Ablauforganisation der elektronischen Zollabfertigung (e-zoll)

Diese Information enthält die für die Wirtschaftsbeteiligten bedeutsamen Auszüge des Erlasses des BMF für die Ablauforganisation e-zoll. Die Arbeitsrichtlinie regelt die Ablauforganisation der elektronischen Zollabfertigung (e-zoll).
Sie dient der bundesweit einheitlichen Vorgangsweise bei der Verwaltung elektronisch übermittelter Zollanmeldungen und Mitteilungen, die Verhaltensweisen bei Fallback-Verfahren sowie der einheitlichen Durchführung von Warenkontrollen innerhalb und außerhalb der Öffnungszeiten der Zollstellen.

Inhaltsverzeichnis

1.1. Begriffsbestimmungen

Im Zusammenhang mit e-zoll bedeutet:

Normalverfahren: die Erfüllung der Zollförmlichkeiten (Gestellung und allfällige Kontrolle der Waren) am Amtsplatz des Zollamtes bzw. der Zollstelle.

Vereinfachtes Verfahren: die Erfüllung der Zollförmlichkeiten (Gestellung und allfällige Kontrolle der Waren) an einem zugelassenen Warenort.

Vereinfachtes Verfahren/Anmeldeverfahren: die Erfüllung der Zollförmlichkeiten an einem zugelassenen Warenort unter Abgabe von

  • vollständigen Zollanmeldungen,
  • unvollständigen Zollanmeldungen,
  • vereinfachten Anmeldungen,
  • Mitteilungen.

Predeclaration: eine (Zoll)Anmeldung, die vor Gestellung der Warensendung in der Einfuhr bzw. vor Bereitstellung die Waren zur Ausfuhr am zugelassenen Warenort abgegeben wird.

Vereinfachtes Verfahren/Anschreibeverfahren: die Erfüllung der Zollförmlichkeiten an einem zugelassenen Warenort unter Anwendung des Anschreibeverfahrens mit ergänzender Einzelanmeldung (Art. 76 Abs.1 Buchstabe c ZK), gegebenenfalls unter Befreiung von der Gestellungs- bzw. Mitteilungspflicht.

Zugelassener Warenort: jede, nicht zum Amtsplatz einer Zollstelle gehörige, von den Zollbehörden zugelassene Örtlichkeit, an der Waren gestellt, einem Zollverfahren oder einer sonstigen zollrechtlichen Bestimmung zugeführt werden können (§ 4 Abs. 2 Z 18 ZollR-DG).

Kontrolldienst:

  • die Wahrnehmung der Aufgaben des Kontroll-Managers sowie
  • die Durchführung von Datenkontrollen, Dokumentenkontrollen und
  • Warenkontrollen.

Transaktionsmonitor: ein Teil vom e-zoll System, mit welchem der Kontroll-Manager sämtliche elektronische Abfertigungsfälle überwacht und verwaltet.

Grunddatenverwaltung: die Erfassung, Aufbereitung und Aktualisierung von Stammdaten und Verfahrensdaten im System; die Betreuung erfolgt durch die Sachbearbeiter der Zoll- und Finanzämter bzw. das Competence Center "Kundenadministration".

Competence Center Kundenadministration: ist mit der Qualitätssicherung bei den Grunddaten betraut, dient außerdem als Helpdesk für die Zollämter im Zusammenhang mit e-Finanz.

Risikomanagement: die risikoorientierte Auswahl von Sendungen bzw. Waren für eine zielgerichtete Kontrolle zur qualitativen Verbesserung der Überwachung der ordnungsgemäßen Abwicklung der Zollverfahren sowie der Bekämpfung von Betrug und Unregelmäßigkeiten.

Triple C Austria: Competence Center mit der Funktion eines "First-Level-Helpdesk" zur technischen Unterstützung der Wirtschaftsbeteiligten, der Kundenteams und sonstiger Kunden.

Zoll Newsletter und e-zoll Newsletter: dient der Mitteilung von Neuerungen und Weitergabe von Informationen an die Bediensteten der Zollverwaltung und an die Wirtschaftsbeteiligten. Dieser kann kostenfrei abonniert werden. Die An- und Abmeldung für die BMF-Newsletter kann auf der Website des BMF vorgenommen werden https://service.bmf.gv.at/service/allg/feedback/_start.asp?FTyp=NEWSABO.

Fallback-Verfahren: im Falle eines Systemausfalls in der Zollverwaltung oder eines Systemausfalls des Wirtschaftsbeteiligten, findet ein Notfallverfahren zur ordnungsgemäßen Abwicklung des Verfahrens Anwendung (Fallback-Verfahren); Anmeldungen, Mitteilungen und Anträge, die im Fallback-Verfahren abgegeben werden, gelten als im Informatikverfahren abgegeben.

CRN (Customs Reference Number): eindeutige Registrierungsnummer für Zollanmeldungen; im Datenaustausch mit anderen Mitgliedstaaten auch als MRN (Movement Reference Number) bezeichnet.

FRN (Fallback Reference Number): die im Rahmen des Fallback-Verfahrens zu vergebende Registrierungsnummer.

Allgemeine Öffnungszeiten der Zollämter: : können über die Homepage des BMF unter „Ämter & Behörden – Zollämter“ abgefragt werden. Die telefonische Erreichbarkeit ist von Montag bis Donnerstag 07:30 Uhr bis 15:30 Uhr und am Freitag von 07:30 Uhr bis 12:00 Uhr.

Öffnungszeiten der Zollstellen: die gemäß § 10 Abs.1 ZollR-DG von den Zollämtern zu bestimmenden und durch Anschlag am Amtsplatz kundzumachenden Zeiten.

Abfertigungszeiten: jener Zeitraum, in dem der Kontrolldienst außerhalb der Rufbereitschaft vom jeweiligen Wirtschaftsraum verrichtet wird; die Abfertigungszeiten der Kundenteams werden bedarfsabhängig von den Öffnungszeiten der Zollämter/Zollstellen abweichen.

Abfertigungen außerhalb der Abfertigungszeiten sind von den Wirtschaftsbeteiligten dem zuständigen Zollamt innerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten der Zollämter zeitgerecht - an Werktagen von Montag bis Donnerstag bis spätestens 15:00 Uhr und Freitag bis spätestens 12:00 Uhr - anzukündigen. Dies gilt auch im Falle einer Predeclaration.

1.2. Kundenteams

Neben den abgabenrechtlich konzeptiven und operativen Aufgaben obliegen allen Kundenteams die im Zusammenhang mit der elektronischen Zollabfertigung stehenden Tätigkeiten der Zollbehörden.

1.3. Zugelassene Warenorte

Alle zollamtlichen Amtshandlungen sind, sofern sie nicht ihrer Natur nach nur außerhalb des Amtsplatzes stattfinden können, auf den Amtsplätzen der Zollstellen oder an zugelassenen Warenorten durchzuführen. Die Gestellung und Abfertigung von Waren an zugelassenen Warenorten im Rahmen des Informatikverfahrens ist gegen Vorankündigung (siehe Punkt 1.1. letzter Absatz) auch außerhalb der Abfertigungszeiten der Zollämter/Zollstellen, d.h. täglich 0.00 bis 24.00 Uhr, möglich.

1.3.1. Bewilligung von zugelassenen Warenort

Die Zollstellen bewilligen Wirtschaftsbeteiligten gemeinsam mit dem Informatikverfahren die Gestellung und Abfertigung von Waren an zugelassenen Warenorten, wenn:

  • Anmeldungen und Mitteilungen im Informatikverfahren abgegeben werden,
  • die notwendigen Einrichtungen zur Durchführung von Informatikverfahren und von Zollkontrollen vorhanden sind,
  • und die/der über die Örtlichkeit Verfügungsberechtigte Gewähr für die Einhaltung der Zollvorschriften bietet.

Für die Bewilligung des Informatikverfahrens sowie von zugelassenen Warenorten ist das Zollamt zuständig, in dessen Bereich der Wirtschaftsbeteiligte seinen normalen Wohnsitz oder Sitz hat. Bei der Bewilligung von zugelassenen Warenorten ist das für den Warenort zuständige Kundenteam einzubinden.

Die Mindestanforderungen für den zugelassenen Warenort sind:

  • Netzabdeckung für das Dienstmodem bzw. Internetzugang,
  • Telefaxgerät,
  • Infrastruktur zur Gewährleistung von effizienten Zollkontrollen (zB Waagen, Entladegeräte, Rampenanlagen, Beleuchtung, und dergleichen),
  • Anwesenheit von befugten Ansprechpersonen am Warenort, die die Erfüllung der Pflichten der Anmelderin/des Anmelders im Zeitpunkt der Durchführung von Warenkontrollen sicherstellen,
  • Zugang des Kontroll-Organs zum zugelassenen Warenort und zu den für die Durchführung von Kontrollen erforderlichen technischen Einrichtungen.

1.3.2. Abfertigungszeiten für zugelassene Warenorte sowie Kontaktadressen

Abfertigungen an zugelassenen Warenorten außerhalb der Öffnungszeiten sind dem zuständigen Zollamt an Werktagen bis zu der in nachstehender Tabelle angeführten Frist anzumelden.

Dies gilt auch für Pre-Declarations.

Die Anmeldung zu Abfertigungen außerhalb der Abfertigungszeit erfolgt mittels E-Mail bzw. Fax an die der Tabelle angeführten E-Mail Adressen.

Die Kontrollmanager der Zollämter sind nur für Abfertigungen mit erfolgter Voranmeldung unter den angeführten Telefonnummern erreichbar.

ZollamtAbfertigungszeiten zugelassene WarenorteAnmeldefristAnmeldung zu Abfertigungen außerhalb der Abfertigungszeit Telefonnummer Kontrollmanager
Zollamt WienMontag - Freitag: 05:00 - 20:00 Uhr15:00 UhrPost.RufbereitschaftZA1@bmf.gv.at+43 664 8304151
Zollamt St. Pölten Krems Wr. NeustadtMontag - Freitag: 05:00 - 20:00 Uhr15:00 Uhr

Post.RufbereitschaftZA2@bmf.gv.at

E-Fax: +43 2742 212 5962111

+43 50233 562500
Zollamt Eisenstadt Flughafen WienMontag - Freitag: 00:00 - 24:00 Uhr- - -- - -- - -
Zollamt Klagenfurt Villach

Montag - Freitag: 06:00 - 22:00 Uhr

Samstag: 06:00 - 14:00 Uhr

15:00 UhrPost.RufbereitschaftZA4@bmf.gv.at+43 50233 564101
Zollamt Linz Wels

Montag - Freitag: 00:00 - 24:00 Uhr
(24.12. und 31.12.: 12:00 - 24.00 Uhr)

Samstag: 00:00 - 12:00 Uhr

18:00 UhrPost.RufbereitschaftZA5@bmf.gv.at+43 50233 565507
Zollamt Salzburg

Montag - Freitag: 06:00 - 22:00 Uhr

Samstag: 06:00 - 10:00 Uhr

15:00 UhrPost.RufbereitschaftZA6@bmf.gv.at+43 50233

ATA 566101
ATB 566102
ATC 566103
ATD 566104

Zollamt GrazMontag - Sonntag: 06:00 - 24:00 Uhr15:00 UhrPost.RufbereitschaftZA7@bmf.gv.at+43 50233

ATA 567101
ATB 567102
ATD 567104
ATE 567105
ATF 567106

Zollamt InnsbruckMontag - Freitag: 04:30 - 20:00 Uhr15:00 UhrPost.RufbereitschaftZA8@bmf.gv.at

+43 50233
ATA: 568101
ATB: 568102
ATC: 568103
ATD: 568104
ATE: 568105

Zollamt Feldkirch WolfurtMontag 06:00 Uhr - Samstag 06:00 Uhr15:00 UhrPost.RufbereitschaftZA9@bmf.gv.at+43 664 825 85 09

1.4. Dienstplanung

Der Geschäftsleitung des Zollamtes obliegt die Festlegung der Rahmenbedingungen für die Dienstplangestaltung im Wirtschaftsraum unter Berücksichtigung der Grundsätze der Serviceorientiertheit, Sparsamkeit, Flexibilität und Effizienz.

1.4.1. Dienstplanung im Wirtschaftsraum

Bei der Dienstplanung wird sichergestellt, dass die Verfügbarkeit an Kontroll-Managern und Kontroll-Organen täglich von 0.00 bis 24.00 Uhr in der erforderlichen Anzahl gegeben ist.

1.4.2. Kontroll-Manager außerhalb der Abfertigungszeiten

Zur Wahrnehmung der Aufgaben des Kontroll-Managers außerhalb der Abfertigungszeiten wird vom Zollamt im Falle von zeitgerecht vorangemeldeten Abfertigungen ein Kontroll-Manager eingeteilt.

1.4.3. Rufbereitschaft des Kontroll-Managers

Zur Durchführung von Warenkontrollen außerhalb der Abfertigungszeiten richtet das Zollamt gemäß § 50 Abs. 3 BDG eine Rufbereitschaft ein.

1.4.4. Aufgaben des Kontroll-Managers außerhalb der Abfertigungszeiten

Der Kontroll-Manager bearbeitet alle am Transaktionsmonitor aufscheinenden Zollanmeldungen und beauftragt gegebenenfalls unmittelbar ein in Rufbereitschaft befindliches Kontroll-Organ mit der Vornahme einer Warenkontrolle

1.4.5. Kontrollentscheidungen durch den Kontroll-Manager

Folgende Kontrollentscheidungen sind möglich:

  • System schlägt keine Kontrolle vor (grün); der Kontroll-Manager entscheidet sich für die sofortige Entladeerlaubnis bzw. sofortige Freigabe (im Versandverfahren) der Waren oder lässt die elektronische Zeitüberwachung ohne weitere Maßnahmen ablaufen (negative Kontrollentscheidung). Im Regelfall soll eine negative Kontrollentscheidung nicht durch Zeitablauf herbeigeführt werden.
  • System schlägt keine Kontrolle vor (grün); der Kontroll-Manager entscheidet sich für die Durchführung einer Kontrolle (positive Kontrollentscheidung)
  • System schlägt eine Kontrolle vor (rot); der Kontroll-Manager entscheidet sich für die Durchführung einer Kontrolle (positive Kontrollentscheidung)
  • System schlägt eine Kontrolle vor (rot); der Kontroll-Manager entscheidet sich gegen die Durchführung einer Kontrolle (negative Kontrollentscheidung; Begründung im System erforderlich)

Dokumentenanforderung: Für eine Kontrollentscheidung bzw. für eine Dokumentenkontrolle können vom Kontroll-Manger zusätzlich Unterlagen elektronisch angefordert werden, die in elektronischer Form an das e-zoll System zu übermitteln sind und in e-zoll zur betreffenden Zollanmeldung abgespeichert werden.

Solange nicht alle angeforderten Unterlagen zur Zollanmeldung abgespeichert sind, erfolgt keine Überlassung der Waren.

Der Kontroll-Manager hat die Kontrollentscheidung im System zu vermerken. Darüber hinaus sind im Fall einer Kontrolle auch der Name, der mit der Kontrolle betrauten Person, und dessen voraussichtliche Ankunftszeit am zugelassenen Warenort zu dokumentieren.

1.5. Fallback-Verfahren

Bei Störungen des Zollsystems oder des Systems des Wirtschaftsbeteiligten, die einen ordnungsgemäßen Nachrichtenaustausch nicht zulassen, ist das Fallback-Verfahren anzuwenden. In diesem Fall hat die Übermittlung der Anmeldungen oder Mitteilungen an das für den Warenort/Amtsplatz zuständige Zollamt entweder

  • durch direkte Vorlage beim zuständigen Kundenteam bzw. Kontrollmanager/Kontrollorgan, oder
  • mittels Telefax, oder
  • mit E-Mail

zu erfolgen.

Die Zollämter bzw. die Kontroll-Manager haben in Ansehung der wirtschaftlichen Bedeutung einer zeitnahen Durchführung der Zollabwicklung dafür Sorge zu tragen, dass das Fallback-Verfahren unverzüglich und mit größtmöglicher Effizienz abgewickelt wird.

Es liegt im Ermessen des Zollamtes, für die Abwicklung und die Dauer des Notfallverfahrens ein Kontrollorgan zu einem Warenort mit hohem Abfertigungsaufkommen abzustellen (keine Kostenpflicht)

1.5.1 Vergabe der Fallback Referenz Nummer (FRN)

Für die Abwicklung des Fallback-Verfahrens ist für die Registrierung der Zollanmeldungen eine Fallback-Reference-Number (FRN) zu verwenden, welche durch den Anmelder selbst zu vergeben und zu verwalten ist.

Nur für Zollanmeldungen am Amtsplatz, die auch bei Funktionieren von e-zoll papiermäßig abgegeben werden, wird eine FRN vom Zollamt vergeben.

Die FRN ist eine 18-stellige alphanumerische Nummer und hat folgenden Aufbau:

  • Pos. 1: F für „Fallback
  • Pos. 2+3: Zehner und Einer Stelle des Jahres (zB14“ für 2014)
  • Pos. 4+5: AT – Länderkennzahl (zBAT“ für Österreich)
  • Pos. 6+11: letzten 6 Stellen der EORI-Nr. des Anmelders (zB012345“ für EORI ATEOS1000012345)
  • Pos. 12: ein Buchstabe in Großschreibung (zBA“)
  • Pos. 13-18: 6-stellige laufende Nummer je Jahr mit „1“ beginnend

Beispiel: F14AT012345A000001

Alle Unterlagen zu den Fallback-Fällen sind vom Anmelder/Vertreter mit der betreffenden FRN zu kennzeichnen, in chronologischer Reihenfolge abzulegen und für allfällige Kontrollen durch die Zollbehörde zur Verfügung zu halten.

1.5.2 Bekanntgabe bzw. Beendigung des Fallback-Verfahrens bei Systemausfall in der Zollverwaltung

1.5.2.1. Beginn des Fallback-Verfahrens bei Systemausfall in der Zollverwaltung

Bei Ausfällen des Zollsystems wird das Webservice durch das BRZ abgeschaltet, sodass der Anmelder den Fehlercode „99018“erhält. Zudem wird die Anwendung des Fallback-Verfahrens vom Triple-C Austria bekanntgegeben. Die Ausrufung des Fallback-Verfahrens erfolgt mittels BMF-Newsletter, welcher kostenfrei abonniert werden kann.

Hinweis:
Die Anmeldung für den BMF-Newsletter kann unter nachstehender Adresse vorgenommen werden: https://service.bmf.gv.at/service/allg/feedback/_start.asp?FTyp=NEWSABO

1.5.2.2. Beendigung des Fallback-Verfahrens bei Systemausfall in der Zollverwaltung

Die Beendigung des Fallback-Verfahrens wird wiederum mittels BMF-Newsletter bekanntgegeben. Ebenso gilt das Notfallverfahren zu dem im BMF-Newsletter über das Ende von Wartungsarbeiten bekannt gegebenen Zeitpunkt als beendet.

1.5.2.3. Beginn und Beendigung des Fallback-Verfahrens bei lokalem Systemausfall in der Zollverwaltung

Bei lokalem Systemausfall der Zollverwaltung werden die Anwendung und die Beendigung des Fallback-Verfahrens vom betroffenen Zollamt den jeweiligen Wirtschaftsbeteiligten bekanntgegeben.

1.5.3. Anwendung des Fallback-Verfahrens bei Systemausfall des Wirtschaftsbeteiligten

Der Beginn und die Beendigung der Anwendung des Fallback-Verfahrens ist der Zollbehörde unter Verwendung der Vordrucke laut Muster in der Anlage 3 bzw. Anlage 4 der Arbeitsrichtlinie ZK-0612 mittels Telefax oder E-Mail mitzuteilen.

1.5.3.1. bundesweiter Systemausfall des Wirtschaftsbeteiligten innerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten

In diesem Fall ergeht die Mitteilung über Beginn und Ende des Notfallverfahrens an das Zollamt bzw. Kundenteam, welches die Bewilligung zum Informatikverfahren (e-zoll Bewilligung) erteilt hat.

Die Mitteilung über den Beginn wird vom Kundenteam bestätigt und unverzüglich an den Wirtschaftsbeteiligten zurückgeschickt.

Zusätzlich werden vom Kundenteam alle für die betroffenen Warenorte zuständigen Zollämter und das Triple-C-Austria mittels E-Mail-Verständigung informiert.

1.5.3.2. lokaler Systemausfall des Wirtschaftsbeteiligten sowie bei Systemausfall außerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten

Die Mitteilung über Beginn und Ende des Notfallverfahrens ist dem zuständigen Kundenteam (Kontrollmanager) zu übermitteln, an welches die erste im Fallback-Verfahren abzugebende Zollanmeldung übermittelt werden soll.

Vom Kundenteam wird die Mitteilung über den Beginn bestätigt und unverzüglich an den Wirtschaftsbeteiligten zurückgeschickt.

Die zollamtlich bestätigte Mitteilung zum Fallback-Verfahren ist gemeinsam mit der ersten Zollanmeldung im Fallback-Verfahren vorzulegen bzw. zu übermitteln.

Ist eine Mitteilung des Beginns bzw. Ende des Notfallverfahrens mittels Telefax oder E-Mail nicht möglich, so kann in diesen Fällen die Mitteilung auch telefonisch erfolgen.

Sollte bei Systemausfall des Wirtschaftsbeteiligten die Mitteilung über den Beginn des Fallback-Verfahrens nur telefonisch möglich sein, ist vom Bediensteten unter Verwendung der Vorlage laut Arbeitsrichtlinie ZK-0612 ein Aktenvermerk zu erstellen und an die betroffenen Zollämter bzw. an das bewilligungserteilende Zollamt weiterzuleiten.

1.6. Abwicklung

Für jeden Abfertigungsfall hat der Wirtschaftsbeteiligte eine Zollanmeldung an das für den betreffenden Warenort zuständige Kundenteam mittels Telefax (einschließlich eines Deckblattes) oder E-Mail zu übermitteln oder auch unmittelbar beim Zollamt vorzulegen. Diese Zollanmeldung hat bereits eine Fallback-Reference-Number (FRN) zu enthalten. Im Versandverfahren, bei der Bestimmung, kann dies auch eine ausländische FRN sein

Als Zeitpunkt der Abgabe der Zollanmeldung gilt

  • der Zeitpunkt der Vorlage beim Zollamt, oder
  • der auf der Telefaxbestätigung vermerkte Zeit- und Datumsausdruck, oder
  • der Übermittlungszeitpunkt des E-Mails.

Für Zollanmeldungen, die im Notfallverfahren direkt vorgelegt oder mittels Telefax übermittelt werden, ist jedenfalls die Freigabe durch das zuständige Zollamt/Kundenteam abzuwarten.

Bei Übermittlung der Zollanmeldungen mittels E-Mail sind abhängig davon, ob das Fallback-Verfahren aufgrund eines Systemausfalls bei der Zollverwaltung oder beim Wirtschaftsbeteiligten erfolgt, nachstehende unterschiedliche Vorgangsweisen zu beachten:

1.6.1. Kontrollentscheidung bei Ausfall des Systems der Zollverwaltung

Ergeht keine Mitteilung über eine allfällige Kontrolle, so gelten die Waren der betreffenden Zollanmeldung nach Ablauf von 30 Minuten in der Einfuhr bzw. von 15 Minuten in der Ausfuhr ab der E-Mail-Übermittlung als überlassen.

1.6.2. Kontrollentscheidung bei Ausfall des Systems eines Wirtschaftsbeteiligten

Bei Ausfall des Systems eines Wirtschaftsbeteiligten ist das Fallback-Verfahren auf "dessen Antrag" vom Zollamt bzw. vom zuständigen Kundenteam anzuwenden.

Bei der E-Mail-Übermittlung der Zollanmeldungen durch Anmelder, die nicht AEOC/F sind, ist die Überlassung durch den Kontrollmanager oder durch das Kontrollorgan abzuwarten.

Bei Anmeldern, die AEOC/F sind, gelten die betreffenden Waren nach Ablauf von 30 Minuten in der Einfuhr und jeweils 15 Minuten im Versand-Bestimmung für Ankunftsanzeige/ Kontrollergebnis bzw. von 15 Minuten in der Ausfuhr, sofern keine Bestätigung der Ausfuhrpapiere erforderlich ist, nach erfolgter E-Mail-Übermittlung als überlassen.

1.6.3. Fallback-Kontakte der Zollämter bzw. Kundenteams

Zollamt Fallback-Mail-AdresseFallback-Fax-Adresse
Wien Post.FallbackZA1@bmf.gv.at 07.00 bis 17.00 Uhr - siehe Kundenteam
außerhalb der Öffnungszeiten - +43 50233 5961110
St. Pölten Krems Wiener Neustadt Post.FallbackZA2@bmf.gv.at05:00 bis 07:30 Uhr - +43 50233 5962110
07:30 bis 15:30 Uhr - siehe Kundenteam
15:30 bis 20:00 Uhr - +43 50233 5962110
Eisenstadt Flughafen WienPost.FallbackZA3@bmf.gv.atsiehe Kundenteam;
außerhalb der Öffnungszeiten - 01 7007
32679 (ATD, ATE, ATI, ATJ, ATK)
Klagenfurt Villach Post.FallbackZA4@bmf.gv.atsiehe Kundenteam
Linz WelsPost.FallbackZA5@bmf.gv.at07:30 bis 15:30 Uhr - siehe Kundenteam
außerhalb der angeführten Öffnungszeiten - +43 50233 5965110
Salzburg Post.FallbackZA6@bmf.gv.atMo – Fr 07:00 – 17:00 Uhr siehe Kundenteam
außerhalb der angeführten Öffnungszeiten +43 50233 5966110
GrazPost.FallbackZA7@bmf.gv.atsiehe Kundenteam
außerhalb der Öffnungszeiten - 01 51433 5967110
Innsbruck Post.FallbackZA8@bmf.gv.at+43 50233 5968110
Feldkirch Wolfurt Post.FallbackZA9@bmf.gv.at08:00 bis 16.00 Uhr - siehe Kundenteam
außerhalb der Öffnungszeiten - +43 50233 5969110

Fallback-Faxadressen - Kundenteams

Zollamt Kundenteams WienSt. Pölten Krems
Wiener Neustadt
Eisenstadt
Flughafen Wien
Klagenfurt Villach
ATA+43 50233 5961001
+43 50233 5962001
01 7007 33095+43 50233 5964001
ATB+43 50233 5961002+43 50233 596200201 7007 33095
ATC+43 50233 5961003+43 50233 596200301 7007 33095+43 50233 5964003
ATD+43 50233 5961004+43 50233 596200401 7007 32380+43 50233 5964004
ATE+43 50233 5961005+43 50233 596200501 7007 32380
ATF+43 50233 5961006+43 50233 596200601 7007 33569
ATG +43 50233 596200701 7007 33569
ATH 01 7007 33095
ATI 02235 43688
ATJ +43 50233 5963010
ATK 03325 6612
(für GS & JE),
03364 2693
(für OP, OW & HB)
Zollamt KundenteamsLinz WelsSalzburgGrazFeldkirch Wolfurt
ATA+43 50233 5965001+43 50233 5966001
bei IT Ausfall Fax 0662 422565
+43 50233 5967001+43 50233 5969001
ATB+43 50233 5965002+43 50233 5966002
bei IT Ausfall
Fax 0662 852212
(Flughafen RV)
oder Fax 0662 826912 (Flughafen GV)
+43 50233 5967002+43 50233 5969002
ATC+43 50233 5965003+43 50233 5966003
bei IT Ausfall
Fax 0662 854665
 +43 50233 5969003
ATD+43 50233 5965004+43 50233 5966004
bei IT Ausfall
Fax 0662 871259
+43 50233  5969004
ATE+43 50233 5965005 +43 50233  5969005
ATF+43 50233 5965006 +43 50233 5969006
ATG+43 50233 5965007  +43 50233 5969007
ATH+43 50233 5965008  +43 50233 5969008
ATI   +43 50233 5969009

1.6.4 Nachübermittlung der Anmeldungen

Bei Wiederverfügbarkeit des e-zoll Systems sind vom Anmelder die im Fallback-Verfahren abgegebenen Zollanmeldungen unverzüglich elektronisch an die Zollbehörde zu übermitteln.

Bei der Aus- bzw. Einfuhr hat die Übermittlung der nachträglich im System zu erfassenden Anmeldungen jeweils mit einer eigenen Nachricht EX430 (Ausfuhr) bzw. IM530 (Einfuhr) – mit der FRN als Bezug zur Fallbackanmeldung - zu erfolgen.

Bei Versand-Bestimmung sind für die nachträgliche Übermittlung die entsprechenden NCTS-Nachrichten zu verwenden.

TR200 (Ankunftsanzeige), TR201 (Fehlermeldung – Ankunftsanzeige), TR202 (Benachrichtigung „Unzulässige Umleitung“, TR204 (Entladevermerk), TR005 (Fehlermeldung – Entladevermerk))

Das Zollamt hat die Nachübermittlung der Anmeldungen nach Beendigung des Fallback-Verfahrens entsprechend zu überwachen und diese erforderlichenfalls vom Wirtschaftsbeteiligten einzufordern.