten, das heißt außerhalb des EU/EWR-Raumes oder der Schweiz, gibt es keinen Familienbonus Plus.

Die gleichen Regeln gelten für den Alleinerzieherabsetzbetrag, den Alleinverdienerabsetzbetrag und den Unterhaltsabsetzbetrag.

10. Wie hoch ist der indexierte Familienbonus Plus im EU-Ausland?

Der Familienbonus Plus wird aufgrund des unterschiedlichen Lebensstandards im EU-Ausland, inkl. EWR-Staaten und der Schweiz, indexiert. Er ist genauso wie der reguläre Familienbonus Plus zu beantragen. Die Höhe des indexierten Familienbonus Plus finden Sie in der Familienbonus Plus-Absetzbeträge-EU-Anpassungsverordnung, BGBl. II Nr. 257/2018.

Allgemeine Informationen zur Indexierung der Familienbeihilfe bzw. des Kinderabsetzbetrages (PDF, 150 KB) haben wir in Zusammenarbeit mit der zuständigen Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend im Bundeskanzleramt für Sie zusammengestellt.

B. Wem steht der Familienbonus Plus zu?

11. Erhalten auch Mindestsicherungsempfänger, Arbeitslose oder Karenzgeldempfänger einen Familienbonus Plus?

Mindestsicherungsempfänger, Arbeitslose und Karenzgeldempfänger haben kein steuerpflichtiges Einkommen, sodass sich der Familienbonus Plus nicht auswirkt.

12. Wie wirkt sich die Regelung auf Menschen mit Behinderung aus? Werden Menschen mit Behinderung im Vergleich zu früher schlechter gestellt?

Die schon bestehenden Regelungen für Menschen mit Behinderung werden durch die Einführung des Familienbonus Plus nicht verändert, sodass es keine Schlechterstellung gibt. Im Gegenteil: Der Anspruch auf den Familienbonus Plus ist an den Anspruch auf Familienbeihilfe geknüpft. Folglich kann den Eltern für Kinder mit Behinderung, solange Familienbeihilfe bezogen wird (unabhängig vom Alter der Kinder) auch der entsprechende Familienbonus Plus zustehen. Auch der Anspruch auf (erhöhte) Familienbeihilfe bleibt natürlich weiterhin unangetastet.

13. Wem steht der Familienbonus Plus bei Halb- oder Vollwaisen zu?

Es gelten die allgemeinen Regeln. Ausschlaggebend ist, wer die Familienbeihilfe bezieht. Bezieht beispielsweise bei einem Vollwaisen der Großvater die Familienbeihilfe, so kann dieser den Familienbonus Plus geltend machen.

14. Steht auch Pflegeeltern der Familienbonus Plus zu?

Wenn ein Pflegeelternteil die Familienbeihilfe für das Kind bezieht, steht diesem Elternteil jedenfalls auch der Familienbonus Plus für dieses Kind zu. Zahlen die leiblichen Eltern Unterhalt in der vollen Höhe und steht ihnen ein Unterhaltsabsetzbetrag zu, dann haben auch sie Anspruch auf den Familienbonus Plus (siehe Kapitel „Was ist bei getrennt lebenden Elternteilen zu beachten?“).

C. Wie kann ich den Familienbonus Plus beantragen?

15. Wie kann man den Familienbonus Plus in Anspruch nehmen?

Das kann wahlweise laufend über die Lohnverrechnung (also durch den Arbeitgeber) oder im Nachhinein im Rahmen der Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung erfolgen.

Wenn Sie sich für die Berücksichtigung des Familienbonus Plus über die Lohnverrechnung entscheiden, spüren Sie eine monatliche Steuerentlastung. Dazu müssen Sie das Formular E 30 ausfüllen und Ihrem Arbeitgeber abgeben.

Wollen Sie Ihren gesamten Familienbonus Plus lieber im Nachhinein geltend machen, können Sie das in Ihrer Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung mittels Beilage L 1k (bzw. L 1k-bF) tun. Die Auszahlung erfolgt in diesem Fall im Rahmen der Veranlagung für das vergangene Jahr.

16. Gibt es einen Vorteil bzw. Nachteil, wenn ich den Familienbonus Plus über den Arbeitgeber oder über die Jahresveranlagung beantrage?

Betraglich gesehen nicht – einzig der Zeitpunkt der Berücksichtigung ist unterschiedlich (monatlich über den Lohn im laufenden Jahr bzw. später über die Arbeitnehmerveranlagung).

17. Muss der Arbeitgeber das Formular E 30 annehmen?

Das Einkommensteuergesetz enthält Regelungen zur Berücksichtigung des Familienbonus Plus und von Absetzbeträgen durch den Arbeitgeber oder die pensionsauszahlende Stelle. Der Arbeitgeber hat die Erklärung des Arbeitnehmers (Pensionisten) zum Lohnkonto zu nehmen. Daher kann der Arbeitgeber bei Erfüllung aller Voraussetzungen und Vorliegen aller erforderlichen Unterlagen die Berücksichtigung des Familienbonus Plus nicht verweigern.

18. Muss das Formular E 30 jedes Jahr erneut beim Arbeitgeber vorgelegt werden?

Eine Änderungsmeldung E 31 ist nur dann erforderlich, wenn tatsächlich eine Änderung der Verhältnisse eingetreten ist. Diese sind beispielsweise:
•    Wechsel des Familienbeihilfeberechtigten
•    Wegfall der Familienbeihilfe
•    Verlegung des Wohnsitzes des Kindes in ein anderes Land
•    Beendigung einer Ehe oder Partnerschaft
•    Wegfall des Anspruches auf den Unterhaltsabsetzbetrag

Eine jährliche Neumeldung mittels E 30 ist im Gesetz nicht vorgesehen. Der Arbeitgeber muss jedenfalls den Familienbonus Plus einstellen, wenn ein Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat. Die Weitergewährung ist nur möglich, wenn das Formular E 30 und eine Beihilfenbestätigung abermals beim Arbeitgeber abgegeben werden.

19. Wie bekomme ich die Familienbeihilfe-Bestätigung für das E 30-Formular?

Über FinanzOnline können Sie unter „Familienbeihilfe“ die Familienbeihilfe-Bestätigung anfordern und erhalten diese dann unter „Nachrichten“ zugestellt.

Darüber hinaus können Sie sich an Ihr zuständiges Wohnsitzfinanzamt wenden. Die Kontaktadressen der Finanzämter finden Sie unter https://service.bmf.gv.at/service/anwend/behoerden/.

20. Wo soll das Formular E 30 abgegeben werden?

Mit dem Formular E 30 können Sie die Berücksichtigung des Familienbonus Plus während des Jahres in der Lohnverrechnung geltend machen. Dazu müssen Sie dieses Formular ausfüllen und dem Arbeitgeber (nicht dem Finanzamt) übergeben. Auf Grund Ihrer Angaben wird dann der Familienbonus Plus bei der Berechnung der monatlichen Lohnsteuer berücksichtigt. Auf diese Weise zahlen Sie schon während des Jahres weniger Steuer.

21. Wie geht man vor, wenn man selbständig ist?

Der Familienbonus Plus steht allen Bürgerinnen und Bürgern zu, die Steuer zahlen. Es kommt dabei nicht auf die Art der Einkünfte an, die das steuerpflichtige Einkommen begründen. Dementsprechend steht der Familienbonus Plus auch jenen Personen zu, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit oder aus einem Gewerbebetrieb erzielen. Sie können den Familienbonus Plus in der Einkommensteuererklärung (Beilage L 1k bzw. L1 k-bF zum Formular E 1) beantragen.

22. Wann können Unternehmerinnen und Unternehmer, die nicht angestellt sind, den Familienbonus Plus beantragen?

Der Familienbonus Plus kann von Selbständigen nur im Rahmen der Jahresveranlagung geltend gemacht werden; das heißt erstmals für das Jahr 2019 im Jahr 2020 mit der Jahreserklärung für das Jahr 2019.

23. Wann darf das Formular E 30 abgegeben werden (während des Jahres oder nur am Ende des Jahres)?

Das Formular E 30, das zur Berücksichtigung des Familienbonus Plus durch den Arbeitgeber bei der Lohnverrechnung dient, können Sie jederzeit beim Arbeitgeber abgeben. Der Arbeitgeber berücksichtigt es dann ab dem Folgemonat. Änderungen, die auf den Familienbonus Plus Auswirkung haben, müssen Sie dem Arbeitgeber mit dem Formular E 31 bekannt geben.

24. Muss ich den Familienbonus Plus in der Arbeitnehmerveranlagung/Steuererklärung beantragen, wenn ihn mein Arbeitgeber schon in der Lohnverrechnung berücksichtigt hat?

Wenn der Familienbonus Plus bereits in der Lohnverrechnung berücksichtigt wurde, müssen Sie nicht nur wegen des Familienbonus Plus eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen.

Sobald Sie allerdings eine Arbeitnehmerveranlagung abgeben, ist es notwendig, dass Sie den Familienbonus Plus in der Erklärung nochmals beantragen.

Denn Sie haben im Rahmen der Steuererklärung erneut die Wahl, sich die Aufteilung des Familienbonus Plus zu überlegen, um den maximalen Nutzen für Ihre Familie zu erzielen. Daher ist es notwendig, dass Sie Ihre Daten in der Erklärung auch dann erfassen, wenn Sie den Familienbonus Plus bereits bei Ihrem Arbeitgeber beantragt haben und dieser berücksichtigt wurde.

D. Was ist bei getrennten Elternteilen zu beachten?

25. Wie kann der Familienbonus Plus bei getrennt lebenden Eltern aufgeteilt werden?

Grundsätzlich kann der Familienbonus Plus nur zwischen dem Familienbeihilfebezugsberechtigten und dem Unterhaltsverpflichteten aufgeteilt werden. Wenn der Unterhaltsverpflichtete seinen Unterhaltszahlungen im vollen Ausmaß nachkommt, so gibt es folgende Varianten der Aufteilung:

Herrscht Einvernehmen, so kann der Familienbonus Plus im Verhältnis 1.500/0 (500/0), 750/750 (250/250) oder 0/1.500 (0/500) aufgeteilt werden.

Herrscht kein Einvernehmen, so wird der Familienbonus Plus im Verhältnis 750/750 (250/250) aufgeteilt.

Eine Ausnahme davon besteht bis inklusive 2021, wenn ein Elternteil überwiegend die Kinderbetreuungskosten trägt (siehe Punkt 27).

Ein neuer Partner, der nicht die Familienbeihilfe bezieht, hat keinen Anspruch auf den Familienbonus Plus, wenn der Unterhaltsverpflichtete seinen Unterhaltszahlungen nachkommt.

26. Was passiert, wenn bei getrennt lebenden Eltern der unterhaltsverpflichtete Partner keinen Unterhalt zahlt? Steht diesem trotzdem der Familienbonus Plus zu?

Ein Unterhaltsverpflichteter kann den Familienbonus Plus nur für die Anzahl der Monate beanspruchen, für die er den Unterhalt voll zahlt und ihm ein Unterhaltsabsetzbetrag zusteht. Wird der Unterhalt während des Jahres zur Gänze bezahlt, steht auch der Familienbonus Plus zur Gänze zu.

Wird der Unterhalt während des Jahres aber nicht zur Gänze bezahlt, steht er dem Unterhaltszahler nur in vermindertem Ausmaß zu.

Wird gar kein Unterhalt bezahlt, steht dem Unterhaltszahler auch kein Familienbonus Plus zu. Der andere Elternteil kann in diesem Fall den vollen Bonus in Höhe von 1.500 Euro (bzw. 500 Euro) beanspruchen. Falls der andere Elternteil einen neuen (Ehe-)Partner hat, besteht auch eine Aufteilungsmöglichkeit mit dem neuen (Ehe-)Partner, um den Familienbonus Plus voll ausschöpfen zu können.

27. Was passiert, wenn ein Elternteil den Großteil der Kinderbetreuungskosten trägt?

Im Rahmen einer Übergangsfrist von drei Jahren (für die [Veranlagungs-]Jahre 2019 bis 2021) ist für getrennt lebende Partner eine ergänzende Aufteilungsvariante vorgesehen. Diese erfolgt dann, wenn ein Elternteil überwiegend (neben dem Unterhalt) bis zum 10. Lebensjahr des Kindes für die Kinderbetreuung aufkommt. Die Kinderbetreuungskosten müssen zudem mindestens 1.000 Euro im Jahr betragen. Dann erfolgt eine Aufteilung des Familienbonus Plus im Verhältnis 1.350 zu 150 Euro (90 Prozent zu 10 Prozent).

Damit wird eine Schlechterstellung von jenen getrennt Lebenden verhindert, die bisher zusätzlich Betreuungskosten getragen haben.

Diese Aufteilungsvariante können Sie ausschließlich im Nachhinein im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung mit dem Formular L 1k-bF geltend machen.

28. Wie wird der Familienbonus Plus aufgeteilt, wenn der unterhaltszahlende Elternteil nicht in Österreich lebt und auch nicht in Österreich steuerpflichtig ist?

Nachdem der Familienbonus Plus bei Unterhaltsverpflichteten auf den Unterhaltsabsetzbetrag abstellt, und ein nicht Steuerpflichtiger grundsätzlich keinen Anspruch auf den Unterhaltsabsetzbetrag hat, steht dem im Ausland lebenden, nicht Steuerpflichtigen kein Familienbonus Plus zu. Dieser kann daher von der/dem Familienbeihilfenberechtigten und/oder einem möglichen neuen Partner beantragt werden.

29. Steht mir der Familienbonus Plus zu, wenn ich Unterhaltszahlungen für ein im EU-Raum (EWR oder Schweiz) lebendes Kind zahle?

Bei getrennt lebenden Eltern, die in unterschiedlichen Staaten ihren Wohnsitz haben, gibt es familienbeihilfenrechtlich unterschiedliche Fallkonstellationen, die auch zu potentiell variierenden Beurteilungen führen können. Eine solche Beurteilung ist jedoch nur im Einzelfall möglich.

30. Weil unser gemeinsames Kind nach unserer Trennung zu 50 Prozent bei mir lebt, zahle ich keinen Unterhalt. Kann ich den Familienbonus Plus trotzdem beantragen?

In einem solchen Fall spricht man von einem sogenannten Naturalunterhalt. Wenn durch den Naturalunterhalt die gesetzliche Unterhaltsverpflichtung erfüllt wird und somit der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, ist der Unterhaltsverpflichtete auch berechtigt, den Familienbonus Plus zu beantragen.

E. Was müssen Arbeitgeber beachten?

31. Wann haftet der Arbeitgeber für unrichtige Angaben?

Eine Haftung des Arbeitgebers besteht nur insoweit, als offensichtlich unrichtige Erklärungen des Arbeitnehmers beim Steuerabzug berücksichtigt wurden – folglich in Fällen von grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz.

Hat daher der Arbeitgeber die Lohnsteuer unter Berücksichtigung von Erklärungen des Arbeitnehmers richtig berechnet und einbehalten, führt eine nachträgliche Berichtigung nicht zur Annahme einer unrichtigen Einbehaltung und Abfuhr der Lohnsteuer. Bei offensichtlich unrichtigen Angaben darf der Arbeitgeber den Familienbonus Plus jedoch nicht berücksichtigen.

32. Wie lange darf der Arbeitgeber den Familienbonus Plus berücksichtigen? Muss der Arbeitgeber in gewissen Abständen Nachweise über die Unterhaltsleistung verlangen?

Hat das Kind das 18. Lebensjahr vollendet, wird die Berücksichtigung des Familienbonus Plus automatisch vom Arbeitgeber eingestellt. Daher muss die/der Unterhaltsverpflichtete nun neuerlich mit einem Formular E 30 unter Vorlage der entsprechenden Nachweise über die Familienbeihilfe und die Unterhaltsleistung den nun geminderten Familienbonus Plus beantragen.

Im Zuge der Beantragung bestätigt der Dienstnehmer unter anderem: „Ich beanspruche den Familienbonus Plus für ein nicht haushaltszugehöriges Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird und bestätige, dass ich den vollen gesetzlichen Unterhalt (Alimente) für dieses Kind leiste.“

Erbringt er den Nachweis, dass er den gesetzlichen Unterhalt tatsächlich leistet, kommt es für den Arbeitgeber zu keiner Haftung im Falle einer unberechtigten Inanspruchnahme.

Alternativ kann der Arbeitnehmer eine nachträgliche Beantragung im Zuge des Veranlagungsverfahrens vornehmen.

33. Darf bzw. muss der Arbeitgeber im Falle des Wissens von wesentlichen Änderungen, die der Dienstnehmer nicht anzeigt, automatisch die Berücksichtigung des Familienbonus Plus beenden, obwohl keine Einstellung mittels des Formulars E 31 eingelangt ist?

Wenn dem Arbeitgeber bekannt wird, dass sich wesentliche Verhältnisse geändert haben, hat er dies bei der Lohnverrechnung zu berücksichtigen (Familienbonus Plus ist nicht mehr zu berücksichtigen).

34. Sollten durch Arbeitnehmer mit mehreren Arbeitgebern Mehrfachmeldungen versucht werden (Abgabe des E 30 bei nicht nur einem Arbeitgeber), kann dies durch die Lohnverrechnung kontrolliert/verhindert werden? Welche Konsequenzen von Mehrfachmeldungen gibt es für die Arbeitgeber (Haftung)?

Der Arbeitgeber trägt nur dann ein Haftungsrisiko, wenn er den Familienbonus Plus berücksichtigt, obwohl er erkennen muss, dass dies offensichtlich unrichtig ist. Gibt ein Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern ein E 30 für dieselben Kinder ab, wird der Arbeitgeber dies in der Regel nicht wissen und haftet somit nicht. Die Reduktion auf die gesetzlichen Werte erfolgt im Rahmen der (Pflicht)Veranlagung.

Weiterführende Informationen:
•    Grafiken zum Familienbonus Plus
•    Das Steuerbuch
•    Unterhaltsabsetzbetrag

Inhaltlicher Stand: 28. Februar 2020