Möglichkeiten zur Verlustverwertung

Hier erfahren Sie, wie Sie Verluste verwerten können.

Verluste aus einer steuerlich relevanten Betätigung sind grundsätzlich zu berücksichtigen. Keine solche Tätigkeit stellt eine so genannte "Liebhaberei" dar. Unter Liebhaberei versteht man Betätigungen, die nicht darauf ausgerichtet sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes ein positives Gesamtergebnis zu erbringen. Verluste aus einer derartigen Liebhaberei sind steuerlich unbeachtlich (nicht ausgleichsfähig).

Verlustausgleich

Im Regelfall können Verluste mit anderen positiven Einkünften desselben Jahres verrechnet werden. Man spricht daher von einem "Verlustausgleich". Das EStG sieht jedoch Verlustausgleichsbeschränkungen vor. Beispielsweise können bestimmte, in der Regel modellhaft aufgrund einer Verlustbeteiligung, entstandene negative Einkünfte vorläufig nicht mit anderen positiven Einkünften ausgeglichen werden, sondern erst mit zukünftigen Gewinnen bzw. Überschüssen aus der gleichen Einkunftsquelle (§ 2 Abs. 2a EStG). Verluste aus privaten Grundstücksveräußerungen können nur mit Überschüssen aus anderen privaten Grundstücksveräußerungen ausgeglichen werden. 

Verlustvortrag (Verlustabzug)

Können bei den ersten drei (= betrieblichen) Einkunftsarten angefallene Verluste nicht mit ausreichend positiven Einkünften im gleichen Jahr ausgeglichen werden, so können sie "vorgetragen", das heißt in Folgejahren als Sonderausgaben abgezogen werden (§ 18 Abs. 6 EStG). Diese Art der Verlustverwertung nennt man "Verlustvortrag" bzw. "Verlustabzug".
Bilanzierer können ihre Verluste zeitlich unbegrenzt vortragen. Voraussetzung ist, dass die Verluste durch eine ordnungsmäßige doppelte Buchhaltung ermittelt worden sind. 

Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern ist der Verlustvortrag (Verlustabzug) hingegen bis 2015 zeitlich begrenzt auf drei Jahre (§ 18 Abs. 7 EStG). Der Verlust 2012 kann daher letztmals bei der Veranlagung 2015 abgezogen werden. Bei der Veranlagung 2015 können daneben auch noch die noch nicht verwerteten Verluste 2013 und 2014 abgezogen werden, aber nicht mehr der Verlust aus 2011 und den Vorjahren. Ab der Veranlagung 2016 ist die Begrenzung für alle Verluste entfallen, die nach der Dreijahresregel ins Jahr 2016 hineinreichen. Daher können Verluste ab 2013 bereits unbegrenzt vorgetragen werden. Um zum steuerpflichtigen Einkommen zu gelangen, sind vom Gesamtbetrag der Einkünfte noch die Sonderausgaben und Außergewöhnlichen Belastungen abzuziehen.  

Verluste aus Überschusseinkünften (zB aus Vermietung und Verpachtung), denen im gleichen Jahr keine entsprechenden Gewinne oder Überschüsse gegenüberstehen, können nicht vorgetragen werden.