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Kraftfahrzeugsteuer

Für Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen muss Kraftfahrzeugsteuer entrichtet werden. Diese ist beim jeweils örtlich zuständigen Wohnsitz- oder Betriebsfinanzamt zu entrichten.

Rechtsgrundlage der Kraftfahrzeugsteuer ist das Kraftfahrzeugsteuergesetz 1992 (KfzStG) in der derzeit geltenden Fassung. Wenn das KfzStG 1992 Begriffe des Kraftfahrrechtes verwendet, sind die Begriffsbestimmungen des Kraftfahrgesetzes 1967 maßgebend (§ 9 Abs. 2 KfzStG).

Gegenstand der Steuer

Der Kraftfahrzeugsteuer unterliegen in einem inländischen Zulassungsverfahren zum Verkehr zugelassene

  • Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen
  • Anhänger mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen
  • Zugmaschinen und Motorkarren, die als solche kraftfahrrechtlich genehmigt sind, unabhängig von ihrem höchsten zulässigen Gesamtgewicht
  • Kraftfahrzeuge aller Art der im § 59 Abs. 2 Kraftfahrgesetz 1967 (KFG) angeführten Fahrzeugbesitzer (Bund, Länder u.a.), wenn diese keine Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben
  • Kraftfahrzeuge aller Art, wenn eine für das Kraftfahrzeug vorgeschriebene Kraftfahrzeug – Haftpflichtversicherung (§ 59 Abs. 1 KFG) tatsächlich nicht besteht
  • Widerrechtliche Verwendung: Kraftfahrzeuge, die auf Straßen mit öffentlichem Verkehr ohne die kraftfahrrechtlich erforderliche Zulassung (§ 36 KFG) verwendet werden
    • Eine widerrechtliche Verwendung kann auch bei Kraftfahrzeugen, die ein ausländisches Kennzeichen führen, vorliegen. Gemäß § 82 Abs. 8 KFG 1967 sind Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen, die von Personen mit dem Hauptwohnsitz oder Sitz im Inland in das Bundesgebiet eingebracht oder in diesem verwendet wird, bis zum Gegenbeweis als Fahrzeuge mit dem dauernden Standort im Inland anzusehen. 
      Die Verwendung eines solchen Fahrzeuges ohne inländische Zulassung ist nur während eines Monates ab der erstmaligen Einbringung in das Bundesgebiet zulässig. Wenn glaubhaft gemacht wird, dass innerhalb dieses Monats die inländische Zulassung nicht vorgenommen werden konnte, darf das Fahrzeug ein weiteres Monat verwendet werden.
  • In einem ausländischen Zulassungsverfahren zum Verkehr zugelassene Kraftfahrzeuge, die auf Straßen mit öffentlichem Verkehr im Inland verwendet werden, sofern nicht zwischenstaatliche Abkommen Abgabenbefreiungen vorsehen. Die Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer obliegt in diesen Fällen den Zollämtern

Nicht der Kraftfahrzeugsteuer unterliegen

  • In einem inländischen Zulassungsverfahren zum Verkehr zugelassene Krafträder, Personenkraftwagen und Kombinationskraftwagen sowie alle übrigen Arten von Kraftfahrzeugen mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen (ausgenommen Zugmaschinen und Motorkarren), für die ein Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsvertrag besteht (Pflicht-Haftpflichtversicherung oder freiwillig eingegangene Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung).
    Solche Kraftfahrzeuge unterliegen der motorbezogenen Versicherungssteuer.
  • Kraftfahrzeuge, die von der Zulassungspflicht ausgenommen sind (zB Kraftfahrzeuge mit einer Bauartgeschwindigkeit von höchstens 10 km/h).

Überzählige Anhänger

Für Anhänger, deren Anzahl die der ziehenden steuerpflichtigen Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen desselben Abgabepflichtigen übersteigt („überzählige Anhänger“) und die, bezogen auf die gesamte Anzahl der Anhänger, die niedrigere Bemessungsgrundlage aufweisen, wird keine Steuer erhoben. Die Ermittlung der überzähligen Anhänger ist jeweils am 1. eines Kalendermonats durchzuführen. Anhänger, die von einem Kraftfahrzeug eines anderen Abgabepflichtigen gezogen werden, sind bei dieser Berechnung nicht zu berücksichtigen. (Nähere Informationen über die Vorgangsweise bei der Feststellung der überzähligen Anhänger, für die keine Steuer zu erheben ist.)

Steuerbefreiungen

Es ist zu unterscheiden zwischen Befreiungsbestimmungen die auf die Eigenschaft eines Kraftfahrzeuges (zB selbstfahrende Arbeitsmaschine, Krankenwagen) oder auf die Verwendung (zB Verwendung im Mietwagen- oder Taxigewerbe, Verwendung für Feuerwehr) abstellen. Gilt die Befreiung nur bei ausschließlicher oder vorwiegender Verwendung des Kraftfahrzeuges für einen bestimmten Zweck, muss das Kraftfahrzeug zu mehr als 80% für den bezeichneten Zweck verwendet werden.

Eine Steuerbefreiung findet bei Vorliegen der tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen bereits aufgrund des Gesetzes statt. Ein Antrag auf Befreiung von der Steuer ist grundsätzlich weder im Gesetz vorgesehen noch erforderlich (Ausnahme: Steuerbefreiung für Körperbehinderte gemäß § 2 Abs. 1 Z 12 KfzStG).

Von der Kraftfahrzeugsteuer sind befreit:

  • Kraftfahrzeuge, die für den Bund oder eine andere Gebietskörperschaft zugelassen und zur Verwendung im Bereich des öffentlichen Sicherheitsdienstes oder der Justizwache bestimmt sind, sowie Heeresfahrzeuge 
  • Kraftfahrzeuge, die ausschließlich oder vorwiegend für die Feuerwehr, für den Rettungsdienst oder als Krankenwagen bestimmt sind
  • Kraftfahrzeuge, die mit Probefahrtkennzeichen oder Überstellungskennzeichen benützt werden 
  • Omnibusse und Kraftfahrzeuge, die ausschließlich oder vorwiegend im Mietwagen- oder Taxigewerbe verwendet werden 
  • Invalidenkraftfahrzeuge gemäß § 2 Z 18 KFG
  • Krafträder, deren Hubraum 100 cm3 nicht übersteigt (zB Mopeds)
  • Zugmaschinen und Motorkarren, die ausschließlich oder vorwiegend in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben verwendet werden und ausschließlich von jenen gezogene Anhänger 
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Anhänger-Arbeitsmaschinen 
  • Kraftfahrzeuge, die ausschließlich elektrisch angetrieben werden
    (Elektro-Hybrid Kraftfahrzeuge: Kraftfahrzeuge die über einen Verbrennungsmotor und einen Elektromotor verfügen sind steuerpflichtig. Allerdings wird bei diesen Kraftfahrzeugen ausschließlich die Leistung des Verbrennungsmotors als Bemessungsgrundlage herangezogen) 
  • Kraftfahrzeuge, für die die Bescheinigung der Zulassung und die Kennzeichentafeln bei der zuständigen Behörde hinterlegt werden,
    • bei Fahrzeugen, deren höchstes zulässiges Gesamtgewicht mehr als 3,5 Tonnen beträgt, für einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen,
    • bei anderen Fahrzeugen für einen Zeitraum von mindestens 45 Tagen,
      von dem der Hinterlegung folgenden Tag bis zum Tag, der der Wiederausfolgung vorangeht 
  • Kraftfahrzeuge von Personen, denen eine Steuerbefreiung auf Grund von Staatsverträgen, Gegenseitigkeitserklärungen oder sonst nach den Grundsätzen des zwischenstaatlichen Steuerrechtes zukommt oder auf Grund tatsächlich gewährter Gegenseitigkeit zuerkannt wird 
  • unter bestimmten Voraussetzungen Kraftfahrzeuge die für Körperbehinderte zugelassen sind und von diesen infolge körperlicher Schädigung zur persönlichen Fortbewegung verwendet werden müssen (nähere Informationen finden sie hier)
  • Anhänger, die für die Zustellung von Eisenbahnwaggons ausgerüstet sind und ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden; auf das Zugfahrzeug erstreckt sich die Befreiung nicht 
  • in einem inländischen Zulassungsverfahren zugelassene Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen in dem Kalendermonat, in welchem diese ausschließlich im Vor- und Nachlaufverkehr zum kombinierten Verkehr Straße/Schiene für die Zustellung und Abholung von Containern von mindestens 20 Fuß Länge, von auswechselbaren Aufbauten oder von bahnbeförderten Anhängern verwendet werden;  ein Vor- oder Nachlaufverkehr liegt nur dann vor, wenn von der Be- oder Entladestelle der nächstgelegene technisch geeignete inländische Ver- oder Entladebahnhof benützt wird

Wechselkennzeichen

Bei Fahrzeugen mit Wechselkennzeichen ist die Steuer nur für das Fahrzeug zu entrichten, das der höchsten Steuer unterliegt. Aus anderen Gründen steuerbefreite Kraftfahrzeuge sind hiebei nicht zu berücksichtigen.

Bei der Zuweisung von Wechselkennzeichen für Kraftfahrzeuge, von denen eines unter die motorbezogene Versicherungssteuer (Beispiel: Pkw) und das andere unter das Kraftfahrzeugsteuergesetz fällt (Beispiel: Lkw über 3,5 t), ist die motorbezogene Versicherungssteuer, soweit diese auf den Steuerberechnungszeitraum entfällt, auf die Kraftfahrzeugsteuer anzurechnen.

  • Beispiel
    Pkw mit 120 kW und Lkw mit 12 t höchstes zulässiges Gesamtgewicht (mtl. Kraftfahrzeugsteuer: 12 t x 1,55 Euro = 18,60 Euro) sind während des ganzen Jahres 2015 unter einem Wechselkennzeichen zugelassen. Bei jährlicher Zahlungsweise der Versicherungsprämie beträgt die anrechenbare motorbezogene Versicherungssteuer daher in diesem Beispiel:  739,44 Euro.
    Dieser Betrag ist somit anrechenbar. Bei Zuweisung des Wechselkennzeichens am 13. Dezember 2014  beträgt die anrechenbare motorbezogene Versicherungssteuer zum angeführten Beispiel: 19/30 von 61,62 Euro = 39,03 Euro.

Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer (Huckepackverkehr)

Für jede Bahnbeförderung eines Kraftfahrzeuges (Anhängers) mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen im Inland (Huckepackverkehr) ermäßigt sich die Steuer auf Antrag um 15 Prozent der monatlich für das bahnbeförderte Kraftfahrzeug (Anhänger) zu entrichtenden Steuer, höchstens jedoch um den Betrag, der für das Fahrzeug im Kalenderjahr an Steuer zu entrichten ist. Die Steuerermäßigung ist durch Verringerung der vierteljährlich zu entrichtenden Steuer bzw. im Weg der Jahressteuererklärung geltend zu machen.

Beispiel
Sattelzugfahrzeug (höchstes zulässiges Gesamtgewicht nach Abzug der Sattellast 9 t) samt Sattelanhänger (höchstes zulässiges Gesamtgewicht 18 t) wird einmal im Kalendermonat auf der Bahn befördert.

Berechnung der Ermäßigung:

Kfz t x 1,55 Euro = 15,00 Euro (Mindeststeuer) 15 Prozent Ermäßigung = 2,25 Euro 
Anhänger18 t x 1,70 Euro = 30,60 Euro 15 Prozent Ermäßigung = 4,59 Euro 

Kann diese Ermäßigung für das mit der Bahn beförderte Kraftfahrzeug nicht in Anspruch genommen werden, weil dieses Fahrzeug gemäß § 2 Abs. 1 Z 14 KfZStG (Vor- und Nachlaufverkehr zum kombinierten Verkehr Straße/Schiene) steuerbefreit ist, kann die Ermäßigung für ein anderes steuerpflichtiges Kraftfahrzeug desselben Steuerschuldners in Anspruch genommen werden. Auf Antrag ermäßigt sich die Steuer für das steuerpflichtige Kraftfahrzeug für jede Bahnbeförderung des steuerbefreiten Kraftfahrzeuges um 15 Prozent der monatlich zu entrichtenden Steuer, soweit das höchste zulässige Gesamtgewicht des steuerpflichtigen Kraftfahrzeuges das höchste zulässige Gesamtgewicht des steuerbefreiten, im Vor- und Nachlaufverkehr verwendeten Kraftfahrzeuges nicht übersteigt. Weiters ist die übertragbare Ermäßigung mit dem Betrag begrenzt, der für das steuerbefreite, mit der Bahn beförderte Kraftfahrzeug im Kalenderjahr zu entrichten wäre.

  • Beispiel
    Sattelzugfahrzeug A (höchstes zulässiges Gesamtgewicht nach Abzug der Sattellast 9 t) samt Sattelanhänger A (höchstes zulässiges Gesamtgewicht 18 t) wird ausschließlich im Vor- und Nachlaufverkehr verwendet und vier Mal im Kalendermonat auf der Bahn befördert. Die Ermäßigung für die Bahnbeförderung kann für diese Kraftfahrzeuge in diesem Kalendermonat nicht in Anspruch genommen werden, weil dieses Sattelzugfahrzeug samt Sattelanhänger für diesen Kalendermonat gemäß § 2 Abs. 1 Z 14 KfzStG (Vor- und Nachlaufverkehr) von der Kraftfahrzeugsteuer befreit ist.Auf denselben Steuerschuldner ist in diesem Kalendermonat ein Sattelzugfahrzeug B (höchstes zulässiges Gesamtgewicht nach Abzug der Sattellast 9 t) samt Sattelanhänger B (höchstes zulässiges Gesamtgewicht 24 t) zugelassen. Nachdem die Ermäßigung für Sattelzugfahrzeug A und Auflieger A nicht in Anspruch genommen werden kann, ermäßigt sich die Kraftfahrzeugsteuer für Sattelzugfahrzeug B und Auflieger B auf Antrag im Ausmaß von vier Mal 15 Prozent der Kraftfahrzeugsteuer, welche für die mit der Bahn beförderten Fahrzeuge A anfallen würde, wenn diese nicht befreit wären.Berechnung der Ermäßigung:
    Kfz-Steuer die für Sattelzug A zu entrichten wäre:
    Kfz A: 9 t x 1,55 Euro = 15,00 Euro (Mindeststeuer) 15 Prozent Ermäßigung
    = 2,25 Euro 
    Anhänger A: 18 t x 1,70 Euro = 30,60 Euro 15 Prozent Ermäßigung
    = 4,59 Euro 
    Kfz-Steuer für Sattelzug B:   
    Kfz B: 9 t x 1,55 Euro = 15,00 Euro 
    Ermäßigung 4 x 15 Prozent der Steuer für Kfz A = 4 x 2,25 Euro = -9,00 Euro (max. 15,00) 
    Kfz-Steuer für Kfz 6,00 Euro
       
    Anhänger B: 24 t x 1,90 Euro =  45,60 Euro
    Ermäßigung 4 x 15 Prozent d. Steuer für Anhänger A = 4 x 4,59 = - 18,36 (max. 45,60) 
    Kfz-Steuer für Anhänger B  27,24 Euro

Steuerschuldner

Steuerschuldnerin/Steuerschuldner ist bei Kraftfahrzeugen, die in einem inländischen Zulassungsverfahren zugelassen wurden, die Person, für die das Fahrzeug zugelassen ist.

In allen anderen Fällen (zB widerrechtliche Verwendung, in einem ausländischen Zulassungsverfahren zugelassene Kraftfahrzeuge) die Person, die das Fahrzeug verwendet.

Das Fahrzeug wird von derjenigen Person verwendet, die über das Fahrzeug rechtmäßig oder tatsächlich verfügt; das ist in der Regel die Person, auf deren Rechnung und Gefahr das Fahrzeug benutzt wird. Dies ist vor Allem die rechtmäßige Besitzerin/der rechtmäßige Besitzer, wie zB Entlehner, Mieter oder Leasingnehmer, aber auch jede andere Person, die das Fahrzeug im Inland nicht nur vorübergehend benutzt.

Dauer der Steuerpflicht

Für ein in einem inländischen Zulassungsverfahren zugelassenes Kraftfahrzeug beginnt die Steuerpflicht mit dem Tag der Zulassung und dauert bis zum Tag, an dem die Zulassung endet (tageweise Berechnung der Steuer). Angefangene Tage gelten als volle Tage.

  • Beispiel
    Zulassung eines Lkw (höchstes zulässiges Gesamtgewicht 11,5 t) am 10. Mai 2013. Im Mai besteht für 22 Tage Steuerpflicht. Am 15. November 2013 wird das Kraftfahrzeug abgemeldet. Im November besteht die Steuerpflicht für 15 Tage.

Bei widerrechtlicher Verwendung ist die Steuer von Beginn des Kalendermonates, in dem die widerrechtliche Verwendung einsetzt (das ist der Monat, der dem Monat folgt, in welchem die Zulassung im Inland vorzunehmen gewesen wäre), bis zum Ablauf des Kalendermonates, in dem die widerrechtliche Verwendung endet, zu erheben (keine tageweise Berechnung der Steuer). Die Steuer ist jedenfalls für einen Mindestzeitraum von einem Monat zu erheben.

Für ein in einem ausländischen Zulassungsverfahren zugelassenes Kraftfahrzeug beginnt die Steuerpflicht mit dem Tag des Grenzeintrittes und dauert bis zum Tag des Grenzaustrittes (tageweise Berechnung der Steuer), sofern nicht zwischenstaatliche Abkommen anderes vorsehen.

Änderungen der für die Steuerberechnung maßgebenden Verhältnisse sind ab dem Tag der Änderung zu berücksichtigen.

Bemessungsgrundlage

  • Krafträdern der in der Zulassungsbescheinigung eingetragene Hubraum 
  • Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen die in der Zulassungsbescheinigung eingetragene, um 24 Kilowatt verringerte Leistung des Verbrennungsmotors
  • Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen das in der Zulassungsbescheinigung eingetragene höchste zulässige Gesamtgewicht 

Fehlt eine entsprechende Eintragung, ist

  • bei Krafträdern ein Hubraum von 350 Kubikzentimeter,
  • bei Personen- und Kombinationskraftwagen eine Leistung des Verbrennungsmotors von 50 kW,
  • im Übrigen ein höchstes zulässiges Gesamtgewicht von acht Tonnen anzusetzen.

Steuersatz

Mehrspurige Kraftfahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen

Der Steuersatz beträgt je Monat :

  • bei Kraftfahrzeugen mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen und bis zu 12 Tonnen:  1,55 Euro für jede Tonne höchstes zulässiges Gesamtgewicht, mindestens 15 Euro

  • bei Kraftfahrzeugen mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 12 Tonnen bis zu 18 Tonnen 1,70 Euro für jede Tonne höchstes zulässiges Gesamtgewicht

  • bei Kraftfahrzeugen mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 18 Tonnen: 1,90 Euro für jede Tonne höchstes zulässiges Gesamtgewicht, höchstens 80 Euro, bei Anhängern höchstens 66 Euro

Bei der Berechnung der Steuer sind angefangene Tonnen auf volle Tonnen aufzurunden.

Mehrspurige Kraftfahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen

Bemessungsgrundlage ist die um 24 Kilowatt verringerten Leistung des Verbrennungsmotors

Bis zum 28. Februar 2014:

Je Kilowatt der Bemessungsgrundlage 0,60 Euro pro Monat, mindestens jedoch 6 Euro.

Ab 1. März 2014:

  • für die ersten 24 Kilowatt der eingetragenen Leistung je Kilowatt: 0 Euro
  • für die weiteren 66 Kilowatt der eingetragenen Leistung je Kilowatt: 0,682 Euro
  • für die weiteren 20 Kilowatt der eingetragenen Leistung je Kilowatt: 0,726 Euro
  • und für die darüber hinausgehenden Kilowatt der eingetragenen Leistung je Kilowatt: 0,825 Euro

mindestens jedoch 6,82 Euro.

Für vor dem 1. Jänner 1987 erstmals zum Verkehr zugelassene Pkw und Kombi, die mit einem Fremdzündungsmotor ausgestattet sind, erhöht sich die Kraftfahrzeugsteuer um 20 Prozent, sofern diese nicht mit einem geregelten (3-Weg-)Katalysator ausgerüstet sind.

Bei anderen Kraftfahrzeugen als Pkw und Kombi mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen beträgt die Steuer mindestens bis 28. Februar 2014: 6 Euro; ab 1. März 2014: 6,82 Euro und höchstens bis 28. Februar 2014: 66 Euro; ab 1. März 2014: 80 Euro.

Krafträdern

Bei Krafträdern ist Bemessungsgrundlage der in der Zulassungsbescheinigung eingetragene Hubraum.

Der Steuersatz beträgt je Monat 

  • bis 28. Februar 2014: 0,0242 Euro 
  • ab 1. März 2014: 0,0275 Euro

je Kubikzentimeter Hubraum.

Erhebung der Steuer

Anzeigepflicht

Besteht die Verpflichtung zur Entrichtung der Kraftfahrzeugsteuer, so hat die Steuerschuldnerin/der Steuerschuldner diesen Umstand dem Finanzamt innerhalb eines Monats anzuzeigen. Anzeigepflichtiger Umstand ist die Zulassung des ersten steuerpflichtigen Kraftfahrzeuges zum Verkehr. Die Anzeige kann mit dem Formular Kr 20 oder formlos erfolgen.

Aufzeichnungspflicht

Im Inland sind Aufzeichnungen zu führen, aus denen sich die Art und die Kennzeichen der Kraftfahrzeuge, die Dauer der Steuerpflicht und die Steuerbemessungsgrundlage ergeben.

Werden derartige Aufzeichnungen aus anderen Gründen geführt, so sind eigenständige Aufzeichnungen für Zwecke der Kraftfahrzeugsteuer nicht erforderlich.

Erklärungspflicht und Entrichtung der Steuer

Die Steuerschuld entsteht mit Ablauf eines Kalendervierteljahres. Die für das betreffende Kalendervierteljahr zu entrichtende Steuer ist von der Steuerschuldnerin/vom Steuerschuldner selbst zu berechnen und bis zum 15.Tag des auf das Kalendervierteljahr zweitfolgenden Kalendermonats an das Finanzamt zu entrichten. Die Entrichtung hat somit für das

  • erste Kalendervierteljahr bis zum 15. Mai
  • zweite Kalendervierteljahr bis zum 15. August
  • dritte Kalendervierteljahr bis zum 15. November 
  • vierte Kalendervierteljahr bis zum 15. Feber des Folgejahres

zu erfolgen.

Für jedes abgelaufene Kalenderjahr ist bis zum 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres dem Finanzamt eine Steuererklärung über die steuerpflichtigen Kraftfahrzeuge abzugeben. 

Zuständigkeit zur Erhebung

Für Kraftfahrzeuge, die in einem inländischen Zulassungsverfahren zum Verkehr zugelassen sind, ist für die Erhebung der Steuer von natürlichen Personen bzw. Einzelunternehmerinnen/Einzelunternehmern das Wohnsitzfinanzamt, sonst das Betriebsfinanzamt örtlich zuständig.

Bei widerrechtlicher Verwendung eines Kraftfahrzeuges ist das Finanzamt örtlich zuständig, das als erstes Kenntnis davon erlangt. Für Wien ist das Finanzamt Wien 8/16/17 für die Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer zuständig (jedoch nicht für die Einhebung und zwangsweise Einbringung).

Im grenzüberschreitenden Verkehr mit nicht im Inland zugelassenen Kraftfahrzeugen ist das Zollamt zuständig, das als erstes befasst wird oder als erstes einschreitet.

Aufhebung der Zulassung

Die Nicht- oder nicht vollständige Entrichtung der Kraftfahrzeugsteuer ist ein Grund zur Aufhebung der Zulassung, die das Finanzamt bei der Behörde, die das Kraftfahrzeug zum Verkehr zugelassen hat, durch Anzeige geltend machen kann.