Fin Tech Beirat nimmt Arbeit auf

Erfahren Sie hier mehr über Zusammensetzung und Aufgaben des neu gegründeten FinTech Beirats im BMF

Die Digitalisierung des Finanzbereichs, die unter dem Kürzel FinTech zusammengefasst wird, ist bereits länger in Österreich angekommen. Das Angebot an Finanzprodukten wird jeden Tag größer und die Nachfrage der Konsumenten und Anleger verändert sich. Gerade in den Bereichen Rechtssicherheit und Anlegerschutz zeigen sich neue Herausforderungen, denen proaktiv begegnet werden muss.

Der von Finanzminister Hartwig Löger eingesetzte FinTech Beirat soll daher künftige Spielregeln festlegen, um den noch jungen Finanzmarkt rund um digitalisierte Finanzdienstleistungen sowie Kryptowährungen in seiner Entwicklung zu unterstützen und gleichzeitig in Bahnen zu lenken.

Das Gremium besteht aus Experten aus Recht und Praxis und wird vom Finanzminister eingesetzt, um sinnvolle Regulierungsansätze zu entwickeln. 

Mitglieder des FinTech Beirats:

  • Andreas Bockelmann (Uniqa)
  • Andreas Kern (Wikifolio)
  • Chris Miess (Iconic)
  • Gerda Holzinger-Burgstaller (Erste Group)
  • Hannes Cizek (Raiffeisen Bank International)
  • Matthias Bauer (Financial Conduct Authority UK)
  • Patrick Pöschl (Fintech Austria)
  • Roland Gröll (Vienna Insurance Group)
  • Shermin Voshmgir (Wirtschaftsuniversität Wien)
  • Stefan Klestil (Speedinvest)
  • Ursula Rath (Schönherr Rechtsanwälte) 

Aus dem Dialog und den Vorschlägen des FinTech Beirats sollen wachstumsfördernde Regulierungen abgeleitet sowie eine zeitnahe Implementierung dieser Maßnahmen festgelegt werden. Geplant ist, dass der Beirat im Zeitraum von zwei Monaten zusammentrifft. Je nach Themengebiet werden in Zukunft auch weitere Teilnehmer hinzukommen. 

Bereits im Februar hatte Finanzminister Löger seine Schwerpunkte für nationale Maßnahmen in Zusammenhang mit FinTechs präsentiert. Zunächst will Österreichs Finanzminister Kryptowährungen künftig ähnlich wie den Handel von Gold und Derivaten behandeln. Darüber hinaus soll ein Rechtsrahmen bei der Unternehmensfinanzierung durch die Ausgabe von Kryptowährungen geschaffen werden. Hierbei wäre ein digitales Prospektrecht, das der Genehmigung durch die Aufsicht unterworfen ist, angedacht. Bei Missbrauch plädierte Löger von Beginn an für strenge Strafen.

Und auch, wenn es um die Änderungen der 4. Europäischen Geldwäscherichtlinie geht, bringt Löger Österreich mit seinen Ideen auf Linie: „Im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierungsrisiko nimmt die Bedeutung der Kryptowährungen deutlich zu. Alleine hier ergibt sich ein wichtiger Anknüpfungspunkt für unsere Unterstützung für eine Änderung“, sagte Löger. Insbesondere sollen Financial Intelligence Units (im Fall Österreichs die Geldwäschemeldestelle des Bundeskriminalamts) damit die Eigentümer von virtuellen Währungen identifizieren können. 

Insgesamt setzt Löger auf Wachstum über Regulierung: „Der digitale Finanzsektor soll nicht zum Regulierungsdschungel werden, sondern neue Perspektiven bekommen. Wir müssen einen Rechtsrahmen festlegen, um diesen jungen Markt in seiner Entwicklung zu unterstützen.“ 

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