Einkommensbegriff

Hier wird erläutert was Einkommen im Sinne des Einkommensteuergesetzes bedeutet, und es wird ein Überblick über die verschiedenen Einkunftsarten gegeben.

Besteuert wird das Einkommen, welches Sie innerhalb eines Kalenderjahres bezogen haben (§ 2 Abs. 1 EStG). Unter dem Begriff "Einkommen" (§ 2 Abs. 2 EStG) versteht man den Gesamtbetrag aus den sieben Einkunftsarten unter Berücksichtigung allfälliger Verluste abzüglich der Sonderausgaben, der außergewöhnlichen Belastungen und der Kinderfreibeträge (440 Euro pro Kind für einen Elternteil oder je 300 Euro jährlich bei Geltendmachung durch zwei Personen).

Einkunftsarten und Ermittlung des Einkommens

  1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
    zB Bauer, Fischzüchter, Forstwirte, Gärtner, Imker, Weinhauer
  2. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
    zB Freiberuflerinnen und Freiberufler wie Arzt, Rechtsanwalt, Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler, Vermögensverwalter
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieb
    zB "Klassischer" Gewerbebetrieb wie Tischlerei, Schlosserei, aber auch Handelsbetriebe, weiters Vertreterinnen und Vertreter
    = Betriebliche Einkunftsarten, sog. "Gewinneinkünfte"

  4. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
    zB aktive Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer & Pensionistinnen und Pensionisten 
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
    zB private Zinserträge aus Sparguthaben, Wertpapieren, Dividenden und Ausschüttungen aus Anteilen an Kapitalgesellschaften oder Investmentfonds, sowie Substanzgewinne aus der Veräußerung von privaten Kapitalanlagen (zB Aktien) und Derivaten. Diese Einkünfte unterliegen als inländische Einkünfte der Kapitalertragsteuer (KESt) und sind in der Regel damit endbesteuert, dh. es wird keine weitere Einkommensteuer eingehoben. Dabei kommt bei Einkünften aus Geldeinlagen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten ein besonderer Steuersatz in Höhe von 25 Prozent zur Anwendung kommen. Für alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen beträgt der besondere Steuersatz ab 2016 27,5 Prozent. Werden derartige Kapitalerträge oder Substanzgewinne aus dem Ausland bezogen (zB Zinsen aus ausländischen Sparguthaben, Dividenden oder Substanzgewinne aus Aktienverkäufen ohne Depotführung im Inland), werden sie im Wege der Einkommensteuerveranlagung grundsätzlich ebenfalls mit 25 Prozent bzw. 27,5 Prozent besteuert
  6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
    zB Vermietung von Liegenschaften wie Grundstücken, Gebäuden, Wohnungen (auch Untermiete)
  7. Sonstige Einkünfte
    Darunter fallen Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen (ab 1. April 2012, Besteuerung mit festem Satz von 30 Prozent grundsätzlich durch Immobilienertragsteuer erhoben), aus Spekulationsgeschäften (Veräußerungsgeschäfte sonstiger privater Wirtschaftsgüter, zB Gold und Silber, innerhalb eines Jahres ab der Anschaffung), Einkünfte aus gelegentlichen Leistungen (zB einmalige Vermittlungsprovisionen), bestimmte laufend anfallende Renten sowie Funktionärsbezüge
    = Außerbetriebliche Einkunftsarten, sog. "Überschusseinkünfte"

= Summe ist der Gesamtbetrag der Einkünfte
- Sonderausgaben
- Außergewöhnliche Belastungen
- Kinderfreibeträge
= Einkommen

Vermögenszuwächse, die nicht unter die sieben Einkunftsarten fallen, unterliegen nicht der Einkommensteuer (zB Spiel-, Lotteriegewinne, Schenkungen).

Für die Gewinnermittlung stehen der Unternehmerin/dem Unternehmer mehrere Möglichkeiten offen.

Bei Personengesellschaften (Gesellschaft nach bürgerlichem Recht, Offene Gesellschaft oder Kommanditgesellschaft) wird zunächst in einem separaten Verfahren der vom Unternehmen erzielte Gewinn und seine Verteilung festgestellt (§ 188 BAO). Die Höhe des auf die einzelne Gesellschafterin oder den einzelnen Gesellschafter entfallenden Gewinnanteils richtet sich nach dem jeweiligen Beteiligungsverhältnis und den gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen. Sodann erfolgt die Besteuerung des zuvor festgestellten Gewinnanteiles für jede Gesellschafterin und jeden Gesellschafter in ihrem/seinem Einkommensteuerverfahren.

Die jährlich einzureichende Erklärung für die Feststellung von Einkünften ist grundsätzlich über FinanzOnline elektronisch einzubringen.