Langfristige Budgetprognose (Klimamodul)
Die langfristige Budgetprognose ist ein Bericht der Bundesregierung. Gemäß § 15 Abs. 2 BHG 2013 hat der Bundesminister für Finanzen alle drei Jahre eine hinreichend begründete, nachvollziehbare, langfristige Budgetprognose für einen Zeitraum von mindestens 30 Finanzjahren zu erstellen.
Die Entwicklungen im Klimabereich haben maßgeblichen Einfluss auf die fiskalischen Entwicklungen, die in der langfristigen Budgetprognose betrachtet werden. Die Modellierung von Treibhausgas- und Energie-Szenarien sowie klimarelevante Kosten und Risiken sind seit 2022 fixer Bestandteil der Prognose.
Aktuelle Ergebnisse aus der Langfristigen Budgetprognose 2025
Im Basisszenario sinken die Treibhausgas Emissionen kontinuierlich über die nächsten Jahrzehnte. Die THG Reduktion im Jahr 2030 gegenüber 2005 liegt im Basisszenario bei etwa 32,6%. Österreich nähert sich an das unionsrechtlich verbindliche 2030 Klimaziel an, kann dieses jedoch nicht erreichen. Im Basisszenario ergibt sich im ESR Bereich über Periode 2021-2030, ohne Berücksichtigung aller möglichen Flexibilitäten, eine kumulierte Lücke von rund 31,4 Mio. Tonnen CO₂e und mit Berücksichtigung der ETS-Flexibilität eine Lücke von rund 20 Mio. Tonnen CO₂e. Es sind daher weitere signifikante Emissionsreduktionen notwendig.
In einem im Einklang mit dem Regierungsprogramm stehenden Aktivitätsszenario zeigt sich, dass wirkungsorientiertes und effizientes Handeln in diesem Politikbereich die Schuldenquote weiter reduzieren kann. Im Aktivitätsszenario können Zertifikatsankäufe sowie volkswirtschaftliche Schäden, durch verstärkte Anpassungsmaßnahmen, signifikant reduziert werden. Ein gezielter Ausbau erneuerbarer Energien zeigt darüber hinaus inflationsdämpfende Wirkung. Zusätzliche Anstrengungen – darunter die Umsetzung europäischer Vorgaben und von klimapolitischen Prioritäten im Regierungsprogramm, gezielte ordnungspolitische Reformen sowie eine kosteneffektivere Ausrichtung von Förderinstrumenten – können die THG Emissionen weiter senken. Hinsichtlich der 2030 Ziele, kommt die Treibhausgasreduktion im Aktivitätsszenario im Jahr 2030 gegenüber 2005 bei etwa 36,4% zum Liegen. Österreich nähert sich damit weiter an das unionsrechtlich verbindliche 2030 Klimaziel an, kann dieses jedoch auch in diesem Szenario nicht erreichen.
Weitere Erkenntnisse
Zur langfristigen Reduktion des klimabedingten Budgetrisikos für den Staatshaushalt lassen sich auf Basis der Ergebnisse der langfristigen Budgetprognose zahlreiche Empfehlungen ableiten. So hätten zB. die Entwicklungen zum Ausbau erneuerbarer Energieträger, dem Aus- bzw. Umbau der Energienetzinfrastruktur (wie ua. Energiespeicher, Stromnetze, Abkehr von fossiler Infrastruktur), dem Aufbau von Innovationstechnologien (wie Tiefengeothermie, CCS und Wasserstoff), der Elektrifizierung des Verkehrs sowie entsprechende Maßnahmen im Bereich des ÖPNV und der aktiven Mobilität sowie gezielte Anpassungsmaßnahmen weiteres Potenzial, um das klimabedingte Budgetrisiko zu senken.
Hintergrund
Die aktuelle langfristige Budgetprognose des BMF, welche im Dezember 2025 veröffentlicht wurde, basiert auf Studien des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) und des Umweltbundesamtes (UBA). Die Prognose zeigt, wie sich demografische Trends etwa im Bereich Pensionen, Gesundheit oder Pflege und Aspekte des Klimawandels langfristig auf die öffentlichen Haushalte in Österreich bis ins Jahr 2060 auswirken. Zu beachten ist, dass die Projektionen für Demographie und Klimapolitik grundsätzlich von einer „no-policy-change“-Annahme ausgehen. Die Modellrechnungen stehen dabei unter der Annahme, dass die gegenwärtige Politik unverändert fortgeführt wird. Sie liefern somit eine Projektion des Status quo (Stichtag 13.05.2025; Vorlage des BFG 2025/2026 bzw. BFRG 2025-2028/2026-2029) und dienen als Frühwarnsystem, damit nötige Reformmaßnahmen vorausschauend diskutiert und eingeleitet werden können.
Dokumente
Langfristige Budgetprognose 2022 (PDF, 1 MB)
Langfristige Budgetprognose 2025 (PDF, 1 MB)