Bundesfinanzakademie (BFA)

Die Bundesfinanzakademie ist als zentrale Bildungseinrichtung gemeinsam mit der Personalentwicklungsabteilung des Bundesministeriums für Finanzen für Bildungsaktivitäten im Ressort zuständig. Zielgruppe der Bundesfinanzakademie sind grundsätzlich alle Bediensteten des Ressorts.

Aufgaben

Um die bildungspolitischen Ziele zu erreichen, sieht es die Bundesfinanzakademie als Kernaufgabe an, gemeinsam mit internen und externen Partnerinnen und Partnern, Vortragenden und Trainerinnen und Trainern sowie unter Nutzung aller technischen Möglichkeiten vielfältige - inhaltlich wie auch methodisch abwechslungsreiche - Angebote anzubieten. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben werden von der Bundesfinanzakademie sowohl Lehrgänge und Seminare angeboten, als auch Technologie-unterstützte Lehrformen zum Einsatz gebracht.

Organisation

Die Bundesfinanzakademie ist seit 2004 als selbstständige Dienstbehörde mit eigener Budgetverantwortung organisiert und der Sektion I des Bundesministeriums für Finanzen zugeordnet. Der Personalplan der BFA umfasst laut Bundesfinanzgesetz 2009 in Summe 69 Bedienstete.

Der Hauptsitz befindet sich am Standort Sonnwendgasse 13, 1100 Wien. In den Bundesländern befinden sich Außenstellen, die für die Abwicklung dezentraler Angebote zuständig sind. Die Bundesfinanzakademie verfügt über ein breit gefächertes internes Infrastrukturnetzwerk sowie über optimale Verkehrsanbindungen.

Name
Bundesfinanzakademie
Adresse
Sonnwendgasse 13, 1100 Wien
Telefon
+43 50 233 571
Fax
+43 50 233 5971000

Bildungsangebote

Die Bundesfinanzakademie bietet vielfältige Angebote, die alle wichtigen Wissensbereiche umfassen, die moderne Bildungsanbieter in ihren Programmen aufweisen. Ein Bildungsrat, zusammengesetzt aus Entscheidungsträgern des BMF, unterstützt die BFA bei der strategischen Ausrichtung der Programminhalte.

Im Durchschnitt bietet die Bundesfinanzakademie pro Jahr 800 bis 1000 Veranstaltungen aus mehr als 300 verschiedenen Themenbereichen in ganz Österreich an.

Bildungsprogramm 2016

Bildungsprogramm 2016 (Übersicht)

Bildungsprogramm 2017

Bildungsprogramm 2017 (Übersicht)

Grundausbildung (GAB)

Die österreichische Finanzverwaltung legt besonderen Wert auf eine Grundausbildung, in welcher den neuen Kolleginnen und Kollegen wichtige Grund- und Übersichtskenntnisse aus dem jeweiligen Verwaltungszweig vermittelt werden. Insgesamt gibt es drei Grundausbildungszweige (Steuer/Zoll/Allgemeiner Dienst), die alle modular aufgebaut sind. Die im Rahmen der Grundausbildung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sind in schriftlichen und mündlichen kommissionellen Abschlussprüfungen nachzuweisen.

Die Finanzverwaltung bietet von der Lehrlingsausbildung bis hin zum akademischen Studienabschluss ein breites Portfolio an möglichen Ausbildungsvarianten.

Grundausbildungsverordnung

Die Grundausbildung wird durch die Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Grundausbildung für die Bediensteten des Ressortbereiches (Grundausbildungsverordnung-BMF) BGBl. II Nr. 464/2015 geregelt. Mit der Grundausbildung wird Grund- und Überblickswissen vermittelt. Das Erkennen von Zusammenhängen sowie das Kennenlernen der Organisationskultur des Ressorts bilden die Basis für eine Tätigkeit in einem der Verwaltungszweige Steuern, Zoll oder allgemeiner Dienst. Für jeden auszubildenden Bediensteten ist in Abstimmung mit der/dem Dienstvorgesetzten und der Ausbildungsleitung ein Ausbildungsplan für die Grundausbildung zu erstellen. Die Grundausbildung ist modular aufgebaut. Die dabei erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sind in einer kommissionellen Abschlussprüfung nachzuweisen.

Funktionsausbildung (FAB)

Mit der Funktionsausbildung werden die im Rahmen der Grundausbildung vermittelten Grund- und Übersichtskenntnisse, bezogen auf die jeweiligen Verwaltungszweige und Funktionen, durch eine besondere Kombination von praktischer und theoretischer Ausbildung vertieft. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wird im Rahmen der Funktionsausbildung ganz spezifisch auf die konkrete Aufgabenstellung/Funktion vorbereitet, sodass die Anforderungen, die an den Arbeitsplatz geknüpft sind, theoretisch und auch praktisch erfüllt werden können.

Weiterbildung (WB)

Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und Dialog zwischen Bediensteten sind die grundlegenden Faktoren für eine erfolgreiche Organisation. Die Bundesfinanzakademie bietet aus allen Bereichen Seminare, Workshops, Tagungen und Kongresse an, in denen die Kolleginnen und Kollegen mit Fachexpertinnen und Fachexperten, Coaches oder Supervisorinnen und Supervisoren, Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter (z.B. bei Teamentwicklung) ihr Wissen vertiefen, für die praktische Anwendung lernen und neue Lösungswege suchen.

Stufenbau der Bildung

Grundausbildung, Funktionsausbildung und Weiterbildung werden unter den Terminus "Stufenbau der Bildung" subsumiert. Die Abgrenzung der Ausbildungskategorien erfolgt nicht nur in begrifflicher Hinsicht (Grundausbildung: "Basis"- Wissenserarbeitung, Funktionsausbildung: "Spezifische, arbeitsplatzplatzbezogene" Wissenserarbeitung) sondern vielmehr durch definierte fachliche und fachunabhängige Anforderungsportfolios in verschiedenen Intensitätsstufen.

Kompetenzmodell der Finanzverwaltung

Das ressortinterne Kompetenzmodell ist ein wesentliches Steuerungsinstrument des strategischen Bildungsmanagements. Die zentrale Zielsetzung ist es Mitarbeiter/innen bestmöglich für die beruflichen Herausforderungen zu qualifizieren, um die langfristige Beschäftigungsfähigkeit und somit die Leistungserbringungen in der Finanzverwaltung sicherzustellen.
Ein wesentlicher Faktor dafür ist die Erfüllung der erforderlichen fachlichen und fachunabhängigen Anforderungen (Soll-Qualifikationen) zum Kompetenzerwerb (Ist-Qualifikation).
Das Kompetenzmodell ist ausbildungsübergreifend zu verstehen und findet daher von der Grundausbildung, über die Funktionsausbildung bis hin zur Weiterbildung Anwendung.

Fachliche Anforderungen

Im Mittelpunkt der Ausbildungsmaßnahmen stehen die zentralen Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich aus der jeweiligen Tätigkeit bzw. Aufgabe ergeben (Schritt1). Aus den fachlichen Anforderungen werden die Lernziele und Lerninhalte abgeleitet (Schritt 2), die die Grundlage der Ausbildungsmaßnahme darstellen (Schritt 3).

Ableitung der fachlichen Anforderungen zu Lernzielen und Lerninhalten Bild "Ableitung der fachlichen Anforderungen zu Lernzielen und Lerninhalten" vergrößern

Nach der Absolvierung der Ausbildungsmaßnahme verfügen die Bediensteten über  Qualifikationen (Ist-Qualifikationen), die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen (Schritt 4). Um die Erreichung der Lernziele bzw. den Lerntransfer zu überprüfen, erfolgt im Rahmen des jährlichen Mitarbeitergespräches mit der zuständigen Führungskraft ein Abgleich der Ist- mit den Soll-Qualifikationen (Schritt 5). Weichen diese voneinander ab, sind ergänzende Entwicklungsmaßnahmen zu ergreifen (Schritt 6). 

Die Intensität der Wissenserarbeitung bzw. Lernzielen ist von einfachen zu komplexen Verhaltensweisen aufgebaut und basiert auf den folgenden aufeinander aufbauenden Stufen (fachliche Ausprägungsgrade)

Das 4- Stufen Modell

Stufe 1 KENNEN

Theoretische Kenntnisse sind vorhanden.   

Stufe 2 KÖNNEN/ANWENDEN

Die theoretischen Kenntnisse müssen angewendet werden können, allenfalls unter Anleitung oder mit Hilfestellung.   

Stufe 3 BEHERRSCHEN

Die Anforderungen müssen in der Praxis beherrscht bzw. relevante Methoden und Techniken zur Aufgabenerfüllung eingesetzt werden.   

Stufe 4 WEITERGABE

Inhalte, Methoden und Techniken werden so gut beherrscht, dass diese an andere weitergegeben werden können.

Fachunabhängige Anforderungen

Neben den fachlichen Anforderungen sind die fachunabhängigen Anforderungen Voraussetzung für die Ausübung der definierten verwendungsspezifischen Aufgaben.

Trainer/innen

Als Fachvortragende kommen nahezu ausschließlich interne Fachexpertinnen und Fachexperten zum Einsatz (aktuell rund 470). Damit ist der Wissenstransfer des speziellen Fachwissens innerhalb des Ressorts gesichert. Die Trainerinnen und Trainer verfügen über die entsprechenden didaktischen Zusatzqualifikationen, die wichtig sind, um Fachwissen lebendig und wirksam zu vermitteln. In den Bereichen Management-, Sozial- und Methodenkompetenz sowie Sprachen arbeitet die BFA mit anerkannten Trainerinnen und Trainern und Instituten aus der Privatwirtschaft zusammen.