Kapitalmarktunion

Mit der Kapitalmarktunion soll die in der Europäischen Union traditionell bankbasierte Finanzierung durch weitere Finanzierungsquellen ergänzt werden. Insgesamt sollen durch die Kapitalmarktunion positive Impulse für Wachstum und Beschäftigung in der Europäischen Union entstehen.

Am 30. September 2015 hat die Europäische Kommission (EK) ihren Aktionsplan zur Schaffung einer Kapitalmarktunion vorgelegt. In weiterer Folge veröffentlicht die EK quartalsweise Fortschrittsberichte.

Die 33 Maßnahmen der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Kapitalmarktunion (Capital Markets Union, CMU) umfassen Initiativen in den unterschiedlichsten Rechtsbereichen (unter anderem: Finanzmarktaufsicht, Steuer- und Insolvenzrecht, Rechnungslegung) und sollen zu folgendem beitragen: 

  • Leichterer Zugang zu Finanzierungsmitteln zur Verbesserung der Liquidität- und Eigenkapitalausstattung von Start-ups und sonstigen Unternehmen, EU-Investitions- und Innovationsvorhaben.
  • Effektives Funktionieren der Finanz- und Kapitalmärkte zur Verbreiterung des Angebots an geeigneten Finanzierungsmitteln zur Verbesserung der Finanzierung der Wirtschaft.
  • Stärkere Integration der Finanz- und Kapitalmärkte im Binnenmarkt zur Sicherstellung, dass Finanzmittel auch leichter grenzüberschreitend zur Verfügung gestellt werden. 
  • Breitere Anlagemöglichkeiten für Sparer und Wahlmöglichkeiten für Konsumenten.
  • Verbesserung der Rechtssicherheit und Eliminierung von Doppelgleisigkeiten zur Vermeidung unnötiger Verwaltungskosten.
  • Förderungen von Investitionen in langfristige Infrastruktur- und nachhaltige Investitionsprojekte zur Umsetzung von Impulsen für Wachstum und Beschäftigung.

Neue Legislativvorschläge

Am 25. November 2021 hat die Europäische Kommission ein Maßnahmenpaket veröffentlicht, um die Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten von Unternehmen in der gesamten EU zu verbessern und dafür zu sorgen, dass Europäerinnen und Europäer ihre Ersparnisse und Investitionen bestmöglich nutzen können.

Es wurden vier Legislativvorschläge veröffentlicht, die nunmehr in einer Ratsarbeitsgruppe und mit den Europäischen Parlament verhandelt werden:

  • Der einheitliche europäische Zugangspunkt (European Single Access PointESAP: Der ESAP soll eine zentrale Anlaufstelle für öffentliche Finanz- und nachhaltigkeitsbezogene
    Informationen über EU-Unternehmen und EU-Anlageprodukte werden.
  • Überarbeitung der Verordnung über europäische langfristige Investmentfonds (ELTIF): Die Attraktivität europäischer langfristiger Investmentfonds soll für Anleger erhöht und ihre Rolle als ergänzende Finanzierungsquelle für EU-Unternehmen gestärkt werden.
  • Überarbeitung der Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFMD): Die Effizienz und Integration des Marktes für alternative
    Investmentfonds soll verbessert werden.
  • Überarbeitung der Verordnung über Märkte für Finanzinstrumente (MiFIR): Anpassungen der EU-Handelsregeln sollen für mehr Transparenz auf
    den Kapitalmärkten sorgen
Letzte Aktualisierung: 27. Jänner 2021