Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Aufstellung von Durchschnittssätzen für Werbungskosten von Angehörigen bestimmter Berufsgruppen

Auf Grund des § 17 Abs 6 des Einkommensteuergesetzes, BGBl. Nr. 400/1988, wir verordent:

§ 1. Für nachstehend genannte Gruppen von Steuerpflichtigen werden nach den jeweiligen Erfahrungen der Praxis anstelle des Werbungskostenpauschbetrages gemäß § 16 Abs 3 EStG folgende Werbungskosten auf die Dauer des aufrechten Dienstverhältnisses festgelegt:

1. Artisten

  • 5 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 2.628 Euro jährlich.

2. Bühnenangehörige, soweit sie dem Schauspielergesetz unterliegen, andere auf Bühnen auftretende Personen, Filmschauspieler

  • 5 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 2.628 Euro jährlich.

3. Fernsehschaffende, die regelmäßig (mehrmals im Monat) auf dem Bildschirm erscheinen

  • 7,5 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 3.942 Euro jährlich.

4. Journalisten

  • 7,5 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 3.942 Euro jährlich.

5. Musiker

  • 5 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 2.628 Euro jährlich.

6. Forstarbeiter, Förster im Revierdienst und Berufsjäger im Revierdienst

  • Für Forstarbeiter ohne Motorsäge, Förster im Revierdienst und Berufsjäger im Revierdienst:5 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 1.752 Euro jährlich.
  • Für Forstarbeiter mit Motorsäge:10 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 2.628 Euro jährlich.

7. Hausbesorger

  • 15 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 3.504 Euro jährlich.

8. Heimarbeiter

  • 10 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 2.628 Euro jährlich.

9. Vertreter

  • 5 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 2.190 Euro jährlich.

Der Arbeitnehmer muss ausschließlich Vertretertätigkeit ausüben. Zur Vertretertätigkeit gehört sowohl die Tätigkeit im Außendienst als auch die für konkrete Aufträge erforderliche Tätigkeit im Innendienst. Von der Gesamtarbeitszeit muss dabei mehr als die Hälfte im Außendienst verbracht werden.

10. Mitglieder einer Stadt-, Gemeinde- oder Ortsvertretung

15 Prozent der Bemessungsgrundlage, mindestens 438 Euro jährlich, höchstens 2.628 Euro jährlich. Der Mindestbetrag kann nicht zu negativen Einkünften führen.

11. Expatriates

  • 20 Prozent der Bemessungsgrundlage, höchstens 10.000 Euro jährlich.
  • Expatriates sind Arbeitnehmer,
  • a) die im Auftrag eines ausländischen Arbeitgebers in Österreich im Rahmen eines
    Dienstverhältnisses zu einem österreichischen Arbeitgeber (Konzerngesellschaft oder
    inländische Betriebsstätte im Sinne des § 81 EStG 1988) für höchstens fünf Jahre beschäftigt
    werden,
  • b) die während der letzten zehn Jahre keinen Wohnsitz im Inland hatten,
  • c) die ihren bisherigen Wohnsitz im Ausland beibehalten und
  • d) für deren Einkünfte Österreich das Besteuerungsrecht zukommt.

§ 2. Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Pauschbeträge sind die Bruttobezüge abzüglich der steuerfreien Bezüge und abzüglich der sonstigen Bezüge, soweit diese nicht wie ein laufender Bezug nach dem Lohnsteuertarif zu versteuern sind (Bruttobezüge gemäß Kennzahl 210 abzüglich der Bezüge gemäß Kennzahlen 215 und 220 des amtlichen Lohnzettelvordruckes L 16). Bei nicht ganzjähriger Tätigkeit sind die sich aus § 1 ergebenden Beträge anteilig zu berücksichtigen; hiebei gelten angefangene Monate als volle Monate. Die Berücksichtigung der Pauschbeträge erfolgt im Veranlagungsverfahren. Im Rahmen der Lohnverrechnung können die Pauschbeträge nur im Wege eines Freibetragsbescheides gemäß § 63 EStG berücksichtigt werden; ausgenommen davon ist jener nach § 1 Z 11 (Expatriates), dieser kann auch schon in der Lohnverrechnung berücksichtigt werden. 

§ 3. Wird eine Tätigkeit teils nichtselbständig, teils selbständig ausgeübt, und werden bei der selbständig ausgeübten Tätigkeit Betriebsausgaben geltend gemacht, können Pauschbeträge im Sinne dieser Verordnung nicht in Anspruch genommen werden.

§ 4.

  1. Kostenersätze gemäß § 26 EStG kürzen die jeweiligen Pauschbeträge, ausgenommen jene nach § 1 Z 9 (Vertreter).
  2. Bei Expatriates gemäß § 1 Z 11 kürzen Kostenersätze gemäß § 26 Z 4 EStG nicht den Pauschbetrag.

§ 5. Werden die Pauschbeträge in Anspruch genommen, dann können daneben keine anderen Werbungskosten aus dieser Tätigkeit geltend gemacht werden.

§ 6. Diese Verordnung ist anzuwenden,

  1. § 1 Z 11 und § 4 Abs 2, jeweils in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 382/2015, sind anzuwenden, wenn

  • die Einkommensteuer veranlagt wird, erstmalig bei der Veranlagung 2016,
  • die Einkommensteuer (Lohnsteuer) durch Abzug eingehoben oder durch Veranlagung festgesetzt wird, erstmalig für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2015 enden.


Stand: 01.01.2018

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen