Steuerabsetzbeträge

Nachfolgend wollen wir Ihnen die einzelnen Steuerabsetzbeträge im Detail erklären.

Arbeitnehmerabsetzbetrag

Betrag: 54 Euro pro Jahr

Anspruch: Lohnsteuerpflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Infos: Der Arbeitnehmerabsetzbetrag wird automatisch vom Arbeitgeber berücksichtigt. Grenzgängerinnen und Grenzgänger haben bei der Veranlagung an Stelle des Arbeitnehmerabsetzbetrages Anspruch auf den Grenzgängerabsetzbetrag in derselben Höhe. Besteht ein Anspruch auf den Arbeitnehmer- oder Grenzgängerabsetzbetrag, so kann es bei geringem Einkommen zu einer Negativsteuer bis zu 110 Euro kommen, für Pendler bis zu 400 Euro pro Jahr.

Verkehrsabsetzbetrag

Betrag: 291 Euro pro Jahr

Anspruch: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Infos: Der Verkehrsabsetzbetrag wird automatisch vom Arbeitgeber berücksichtigt. Bei Grenzgängerinnen und Grenzgängern wird er erst bei der Veranlagung abgezogen. Die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden dadurch pauschal abgegolten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die weiter entfernt von ihrer Arbeitsstätte wohnen oder denen die Benutzung eines Massenverkehrsmittels nicht möglich oder nicht zumutbar ist, können unter gewissen Voraussetzungen zusätzlich ein Pendlerpauschale als Werbungskosten beanspruchen.

Ab 2016 geht der Arbeitnehmerabsetzbetrag im Verkehrsabsetzbetrag auf und beträgt dann 400 Euro pro Jahr.

Erhöhter Verkehrsabsetzbetrag

Betrag: 690 Euro pro Jahr 

Anspruch: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Ab 2016 gilt bei Anspruch auf ein Pendlerpauschale gemäß § 16 Abs. 1 Z 6, dass der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag 690 Euro beträgt, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen 12.200 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt. Der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag vermindert sich zwischen Einkommen von 12.200 Euro und 13.000 Euro gleichmäßig einschleifend auf 400 Euro.

Der Verkehrsabsetzbetrag kann vom Arbeitgeber berücksichtigt werden oder wird im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt.  

Pensionistenabsetzbetrag

Betrag: bis zu 400 Euro pro Jahr

Anspruch: Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher

Infos: Der Pensionistenabsetzbetrag wird automatisch von der pensionsauszahlenden Stelle berücksichtigt. Bei Pensionsbezügen bis 17.000 Euro jährlich beträgt er 400 Euro. Für Pensionseinkünfte zwischen 17.000 Euro und 25.000 Euro kommt es zu einer Einschleifung des Pensionistenabsetzbetrages. Zu einer weiteren Einschleifung kommt es dann, wenn Sie neben einer ausländischen Pension nur eine geringe inländische Pension beziehen. Bei höheren Pensionseinkünften steht kein Pensionistenabsetzbetrag mehr zu.

Innerhalb der Einschleifzone berechnet sich der Pensionistenabsetzbetrag wie folgt:

  1. Berechnung der Pensionseinkünfte:
    die laufenden Brutto(pensions)bezüge abzüglich SV-Pflichtbeiträge 

  2. Berechnung des Pensionistenabsetzbetrages:
    (25.000 - Pensionseinkünfte) x 5 %

Erhöhter Pensionistenabsetzbetrag 

Betrag: 764 Euro pro Jahr

Anspruch: Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher

Infos: Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag steht zu, wenn:

  • die laufenden Pensionseinkünfte 19.930 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen,
  • mehr als sechs Monate im Kalenderjahr eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft besteht und die Ehepartner oder eingetragene Partner nicht dauernd getrennt leben,
  • die Ehepartnerin oder der Ehepartner oder die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner Einkünfte von höchstens 2.200 Euro jährlich erzielt hat und kein Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag besteht.

    Dieser Absetzbetrag vermindert sich gleichmäßig einschleifend zwischen zu versteuernden laufenden Pensionseinkünften von 19.930 Euro und 25.000 Euro auf Null.

Auch wenn die Begünstigungen bereits während des Jahres durch die pensionsauszahlende Stelle berücksichtigt wurden (mittels Formular E 30 bei der bezugsauszahlenden Stelle beantragen), vergessen Sie nicht, diese auch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung (Formular L 1) zu beantragen. Andernfalls kommt es zu einer ungewollten Nachversteuerung.

Hinweis:

Die gleichzeitige Berücksichtigung des Pensionistenabsetzbetrages und des Verkehrs- und Arbeitnehmerabsetzbetrages ist nicht möglich. Liegen in einem Jahr sowohl aktive Erwerbseinkünfte als auch Pensionseinkünfte vor, stehen der Arbeitnehmerabsetzbetrag und der Verkehrsabsetzbetrag zu.

Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag

Betrag: 494 Euro pro Jahr. Wird für ein oder mehrere Kind/er für mindestens sieben Monate Familienbeihilfe bezogen, gilt ein gestaffelter Kinderzuschlag:

Alleinverdiener/innen/

Alleinerzieher/innen mit

Kinderzuschlag pro KindAbsetzbetrag inkl. Kinderzuschlag
1 Kind130 Euro
(1. Kind)
494 Euro
2 Kindern

130 Euro
(1. Kind)

+ 175 Euro
(2. Kind)

669 Euro
3 Kindern130 Euro
(1. Kind)
+ 175 Euro
(2. Kind)
+ 220 Euro
(3. Kind*)
889 Euro

* Der Betrag von 220 Euro gilt auch für jedes weitere Kind

Haben Sie geringe Einkünfte und  Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, ist die Auszahlung dieser Beträge als Negativsteuer möglich.

Anspruch: Alleinverdienerinnen und Alleinverdiener & Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher

Info: Alleinverdienerin oder Alleinverdiener ist,

  • wer für ein oder mehrere Kind/er für mindestens sieben Monate Familienbeihilfe bezogen hat und
  • wer mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet ist oder in einer eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft lebt. Die (Ehe-)Partnerin/der (Ehe-)Partner muss grundsätzlich unbeschränkt steuerpflichtig sein und die (Ehe-)Partner dürfen nicht dauernd getrennt leben und
  • wer eine/einen Ehepartner/in, eingetragene/n Partner/in oder Lebensgefährtin/Lebensgefährten hat, deren/dessen Einkünfte den Betrag von 6.000 Euro nicht überschreiten.

Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht immer nur einer Person zu. Erfüllen Partnerin und Partner (zB Studentenpaar mit Kind) die Voraussetzungen, steht er der Partnerin oder dem Partner mit den höheren Einkünften zu. Haben die Partner keine oder gleich hohe Einkünfte, steht der Absetzbetrag der Frau zu, außer der Mann führt überwiegend den Haushalt.

Weiterführende Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt "Für Familien & Kinder" bei "Alleinverdiener/innen & Alleinerzieher/innen".

Unterhaltsabsetzbetrag

Betrag: monatlich 29,20 Euro für das erste Kind, 43,80 Euro für das zweite Kind und jeweils 58,40 Euro für das dritte und jedes weitere alimentierte Kind.

Anspruch: Unterhaltsverpflichtete

Infos: Unterhaltsverpflichtete bzw. Unterhaltsverpflichteter ist, wer für ein nicht haushaltszugehöriges Kind – für das weder der bzw. dem Unterhaltsverpflichteten noch ihrem/seinem mit ihr/ihm im selben Haushalt lebende/n (Ehe-)Partnerin oder (Ehe-)Partner Familienbeihilfe gewährt wird – nachweislich den gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet. Im Unterschied zum Kinderabsetzbetrag, wirkt sich der Unterhaltsabsetzbetrag erst im Nachhinein bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung aus.

Weitere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt "Familien & Kinder“ bei Unterhaltsabsetzbetrag

Kinderabsetzbetrag 

Betrag: 58,40 Euro monatlich pro Kind. Der Kinderabsetzbetrag wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt.

Anspruch: Familienbeihilfenbezieherinnen und Familienbeihilfenbezieher

Infos: Der Kinderabsetzbetrag wirkt sich auf die Steuerberechnung nicht unmittelbar aus. Für Kinder, die sich ständig (nicht nur vorübergehend für Ausbildungszwecke) im Ausland aufhalten, steht kein Kinderabsetzbetrag zu. Auf Grund der gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen haben allerdings im Inland beschäftigte EU-Bürgerinnen oder EU-Bürger, EWR-Bürgerinnen bzw. EWR-Bürger (Island, Liechtenstein und Norwegen) und Schweizer, deren Kinder sich ständig in einem Mitgliedstaat der EU/EWR oder Schweiz aufhalten, zusätzlich zur Familienbeihilfe auch Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag.

Mehrkindzuschlag

Betrag: 20 Euro monatlich für das dritte und jedes weitere Kind

Anspruch: Bezieherinnen und Bezieher von Familienbeihilfe für mindestens drei Kinder. Das Familieneinkommen darf 55.000 Euro nicht überschreiten.

Infos: Der Mehrkindzuschlag wird auf Antrag vom Finanzamt ausbezahlt.

Höchstgrenze des Familieneinkommens für den Mehrkindzuschlag

Ein Anspruch auf den Mehrkindzuschlag 2013, der im Wege der Veranlagung für 2012 beantragt wird, besteht dann, wenn das Familieneinkommen im Jahr 2012 den Betrag von 55.000 Euro nicht überstiegen hat. Das Familieneinkommen ist die Summe aus dem zu versteuernden Einkommen der antragstellenden Person sowie dem zu versteuernden Einkommen einer (Ehe-)Partnerin bzw. eines (Ehe-)Partners. Eine Zusammenrechnung erfolgt jedoch nur dann, wenn (Ehe-)Partnerin und (Ehe-)Partner im maßgeblichen Kalenderjahr mehr als sechs Monate im gemeinsamen Haushalt gelebt haben. Ist das Einkommen der (Ehe-)Partnerin oder des (Ehe-)Partners negativ, mindert dies nicht das Familieneinkommen (kein Verlustausgleich).

Antrag auf Mehrkindzuschlag

Der Mehrkindzuschlag ist für jedes Kalenderjahr gesondert beim Finanzamt im Wege der ArbeitnehmerInnenveranlagung zu beantragen. Haben Sie keine steuerpflichtigen Einkünfte bezogen, können Sie beim Finanzamt die Auszahlung mit dem Formular E 4 geltend machen. Auch die (Ehe-)Partnerin oder der (Ehe-)Partner der Familienbeihilfenbezieherin oder des Familienbeihilfenbeziehers kann den Mehrkindzuschlag bei ihrer bzw. seiner ArbeitnehmerInnenveranlagung beantragen. Die Familienbeihilfenbezieherin bzw. der Familienbeihilfenbezieher muss dem Finanzamt über Aufforderung eine Verzichtserklärung übermitteln.

Beispiel

Ein Steuerpflichtiger mit vier Kindern, für die er Familienbeihilfe bezieht, beantragt den Mehrkindzuschlag 2013 im Rahmen der Veranlagung 2012. Der Steuerpflichtige hat im Jahr 2012 ein Einkommen von 25.000 Euro, die (Ehe-)Partnerin ein Einkommen in der Höhe von 28.000 Euro, das ergibt ein Familieneinkommen von 53.000 Euro. Da die Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Steuerpflichtige oder dessen (Ehe-)Partnerin den Mehrkindzuschlag beantragen.