Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag

Alles rund um das Thema Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag. Wer ist berechtigt? Wie hoch sind die einzelnen Beträge? Wie werden die Absetzbeträge geltend gemacht?

Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag

Betrag: 494 Euro pro Jahr
Wird für ein oder mehrere Kind/er für mindestens sieben Monate Familienbeihilfe bezogen, gilt ein gestaffelter Kinderzuschlag:

Alleinverdiener/innen/
Alleinerzieher/innen mit

Kinderzuschlag pro KindAbsetzbetrag inkl. Kinderzuschlag
1 Kind130 Euro
(1. Kind)
494 Euro
2 Kindern

130 Euro
(1. Kind)

+ 175 Euro
(2. Kind)

669 Euro
3 Kindern130 Euro

(1. Kind)

+ 175 Euro
(2. Kind)

+ 220 Euro
(3. Kind*)

889 Euro

* Der Betrag von 220 Euro gilt auch für jedes weitere Kind.

Haben Sie geringe Einkünfte und Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, ist die Auszahlung dieser Beträge möglich.

Anspruch: Alleinverdienerinnen und Alleinverdiener & Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher

Alleinverdienerin oder Alleinverdiener ist,

  • wer selbst oder wessen (Ehe-)Partnerin oder (Ehe)Partner für mindestens sieben Monate Anspruch auf Familienbeihilfe für ein oder mehrere Kinder hat und
  • wer mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet ist oder in einer eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft lebt. Die (Ehe-)Partnerin/der (Ehe-)Partner muss grundsätzlich unbeschränkt steuerpflichtig sein und die (Ehe-)Partner dürfen nicht dauernd getrennt leben und
  • wer eine/einen Ehepartner/in, eingetragene/n Partner/in oder Lebensgefährtin/Lebensgefährten hat, deren / dessen Einkünfte den Betrag von 6.000 Euro nicht überschreiten.

Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht immer nur einer Person zu. Erfüllen Partnerin und Partner (zB Studentenpaar mit Kind) die Voraussetzungen, steht er der Partnerin oder dem Partner mit den höheren Einkünften zu. Haben die Partner keine oder gleich hohe Einkünfte, steht der Absetzbetrag der Frau zu, außer der Mann führt überwiegend den Haushalt.

Alleinerzieherin oder Alleinerzieher ist,

  • wer mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht in einer Ehe oder eheähnlichen Gemeinschaft lebt und
  • für mindestens sieben Monate Anspruch auf Familienbeihilfe für mindestens ein Kind hat.

Einkommensgrenze für den (Ehe-)Partner

Maßgeblich sind die steuerpflichtigen Einkünfte einschließlich sonstiger Bezüge wie zB 13./14. Monatsgehalt, soweit diese über die Freigrenze von 2.100 Euro jährlich hinausgehen, Abfertigungen oder Pensionsabfindungen. Für die Ermittlung der Grenzen werden vom Bruttobezug noch folgende Beträge abgezogen:

  • Sozialversicherungsbeiträge
  • Beiträge für die freiwillige Mitgliedschaft bei Interessenvertretungen (zB ÖGB-Beiträge)
  • Pendlerpauschale
  • Sonstige Werbungskosten (bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zumindest das Pauschale von 132 Euro jährlich)
  • Steuerfreie Überstunden-, Sonntags-, Feiertagszuschläge und Zuschläge für Nachtarbeit, weiters steuerfreie Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen

Bei mehreren Einkünften ist der Gesamtbetrag aller Einkünfte maßgeblich.

Für Familienbeihilfe, Karenzurlaubsgeld, Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld und Notstandshilfe sowie für Alimentationszahlungen gilt Folgendes:

Sie sind, wie die meisten anderen steuerfreien Einkünfte, für die Berechnung der Einkunftsgrenzen nicht zu berücksichtigen.

Hingegen sind Einkünfte der (Ehe-)Partnerin oder des (Ehe-)Partners aus Kapitalvermögen (zB Zinsen, Aktiendividenden) zu berücksichtigen, auch wenn sie endbesteuert sind. Weiters ist das steuerfreie Wochengeld in die Einkunftsgrenze einzubeziehen, ebenso steuerfreie Bezüge aus begünstigter Auslandstätigkeit, Entwicklungshilfetätigkeiten sowie andere auf Grund zwischenstaatlicher (Doppelbesteuerungsabkommen) oder völkerrechtlicher (zB UNIDO, IAEO) Vereinbarungen steuerfreie Einkünfte.

Beispiel

Ermittlung der Einkommensgrenze (Steuerpflichtiger mit Kind)

Bruttobezüge8.400,00 Euro
- Sozialversicherungsbeiträge für laufende Bezüge1.085,04 Euro
- Werbungskostenpauschale 132,00 Euro
- Sonstige Bezüge (inkl. SV)
innerhalb der Steuerfreigrenze1.200,00 Euro
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit5.982,96 Euro
Hätte der Steuerpflichtige noch eine Abfertigung von 1.000 Euro erhalten, wäre die maßgebliche Einkunftsgrenze von 6.000 Euro überschritten.

Ermittlung des Grenzbetrags bei Verehelichung, Scheidung, bei Tod eines (Ehe-)Partners oder bei einer eingetragenen Partnerschaft

Bei der Ermittlung des Grenzbetrages ist immer von den Einkünften des ganzen Jahres auszugehen. Wenn eine Ehe oder eheähnliche Gemeinschaft im Laufe eines Kalenderjahres geschlossen wird, sind die Einkünfte der (Ehe-)Partnerin/des (Ehe-)Partners oder der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners sowohl aus der Zeit vor als auch nach der Verehelichung in die Ermittlung des Grenzbetrages einzubeziehen. Analog dazu sind bei einer Scheidung auch die Einkünfte der früheren (Ehe-)Partnerin/des früheren (Ehe-)Partners oder der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners nach der Scheidung miteinzubeziehen, ebenso der Bezug einer Witwen-/Witwer-Pension nach dem Tod der (Ehe-)Partnerin/des (Ehe-)Partners oder der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners.

Geltendmachung des Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrags

Während des Kalenderjahres kann der Arbeitgeber oder die pensionsauszahlende Stelle auf Grund Ihrer Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber (Formular E 30) den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag berücksichtigen. Vergessen Sie nicht, die Anzahl der Kinder anzuführen, damit auch der entsprechende Kinderzuschlag berücksichtigt werden kann.

Haben Sie gleichzeitig mehrere Dienstverhältnisse, dürfen Sie die Erklärung nur einem Arbeitgeber abgeben. Fallen die Anspruchsvoraussetzungen während des Jahres weg (zB Einkünfte des (Ehe-)Partners oder des eingetragenen Partners übersteigen die maßgeblichen Grenzen oder Ehescheidung), müssen Sie das Ihrem Arbeitgeber bzw. Ihrer pensionsauszahlenden Stelle innerhalb eines Monats melden (Formular E 30). Zusätzlich müssen Sie nach Ablauf des Jahres eine Erklärung zur ArbeitnehmerInnenveranlagung abgeben.

Nach Ablauf des Kalenderjahres können Sie den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag nachträglich beim Finanzamt im Wege der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend machen.

Auch wenn der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag bereits während des Jahres durch Ihren Arbeitgeber berücksichtigt worden ist, vergessen Sie bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung nicht, die Angaben hinsichtlich des Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrages in der Erklärung auszufüllen. Andernfalls kommt es zu einer ungewollten Nachversteuerung des Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrages.

Weiterführende Informationen:

Zusätzliche Informationen zum Thema Familienbeihilfe sowie einen Familienbeihilfenrechner finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie und Jugend