Informationen zur Pendlerförderung

Auf dieser Seite wollen wir Sie informieren, welche Förderungen von Pendlerinnen und Pendlern es gibt.

Pendlerpauschale auch für Teilzeitkräfte  

Vor 2013 konnten Teilzeitkräfte kein Pendlerpauschale in Anspruch nehmen. Die aktuelle Regelung sieht einen Anspruch auf Pendlerpauschale auch für Teilzeitbeschäftigte vor, die nur an einem oder an zwei Tagen pro Woche zu ihrer Arbeitsstätte fahren. Diese erhalten ein bzw. zwei Drittel des jeweiligen Pendlerpauschales. Fahren Pendlerinnen/Pendler mindestens an drei Tagen pro Woche zur Arbeit, erhalten sie das Pendlerpauschale zur Gänze. Wenn Kosten für Fahrten zwischen dem Wohnsitz am Arbeitsort und dem Familienwohnsitz (= Familienheimfahrten) als Werbungskosten berücksichtigt werden, kann daneben kein Pendlerpauschale für die Wegstrecke vom Familienwohnsitz zur Arbeitsstätte berücksichtigt werden. Weiters steht Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern mit mehreren Arbeitsstätten maximal ein volles Pendlerpauschale (d.h. maximal drei Drittel) im Kalendermonat zu.

Pendlereuros

Pendlerinnen/Pendlern steht zusätzlich zum Pendlerpauschale der Pendlereuro, der abhängig von der Entfernung zum Arbeitsplatz ist, als steuerlicher Absetzbetrag zur Verfügung. Voraussetzung ist der Anspruch auf ein Pendlerpauschale. Der Pendlereuro ist ein Jahresbetrag und wird berechnet, indem die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit "zwei" multipliziert wird. Der Pendlereuro steht Bezieherinnen/Beziehern des sogenannten "großen" und des "kleinen" Pendlerpauschales gleichermaßen zu. Für Teilzeitkräfte wird der Pendlereuro wie das Pendlerpauschale aliquotiert. Die Berücksichtigung des Pendlereuros erfolgt wie beim Verkehrsabsetzbetrag monatlich in der Lohnverrechnung durch die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber.

Jobticket für alle

Zur Förderung der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel kann das Jobticket auch Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern ohne Anspruch auf Pendlerpauschale von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber steuerfrei zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, die Arbeitnehmerinnen/die Arbeitnehmer haben für diesen Vorteil keinen Sachbezug zu versteuern. Wird das Jobticket anstatt des bisher gezahlten steuerpflichtigen Arbeitslohns zur Verfügung gestellt, dann liegt eine nicht begünstigte, steuerpflichtige Gehaltsumwandlung vor.

Kein Pendlerpauschale für Arbeitnehmer, die ihren Dienstwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen können

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern, die ein arbeitgebereigenes Kfz auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen können, steht kein Pendlerpauschale zu. Diese Änderung tritt abweichend von den übrigen Änderungen der Reform der Pendlerförderung im Jahr 2013 erst mit 1. Mai 2013 in Kraft.

Negativsteuer und SV-Rückerstattung für Pendlerinnen und Pendler 

Damit auch Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen von der erweiterten Pendlerförderung profitieren, wird der Pendlerzuschlag von 141 Euro auf 290 Euro angehoben, sodass insgesamt bis zu 400 Euro an Negativsteuer zustehen können.

Ab 2016 gilt für Personen, deren Einkommen unter der Besteuerungsgrenze liegen und die mindestens in einem Kalendermonat Anspruch auf das Pendlerpauschale haben, eine maximale Negativsteuer von 450 Euro. Die Negativsteuer (inklusive Pendlerzuschlag) ist mit 36 % der Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung begrenzt. 

Ab 2017 (Veranlagung für 2016) gilt: Liegt das Einkommen unter der Besteuerungsgrenze und besteht in mindestens einem Monat Anspruch auf ein Pendlerpauschale, können im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung 50% der Sozialversicherungsbeiträge – höchstens 500 Euro jährlich – rückerstattet werden. 

Ab 2016 gilt bei Anspruch auf ein Pendlerpauschale gemäß § 16 Abs. 1 Z 6, dass der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag 690 Euro beträgt, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen 12.200 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt. Der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag vermindert sich zwischen Einkommen von 12.200 Euro und 13.000 Euro gleichmäßig einschleifend auf 400 Euro. 

Pendlerrechner

Seit dem 12. Februar 2014 steht unter https://www.bmf.gv.at/pendlerrechner/ ein Pendlerrechner zur Verfügung. Er dient zur Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sowie zur Beurteilung, ob die Benützung eines Massenbeförderungsmittels (öffentliches Verkehrsmittel) zumutbar oder unzumutbar ist. 

Aufgrund des Ergebnisses erfolgt die Berechnung des Pendlerpauschales und Pendlereuro beim Arbeitgeber. Die bisherigen Formulare L34 verlieren aufgrund der geänderten rechtlichen Bestimmungen ihre Gültigkeit. 

Der Pendlerrechner ist sowohl im Rahmen der Lohnverrechnung, als auch im Zuge der Veranlagung durch den Arbeitnehmer oder die Finanzverwaltung zu verwenden.

Stand: 12.01.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen