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Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (UID-Nummer) & Zusammenfassende Meldung

Wenn Sie als Unternehmerin/Unternehmer in Geschäftsbeziehung mit Unternehmerinnen/Unternehmern in anderen EU-Ländern treten, ist es erforderlich, die so genannte "Umsatzsteuer-Identifikationsnummer" (UID-Nummer) zu benützen.

Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (UID-Nummer)

Grundsätzlich wird eine UID-Nummer von Amts wegen im Zuge der Vergabe der Steuernummer vom zuständigen Finanzamt erteilt. 

Nur Unternehmerinnen/Unternehmer, die ausschließlich Umsätze tätigen, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen, bzw. die ihre Umsätze gemäß § 22 UStG (Durchschnittssatzbesteuerung im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) versteuern, müssen mit dem Formular U 15, falls sie eine UID-Nummer für innergemeinschaftliche Umsätze benötigen, diese beantragen.

Die UID-Nummer gilt nur für den unternehmerischen Bereich.

Erwerben Sie als Privatperson Waren in einem anderen Mitgliedstaat – etwa im Rahmen einer Auslandsreise, so benötigen Sie keine UID-Nummer. Sie dürfen diese auch nicht vorweisen, wenn Sie – als Unternehmerin/Unternehmer – zwar über eine UID-Nummer verfügen, die Waren aber für private Zwecke angeschafft werden. Die Waren bleiben mit der ausländischen Umsatzsteuer belastet (Ursprungslandprinzip). Dasselbe gilt für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen. 

Mit der Angabe Ihrer UID-Nummer geben Sie gegenüber dem ausländischen (EU-) Unternehmer zu erkennen, dass Sie als Abnehmerin/Abnehmer (Erwerberin/Erwerber) steuerfrei einkaufen können bzw. eine sonstige Leistung für Ihr Unternehmen beziehen. Sowohl der innergemeinschaftliche Erwerb als auch die grenzüberschreitende Dienstleistung unterliegt, falls aufgrund der bereits erwähnten Umsatzsteuerregelungen auch ein inländischer Leistungsort vorliegt, in Folge der Besteuerung in Österreich.

Nennen auch Sie Ihrem EU-Geschäftspartner neben Ihrer UID-Nummer immer Ihre Firmendaten laut derzeitiger Registrierung bei Ihrem Finanzamt. Achten Sie dabei stets darauf, dass diese Daten (Name, Firma, Anschrift) mit den im Vergabebescheid ausgewiesenen Angaben voll identisch sind. Kontrollieren Sie deshalb auch die Daten Ihres Bescheides sofort nach Erhalt und teilen Sie eventuelle Schreibfehler oder Unrichtigkeiten Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt umgehend mit. 

Ihre UID-Nummer ist in der UID-Datenbank der österreichischen Finanzverwaltung mit Namen und Anschrift Ihres Umsatzsteuer-Abgabenkontos verbunden. Änderungen im Namen, Firmenwortlaut oder in der Anschrift sind ebenfalls unverzüglich Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt bekannt zu geben. Falls die Voraussetzungen, die zur Vergabe der UID-Nummer geführt haben, wegfallen, ist dies innerhalb eines Monates zu melden.

Tätigen Sie Lieferungen in andere Mitgliedstaaten, so hat Ihnen Ihre Kundin/Ihr Kunde ihre/seine UID-Nummer verbunden mit ihren/ seinen Firmendaten (Name und Adresse) mitzuteilen. Damit wird dokumentiert, dass Ihre Kundin/Ihr Kunde die Waren für ihr/sein Unternehmen anschafft, und Sie können die Warenlieferung – unter Erfüllung der weiteren Voraussetzungen für eine innergemeinschaftliche Lieferung – in Österreich steuerfrei belassen. 

Erbringen Sie eine sonstige Leistung an eine ausländische Unternehmerin/an einen ausländischen Unternehmer, so hat Ihnen diese als Ihre Leistungsempfängerin/dieser als ihr Leistungsempfänger ihre/seine UID-Nummer bekannt zu geben, damit sichergestellt wird, dass diese Dienstleistung für ihr/sein Unternehmen in Anspruch genommen wird. Ihre Dienstleistung unterliegt dann grundsätzlich dort der Umsatzbesteuerung, wo die Empfängerin/der Empfänger ihr/sein Unternehmen betreibt (§ 3a Abs. 6 UStG). 

Bei Rechnungen über 10.000 Euro ist auch die UID-Nummer Ihrer inländischen Leistungsempfängerin/Ihres inländischen Leistungsempfängers anzuführen, wenn diese oder dieser Ihre Leistung für ihr oder sein Unternehmen bezieht (§ 11 Abs. 1 Z 2 UStG).

Länderkennzeichen EU-Mitgliedstaat Weitere Stellen Beispiel  
AT Österreich 9 Stellen ATU12345678  
BE Belgien 10 Stellen BE0123456789  
BG Bulgarien 9 oder 10 Stellen BG123456789(0)  
CY Zypern 9 Stellen CY12345678A  
CZ Tschechische Republik 8 (bis 10) Stellen CZ12345678(90)  
DE Deutschland 9 Stellen DE123456789  
DK Dänemark 8 Stellen DK12345678  
EE Estland 9 Stellen EE123456789  
EL Griechenland 9 Stellen EL123456789  
ES Spanien 9 Stellen ESA23456789  
FI Finnland 8 Stellen FI12345678  
FR Frankreich 11 Stellen FR12345678901  
GB Großbritannien 5*,9 (bis 12) Stellen GBAB345, GB123456789(012)  
HR Kroatien 11 Stellen HR12345678901  
HU Ungarn 8 Stellen HU12345678  
IE Irland 8 bis 9 Stellen IE1A34567B, IE1234567AB 
IT Italien 11 Stellen IT12345678901  
LT Litauen 9 (bis 12) Stellen LT123456789(012)  
LU Luxemburg 8 Stellen LU12345678  
LV Lettland 11 Stellen LV12345678901  
MT Malta 8 Stellen MT12345678  
NL Niederlande 12 Stellen NL123456789B12  
PL Polen 10 Stellen PL1234567890  
PT Portugal 9 Stellen PT123456789  
RO Rumänien mindestens 2, 
maximal 10 Stellen
RO12(34567890)  
SE Schweden 12 Stellen SE123456789012  
SI Slowenien 8 Stellen SI12345678  
SK Slowakei 10 Stellen SK1234567890

*) In den weiteren Stellen können auch Buchstaben enthalten sein. 

Jede UID-Nummer besteht aus einem zweistelligen Länderkennzeichen sowie aus zwei bis zwölf weiteren Stellen, in denen auch Buchstaben – je nach EU-Staat (zB. Irland, Niederlande, Spanien) – enthalten sein können. Die österreichische UID-Nummer beginnt immer mit dem Länderkennzeichen AT, weist an der ersten Stelle ein U und anschließend acht Ziffern auf (zB. ATU12345678). 

Sollten Sie Zweifel an der Gültigkeit einer Ihnen von Ihrer Geschäftspartnerin/Ihrem Geschäftspartner bekannt gegebene UID-Nummer bzw. ihrer/seiner Unternehmereigenschaft haben, können Sie diese in einem EU-weiten Bestätigungsverfahren überprüfen lassen. 

Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und Dienstleistungen, bei denen die Steuerschuld auf einen im EU-Gemeinschaftsgebiet ansässigen Leistungsempfänger übergeht (Art. 196 der Mehrwertsteuersystemrichtlinie 2006/112/EG), haben Sie bis zum Ablauf des auf jeden Kalendermonat (Meldezeitraum) folgenden Kalendermonats (wenn für Sie das Kalendervierteljahr der Voranmeldungszeitraum ist, bis zum Ablauf des auf jedes Kalendervierteljahr folgenden Kalendermonats) eine Zusammenfassende Meldung (ZM)  über FinanzOnline (Eingaben/Erklärungen) elektronisch zu übermitteln.

Weist Ihre ausländische Kundin/Ihr ausländischer Kunde keine UID-Nummer vor und gibt sich somit nicht als Geschäftspartner, der Leistungen für sein Unternehmen bezieht, zu erkennen, so bleibt der Verkauf/die Dienstleistung mit österreichischer Umsatzsteuer belastet.

Zusammefassende Meldung (ZM)

Die Mitgliedstaaten der EU unterhalten ein gemeinsames System des Informationsaustausches für innergemeinschaftliche Lieferung (Mehrwertsteuer-Informations-Austausch-System, MIAS).

Die am Binnenmarkt beteiligten Unternehmen haben bis zum Ablauf des auf den Meldezeitraum (Kalendermonat oder Kalendervierteljahr) folgenden Kalendermonates eine ZM, die als Steuererklärung gilt, bei dem - für die Erhebung der Umsatzsteuer - zuständigen Finanzamt einzureichen (Art. 21 Abs. 3 UStG). In der ZM sind die UID-Nummern der jeweiligen Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner sowie der Gesamtwert aller an diese ausgeführten, innergemeinschaftlichen Umsätze für den Meldezeitraum anzugeben. Die in den ZM enthaltenen Informationen werden von den Mitgliedstaaten regelmäßig untereinander ausgetauscht.

Neben innergemeinschaftlichen Lieferungen müssen auch grenzüberschreitende Dienstleistungen, bei denen die Steuerschuld gemäß Art. 196 der Mehrwertsteuersystemrichtlinie auf eine Leistungsempfängerin oder einen Leistungsempfänger im EU-Gemeinschaftsgebiet übergeht, in die ZM aufgenommen werden.

TIPP Wenn Sie in einem Meldezeitraum keine innergemeinschaftlichen Lieferungen/grenzüberschreitende Dienstleistungen ausführen, übermitteln Sie keine ZM!

  • Beispiel
    Monatlicher Meldezeitraum:
    Die Daten der ZM für den Meldezeitraum August 2012 sind auf elektronischem Wege bis spätestens 30. September 2012 zu übermitteln

Die Zusammenfassende Meldung ist verpflichtend elektronisch über FinanzOnline (Eingaben/Erklärungen) zu übermitteln, außer dies ist mangels technischer Voraussetzungen (zB kein Internetzugang) unzumutbar.
Nur in solchen Fällen dürfen noch amtliche Vordrucke (Formular U 13 bzw. Formular U 14) in Papierform für die ZM verwendet und beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden.