Anrechnung von Lohnsteuer und Einkommensteuervorauszahlungen

Hier erfahren Sie wie die Lohnsteuer/Kapitalertragsteuer/Immobilienertragsteuer und Einkommensteuervorauszahlungen im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt werden.

Sind in Ihrem Einkommen neben Einkünften als Unternehmerin oder Unternehmer auch Einkünfte aus einem Dienstverhältnis enthalten, wird von der Einkommensteuer die einbehaltene Lohnsteuer abgezogen, da diese nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer darstellt.

Die von Ihnen in Höhe der voraussichtlichen Einkommensteuer geleisteten Vorauszahlungen sind ebenfalls anzurechnen.

Die Kapitalertragsteuer (KESt), welche Banken oder Kapitalgesellschaften vor der Auszahlung der Kapitalerträge oder die Depotbank von Substanzgewinnen einbehalten, gilt grundsätzlich ebenfalls als besondere Erhebungsform der Einkommensteuer. Da die Kapitalerträge mit dem KESt-Abzug im Regelfall endbesteuert sind, brauchen derartige endbesteuerte Kapitalerträge (zB Sparbuchzinsen) in eine Veranlagung nicht einbezogen werden. Sie können aber freiwillig veranlagt werden; in diesem Fall wird die KESt auf die Einkommensteuer angerechnet. Gleiches gilt für die Immobilienertragsteuer (ImmoESt) aus privaten Grundstücksveräußerungen.

Betriebliche Substanzgewinne (zB aus dem Verkauf von betrieblichen Aktien) und betriebliche Grundstücksveräußerungen sind hingegen stets in die Steuererklärung aufzunehmen, die vorerhobene KESt oder ImmoESt bewirkt keine Abgeltungswirkung. Die entsprechenden Gewinne unterliegen aber auch im Rahmen der Veranlagung grundsätzlich dem besonderen Steuersatz. Dieser beträgt im Fall der betrieblichen Substanzgewinne 27,5 Prozent und im Fall der betrieblichen Grundstücksveräußerung 30 Prozent. Es kommt daher durch die Anrechnung der Abzugssteuern grundsätzlich nicht zu einer Mehrsteuer kommt.

Einkommensteuervorauszahlungen

Lohnsteuerpflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bekommen den Nettobezug ausbezahlt. Die Lohnsteuer behält die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung ein und führt sie an das Finanzamt ab. Um Unternehmerinnen/Unternehmer, die keinem Steuerabzug unterliegen und nach Ablauf des Jahres veranlagt werden, nicht gegenüber Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer zu begünstigen, müssen auch sie während des Jahres auf die voraussichtliche Einkommensteuerschuld Vorauszahlungen leisten (§ 45 Abs. 1 EStG).

Die Vorauszahlungen sind vierteljährlich am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November (§ 45 Abs. 2 EStG) zu entrichten. An die maßgeblichen Beträge der Vorauszahlungen zur Einkommen- und Körperschaftsteuer werden Sie mittels einer etwa ein Monat vor Fälligkeit erstellten Benachrichtigung erinnert.

Antrag auf Herabsetzung der Einkommensteuervorauszahlungen

Der 30. September ist ein wichtiger Tag im Steuerkalender. Bis zu diesem Tag können Personen laufenden Vorauszahlungen mittels Herabsetzungsantrag neu festsetzen lassen. Und zwar, wenn die bisherigen quartalsweisen Vorauszahlungen zu hoch angesetzt sind. Alles was Sie machen müssen, ist einen Herabsetzungsantrag einzubringen.

Wie macht man das?

Am schnellsten geht’s über FinanzOnline unter „Eingaben – Anträge – Vorauszahlungen“. Oder Sie schreiben einen Brief ans Finanzamt. Wichtig: Bitte geben Sie an, welche Höhe an Vorauszahlungen für das neue Jahr aus Ihrer Sicht richtig ist. Die Herabsetzung müssen Sie begründen. Entweder mit einer Prognoserechnung oder Sie geben Gründe an, warum Ihr Einkommen im kommenden Jahr geringer sein wird.

Stand: 01.01.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen