Außergewöhnliche Belastungen für behinderte Kinder

Alle Informationen zu den außergewöhnlichen Belastungen für behinderte Kinder und wie Sie diese steuerlich geltend machen können.

Welche außergewöhnlichen Belastungen kann man für behinderte Kinder geltend machen?

Je nach Ausmaß der Behinderung stehen verschiedene Freibeträge zu, die durch den Selbstbehalt nicht gekürzt werden. Ein Kind gilt dann als behindert, wenn der Grad der Behinderung mindestens 25 % beträgt.

Freibeträge für Kinder mit 25 bis 49 %iger Behinderung

Für die Feststellung der Behinderung eines Kindes sind dieselben Stellen wie für Erwachsene zuständig. Bei Vorliegen einer Behinderung im nachstehenden Ausmaß stehen folgende Freibeträge zu:

Grad der Behinderung Jahres-
freibetrag
25 % bis 34 %75 Euro
35 % bis 44 %99 Euro
45 % bis 49 %243 Euro

Zusätzlich können ohne Kürzung durch den Selbstbehalt die pauschalen Freibeträge für eine notwendige Diätverpflegung oder die Aufwendungen für Behindertenhilfsmittel (zB Sehhilfen, Rollstuhl, behindertengerechte Adaptierung der Wohnung) berücksichtigt werden.

Freibeträge für Kinder ab 50 %iger Behinderung ohne Pflegegeldbezug 

In diesem Fall steht eine erhöhte Familienbeihilfe und an Stelle der zuvor genannten Freibeträge ein monatlicher Pauschalbetrag von 262 Euro zu. Zusätzlich können ohne Abzug des Selbstbehaltes die Aufwendungen für Behindertenhilfsmittel (zB Sehhilfen, Rollstuhl, behindertengerechte Adaptierung der Wohnung) und das Schulgeld für eine Behindertenschule oder -werkstätte geltend gemacht werden. Die Kosten für Diätverpflegung können neben dem Freibetrag von 262 Euro nicht berücksichtigt werden. Für behinderte Kinder bis zum 16. Lebensjahr können zusätzlich Kinderbetreuungskosten bis zu 2.300 Euro geltend gemacht werden.  

Freibeträge bei Bezug von Pflegegeld für das behinderte Kind

Der Freibetrag von 262 Euro monatlich ist um das erhaltene Pflegegeld zu kürzen. Die jährlichen Freibeträge nach dem Ausmaß der Behinderung stehen nicht zu. Übersteigt das Pflegegeld den Betrag von 262 Euro, steht kein Pauschalbetrag zu. Zusätzlich sind im nachgewiesenen Ausmaß unabhängig vom Bezug von Pflegegeld zu berücksichtigen:

  • nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Hilfsmittel
  • Kosten der Heilbehandlung
  • das Entgelt für die Unterrichtserteilung in einer Sonder- oder Pflegeschule oder die Tätigkeit in einer Behindertenwerkstätte
  • Transportkosten zwischen der Wohnung des behinderten Kindes und der Sonder- bzw. Pflegeschule oder der Behindertenwerkstätte, die wegen Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel anfallen; abzüglich Ersatzleistungen für diese Fahrten

Wird das Pflegegeld für die Unterbringung in einem Internat oder in einer Wohngemeinschaft einbehalten, stellen die von den Unterhaltsverpflichteten aufzubringenden Kosten (der Wohnhausbeitrag in Wien oder die Kostenersätze an die jeweiligen Landesregierungen) eine außergewöhnliche Belastung dar.

Übersicht der Freibeträge für behinderte Kinder: 

FreibetragBehinderung mindestens 25 % ohne erhöhte Familienbeihilfe Behinderung mit erhöhter
Familienbeihilfe
Behinderung mit erhöhter Famili­enbeihilfe und mit Pflegegeld
Pauschaler Freibetrag nach Grad der Behin­derung
gem. § 35 Abs. 3 EStG
janeinnein
Pauschaler Freibetrag von
262 Euro
neinjaja*
Pauschaler Freibetrag für Diätverpflegungjaneinnein
Freibetrag für eigenes Kfzneinneinnein
Freibetrag für Taxikostenneinneinnein
Aufwendungen für Behindertenhilfsmittel und Kosten der Heilbehandlungjajaja
Schulgeld für
Behindertenschule
jajaja

*gekürzt um das Pflegegeld