SEPA – der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum

Nach der erfolgreichen Einführung des Euro-Bargeldes wurde sukzessive auch der fragmentierte bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa vereinheitlicht. Seit 1. Februar 2014 stehen für alle bargeldlosen Zahlungen in Euro innerhalb Europas nur mehr die SEPA-Überweisung und die SEPA-Lastschrift zur Verfügung.

Was bedeutet SEPA?

Der Begriff SEPA (Single Euro Payments Area) steht für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, in dem nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden wird. Dieser umfasst neben den 28 EU-Mitgliedstaaten auch Island, Liechtenstein, Norwegen, SanMarino, Monaco und die Schweiz und damit über 522 Millionen Bürgerinnen und Bürger.

Einen wesentlichen Aspekt des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraumes stellen die für alle Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer identen SEPA-Formate für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen dar. 

Neben den einheitlichen technischen Standards ist auch der Rechtsrahmen für den Zahlungsverkehr EU-weit einheitlich geregelt. Die rechtliche Basis (Richtlinie über Zahlungsdienste, RL 2007/64/EG), welche in Österreich im Zahlungsdienstegesetz umgesetzt ist, wurde mit der Richtlinie (EU) 2015/2366 bereits neu gefasst. Die Umsetzung in nationales Recht hat bis 13. Jänner 2018 zu erfolgen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Welche Vorteile bringt SEPA?

Mit SEPA können bargeldlose Zahlungen in Euro innerhalb Europas

  • von einem einzigen Konto
  • genauso sicher, effizient und günstig wie bisher auf nationaler Ebene

durchgeführt werden.

Konsumentinnen und Konsumenten sowie Unternehmen können so ihren gesamten Euro-Zahlungsverkehr über ein Konto bei einem beliebigen Kreditinstitut im SEPA-Raum abwickeln. Dadurch ergeben sich wesentliche Kosteneinsparungspotentiale. Für Unternehmen bietet sich damit die Möglichkeit einer Konzentration der Zahlungsverkehrsabwicklung und einer Vereinfachung des Liquiditätsmanagements.

Was benötige ich für eine SEPA-Überweisung oder eine SEPA-Lastschrift?

Bei SEPA-Zahlungsaufträgen werden

  • IBAN (International Bank Account Number) und
  • BIC (Business Identifier Code)

verwendet.

Jede IBAN ist einzigartig und enthält eindeutige Informationen über das Land, in dem das Konto gehalten wird, das Kredit- bzw. Zahlungsinstitut sowie die Kontonummer.

Eine österreichische IBAN besteht aus 20 Stellen und ist folgendermaßen aufgebaut:

  • AT (ISO-Länderkennzeichen für Österreich),
  • 2 Prüfziffern,
  • 5-stellige Bankleitzahl,
  • 11-stellige Kontonummer (gegebenenfalls auf 11 Stellen durch vorangestellte Nullen ergänzt).

Das bedeutet, dass für den IBAN lediglich das Kürzel AT sowie die zwei Prüfziffern der bisherigen Bankleitzahl und Kontonummer voranzustellen sind. Die Prüfziffern dienen dazu, Fehlüberweisungen zu verhindern, da die Bank schon bei der Entgegennahme des Zahlungsauftrags überprüft, ob das Empfängerkonto wirklich existiert.

Bei nationalen Zahlungen und seit 1. Februar 2016 auch bei grenzüberschreitende Zahlungen ist die Angabe der IBAN der Empfängerin und des Empfängers ausreichend.

Wo finde ich IBAN und BIC?

Bankkundinnen und -kunden finden ihre IBAN und den BIC ihrer Hausbank auf ihren Kontoauszügen, ihren Konto- bzw. Bankomatkarten sowie dem Online-Banking-Portal ihrer Hausbank im Internet. IBAN und BIC sind auf allen Zahlungsverlangen (Rechnungen) bekannt zu geben. In der Regel werden IBAN und BIC bereits auf der der Rechnung beigefügten Zahlungsanweisung vorgedruckt sein. 

Weiterführende Informationen zu SEPA finden sich auch auf den Homepages der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) oder der Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr GmbH, (STUZZA).