Antraglose Familienbeihilfe (ALF)

Mit dem gemeinsamen Projekt ALF des BMF und des Bundesministeriums für Familien und Jugend (BMFJ) erhalten Familien anlässlich der Geburt eines Kindes automatisch die Familienbeihilfe, ohne ein weiteres Formular ausfüllen zu müssen. Insgesamt profitieren von dieser „No-Stop-Shop-Lösung“ geschätzte 80.000 Familien pro Jahr.

Nach dem ersten Platz beim internationalen eGovernment-Wettbewerb in Berlin und einem „Best Practise Certificate“ beim European Public Sector Award in Maastricht erzielte die E-Government-Entwicklung 2016 beim IT-Wirtschaftspreis eAward den ersten Preis in der entsprechenden Kategorie und beim „Verwaltungspreis des Bundeskanzleramtes“ eine Anerkennung und zwei Sonderpreise.

Das Bundesministerium für Familien und Jugend und das Bundesministerium für Finanzen haben mit der ALF das gemeinsame Ziel, Eltern den Erhalt der Familienbeihilfe bei der Geburt ihres Kindes so einfach wie möglich zu machen.

Was bedeutet das für frisch gebackene Eltern?

Die Daten des im Inland geborenen Kindes sowie die Personenstandsdaten werden durch das Standesamt im Zentralen Personenstandsregister erfasst. Anschließend werden diese Daten vom Bundesministerium für Inneres (ist Betreiber des Zentralen Personenstandsregisters) der Finanzverwaltung übermittelt.

Die Finanzverwaltung prüft auf Basis der vorliegenden elektronischen Daten automatisiert, ob alle Voraussetzungen und Informationen für die Gewährung und Auszahlung der Familienbeihilfe vorhanden sind. Ist dies der Fall, braucht man nichts weiter zu tun. Die Finanzverwaltung schickt ein Informationsschreiben, das über den Familienbeihilfenanspruch für das Kind informiert. Zeitgleich mit diesem Schreiben wird der Familienbeihilfenbetrag auf ein Konto der Eltern überwiesen.

Fehlen der Finanzverwaltung noch Informationen wie beispielsweise die Kontonummer (IBAN), dann wird ersucht, die fehlenden Daten bekannt zu geben bzw. offene Fragen zu beantworten. Auch in diesem Fall braucht kein Familienbeihilfenantrag gestellt, sondern einfach das Informationsschreiben mit den entsprechenden Antworten und eventuell notwendigen Nachweisen zurückgeschickt zu werden.

Sollte es nach Zusendung des Informationsschreibens von Seite der Eltern noch Fragen geben, können sich diese an das Infocenter ihres Finanzamtes wenden.