Absetzbeträge bei niedrigen Einkünften (SV-Rückerstattung)

In bestimmten Fällen kann es vorkommen, dass Sie eine Steuergutschrift erhalten. Wir wollen Sie hier kurz informieren, wie es dazu kommt und welche Umstände gegeben sein müssen.

Beziehen Sie kein oder ein geringes Einkommen, kann es in folgenden Fällen zu einer Steuergutschrift in Form der Negativsteuer oder (-zu einer SV-Rückerstattung-) kommen:

ArbeitnehmerInnenveranlagung bis 2016 (Veranlagung für Jahre 2015 und früher)

Besteht Anspruch auf den Arbeitnehmerabsetzbetrag, werden grundsätzlich 10 Prozent (für 2015: 20 Prozent) der Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung (höchstens jedoch 110 Euro) gutgeschrieben. Dies gilt auch für Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Dieser Betrag erhöht sich für das Jahr 2015 auf 220 Euro. Ab 2016 steht Ihnen eine SV-Rückerstattung von bis zu 400 Euro (50 Prozent der gesetzlichen Sozialversicherung) zu.

Personen, die mindestens in einem Kalendermonat Anspruch auf das Pendlerpauschale haben, steht ein Pendlerzuschlag von 290 Euro zu. Insgesamt können daher bis zu 400 Euro (für 2015: 450 Euro) gutgeschrieben werden. Wenn die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber bereits während des Jahres ein Pendlerpauschale berücksichtigt hat oder wenn Sie ein Pendlerpauschale beantragen, wird ein Pendlerzuschlag gegebenenfalls automatisch berücksichtigt. Die Negativsteuer inklusive Pendlerzuschlag ist dabei mit insgesamt 18 Prozent (für 2015: 36 Prozent) der Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung begrenzt. 2016 ist die SV-Rückerstattung bei Bezug des Pendlerpauschales mit einem Betrag von 690 Euro gedeckelt.

Der Alleinerzieher- oder Alleinverdienerabsetzbetrag wird in jenen Fällen, in denen er sich auf Grund eines geringen Einkommens nicht oder nicht voll steuermindernd auswirken konnte, vom Finanzamt ausbezahlt - bei einem Kind daher beispielsweise bis zu 494 Euro (Negativsteuer).

Beispiel

Eine Angestellte ist teilzeitbeschäftigt und verdient monatlich brutto 440 Euro (x 14 = 6.160 Euro jährlich). Die Sozialversicherungsbeiträge betragen (angenommen) 930 Euro jährlich. Steuer fällt bei diesem Bezug keine an. Es werden 20 Prozent von 930 Euro (also 186 Euro) bei der Arbeitnehmerveranlagung nach Ablauf des Jahres vom Finanzamt ausbezahlt. Wäre die Angestellte gleichzeitig Alleinerzieherin mit einem Kind, würde sich der Auszahlungsbetrag auf insgesamt 680 Euro (494 Euro + 186 Euro) erhöhen. Hätte die Angestellte Anspruch auf das Pendlerpauschale, würde die Negativsteuer inklusive Pendlerzuschlag 334,48 Euro (36 Prozent von 930 Euro) betragen.

Die Ermittlung der Negativsteuer erfolgt bei der Arbeitnehmerveranlagung. Einkünfte, die auf Grund zwischenstaatlicher (Doppelbesteuerungsabkommen) oder völkerrechtlicher (z.B. UNIDO, IAEO) Vereinbarungen steuerfrei sind, werden für Zwecke der Berechnung der Negativsteuer wie steuerpflichtige Einkünfte behandelt.

Besteht im Jahr 2015 Anspruch auf den Pensionistenabsetzbetrag oder erhöhten Pensionistenabsetzbetrag, werden grundsätzlich 20 Prozent der Werbungskosten (höchstens jedoch 55 Euro) gutgeschrieben. Bezieht die Pensionistin oder der Pensionist eine steuerfreie Ausgleichszulage, wird diese mit der SV-Rückerstattung gegengerechnet. Ab 2016 erhöht sich die SV-Rückerstattung auf 50 Prozent und beträgt höchstens 110 Euro. 

Ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung für 2016

Ergibt sich auf Grund der Absetzbeträge eine Einkommensteuer unter null, wird der Alleinverdienerabsetzbetrag oder der Alleinerzieherabsetzbetrag erstattet.

Einkünfte, die auf Grund zwischenstaatlicher (Doppelbesteuerungsabkommen) oder völkerrechtlicher (z.B. UNIDO, IAEO) Vereinbarungen steuerfrei sind, werden für Zwecke der Berechnung der Erstattung wie steuerpflichtige Einkünfte behandelt.

Besteht Anspruch auf den Verkehrsabsetzbetrag und es ergibt sich eine Einkommensteuer unter null, werden 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge, höchstens aber 400 Euro jährlich, rückerstattet (SV-Rückerstattung), bei Anspruch auf ein Pendlerpauschale beträgt die SV-Rückerstattung höchstens 500 Euro.

Besteht Anspruch auf den Pensionistenabsetzbetrag und es ergibt sich eine Einkommensteuer unter null, werden 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge, höchstens aber 110 Euro jährlich, rückerstattet (SV-Rückerstattung). Die Rückerstattung vermindert sich um die steuerfreie Ausgleichszulage.

Die Erstattung erfolgt im Wege der ArbeitnehmerInnenveranlagung und ist mit der Einkommensteuer unter null begrenzt.

Ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung für 2019

Der Familienbonus Plus reduziert die Steuerlast der betreffenden Eltern. Bei geringverdienenden Steuerzahlern entfällt daher die Steuerlast komplett, wenn sie niedriger ist als der Familienbonus Plus. Der Familienbonus Plus führt aber nicht wie der Alleinverdienerabsetzbetrag oder der Alleinerzieherabsetzbetrag zu einer Steuergutschrift.

Alle Alleinerzieher und Alleinverdiener erhalten aber ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung für 2019  eine Mindestentlastung von 250 Euro - den so genannten Kindermehrbetrag - pro Kind und Jahr. Wird mindestens 11 Monate (330 Tage) Arbeitslosengeld/Mindestsicherung oder eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen, steht der Kindermehrbetrag nicht zu.

Beispiel

Ein Alleinerzieher erhält für zwei in Österreich lebende Kinder das ganze Jahr Familienbeihilfe. Seine Steuer vor Berücksichtigung des Familienbonus Plus und sonstiger Absetzbeträge beträgt 300 Euro. Ihm steht daher ein Kindermehrbetrag von 200 Euro zu: Um diesen Betrag zu errechnen, werden von der Steuer in Höhe von 300 Euro für jedes der zwei Kinder 250 Euro (also 500 Euro) abgezogen. Der Differenzbetrag (200 Euro) wird im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung ausbezahlt.

Durch den Familienbonus Plus wird die Steuer auf Null verringert. Der Alleinerzieher erhält den Alleinerzieherabsetzbetrag für zwei Kinder (669 Euro) ausbezahlt. Außerdem erhält er den Verkehrsabsetzbetrag von 400 Euro, durch diesen werden SV-Beiträge zu 50 Prozent, höchstens aber 400 Euro, rückerstattet. Dem Alleinerzieher werden also bei seiner ArbeitnehmerInnenveranlagung insgesamt 1.269 Euro (200 Euro Kindermehrbetrag, 669 Euro Alleinerzieherabsetzbetrag und 400 Euro SV-Rückerstattung) ausbezahlt.

Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen

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