Geringwertige Wirtschaftsgüter

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Wie Sie den Ausführungen unter Abschreibung entnehmen können, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens über ihre Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben.
Von dieser Regelung macht § 13 EStG aber eine Ausnahme: Falls ein abnutzbares Anlagegut nicht mehr als 400 Euro kostet, können die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sofort unter dem Titel "geringwertiges Wirtschaftsgut" als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Wenn Ihnen ein Vorsteuerabzug zusteht, ist die Grenze von 400 Euro netto, also ohne Umsatzsteuer, zu verstehen. Sollten Sie z.B. ein Kleinunternehmer sein, welcher nicht zur Regelbesteuerung optiert hat, sind die 400 Euro der Bruttoverkaufspreis.

Beispiel

Ein vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer schafft für sein Büro folgende Gegenstände an: Organizer 400 Euro, Scanner 250 Euro, Drucker 360 Euro (Nettopreise). Die Kosten sämtlicher Wirtschaftsgüter stellen sofort in voller Höhe Betriebsausgaben dar. Würde der Preis des Organizers 401 Euro (netto) betragen, so wären seine Anschaffungskosten nur über die Nutzungsdauer verteilt abzusetzen.

Hinweis

Wird zwischen 1. März 2015 und 31. März 2017 entsprechend der ab 2016 zum Tragen kommenden Verpflichtung ein elektronisches Aufzeichnungssystem (Registrierkasse, elektronisches Kassensystem) angeschafft oder ein schon bestehendes System umgerüstet, können die Anschaffungs- oder Umrüstungskosten ungeachtet ihrer Höhe sofort abgeschrieben werden. Zusätzlich kann eine Prämie von 200 Euro pro angeschaffter Registrierkasse beansprucht werden. Im Falle eines elektronischen Kassensystems beträgt die Prämie 30 Euro pro Eingabestation, zumindest aber 200 Euro pro Kassensystem. Der Antrag ist mit dem Formular E 108c zu stellen. Die Prämie wird auf dem Abgabenkonto gutgeschrieben. 

Bitte beachten Sie

Bei buchführenden Unternehmerinnen und Unternehmern hat die Sofortabschreibung im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung zu erfolgen, bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern ist das Jahr der Bezahlung maßgeblich.

Stand: 26.02.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen