Elektrizitätsabgabe

Elektrische Energie, die im Steuergebiet geliefert oder ins Steuergebiet verbracht und dort verbraucht wird, unterliegt der Elektrizitätsabgabe. Die Abgabe ist selbst zu berechnen und beim zuständigen Finanzamt anzumelden. In bestimmten Fällen kann diese Abgabe wieder vergütet werden

Tatbestand (Steuerbarer Vorgang)

Der Elektrizitätsabgabe unterliegen

  1. die Lieferung von elektrischer Energie im Steuergebiet, ausgenommen an Elektrizitätsunternehmen zur Weiterlieferung,
  2. die Weiterleitung an Letztverbraucher durch Netzbetreiber im Steuergebiet sowie
  3. der Verbrauch von selbst hergestellter oder in das Steuergebiet verbrachter elektrischer Energie im Steuergebiet.

Steuergebiet ist das Bundesgebiet, ausgenommen das Gebiet der Ortsgemeinden Jungholz in Tirol und Mittelberg in Vorarlberg.

Bemessungsgrundlage

Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Elektrizitätsabgabe im Sinne der Punkte 1 und 2 sind die im Steuergebiet gelieferte Menge an elektrische Energie bzw. im Sinne des Punktes 3 die im Steuergebiet verbrauchte elektrische Energie in Kilowattstunden (kWh).

Steuersatz

Die Abgabe beträgt 1,5 Cent je kWh. Die Elektrizitätsabgabe errechnet sich somit aus folgender Formel:

Menge an elektrischer Energie in kWh x 0,015 = Steuerschuld in Euro

Befreiungen und Vergütung

Befreiung

Von der Abgabe sind befreit:

  1. Elektrizitätserzeuger unabhängig von der verwendeten Primärenergie bis zu einer Freigrenze von 5.000 kWh für die selbst hergestellte und verbrauchte Energie (§ 2 Z 1 lit. a)
  2. Elektrizitätserzeuger die nachhaltige Primärenergieträger verwenden (Kleinwasserkraftwerke, Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen usw. haben einen Freibetrag von höchstens 25.000 kWh für die selbst hergestellte und selbst verbrauchte elektrische Energie (§ 2 Z 1 lit. b)
  3. die für die Erzeugung und Fortleitung von elektrischer Energie, von Erdgas und von Mineralöl verwendete elektrische Energie (§ 2 Z 2)
  4. die für nichtenergetische Zwecke verwendete elektrische Energie (z.B. Galvanisierung, Elektrolyse) im Wege der Vergütung an den Verwender (§ 2 Z 3) mittels Formular ELA3.

Die Befreiung von der Elektrizitätsabgabe im Sinne von Punkt 3 und 4 erfolgt im Wege der Vergütung. Der Empfänger der elektrischen Energie hat die jeweilige Nutzung nachzuweisen.

Vergütung

Wird elektrische Energie zur Fortleitung von elektrischer Energie, Mineralöl, Erdgas oder für andere nichtenergetische Zwecke verwendet, wird auf Antrag die Elektrizitätsabgabe an denjenigen vergütet, der die elektrische Energie verwendet (Empfänger der elektrischen Energie). Für das Vergütungsverfahren sind die Regelungen des Energieabgabenvergütungsgesetzes sinngemäß anzuwenden, wobei die Vergütung auch monatlich erfolgen kann.

Aufzeichnungspflichten und Rechnungslegungspflichten

Der Abgabenschuldner ist verpflichtet, Aufzeichnungen zu führen, aus denen die gelieferte, verbrauchte bzw. weitergeleitete Menge elektrischer Energie ersichtlich ist. Spätestens in der Jahresabrechnung ist der Abgabenschuldner verpflichtet die Elektrizitätsabgabe offen auszuweisen. Der Empfänger der Lieferung der elektrischen Energie hat dem Abgabenschuldner die weiterverrechnete Elektrizitätsabgabe zu ersetzen.

Abgabenschuldner

Abgabenschuldner ist

  • im Falle der Lieferung von elektrischer Energie derjenige, der die elektrische Energie liefert,
  • im Falle des Verbrauches selbst hergestellter Energie bzw. dem Verbrauch durch Elektrizitätsunternehmen, wenn kein fremdes Leitungsnetz in Anspruch genommen wird derjenige, der die elektrische Energie verbraucht,
  • im Falle der Duldung der Benützung eines Leitungsnetzes zur Lieferung an den Verbraucher, der Netzbetreiber.

Abgabenerklärungspflicht

Der Abgabenschuldner hat bis zum 15. des auf den Kalendermonat zweitfolgenden Monats (Fälligkeitstag) die Abgabe für die im Kalendermonat gelieferte oder verbrauchte bzw. weitergeleitete Menge an elektrischer Energie selbst zu berechnen und an das für die Einhebung der Umsatzsteuer zuständige Finanzamt abzuführen.

Der Abgabenschuldner ist weiters verpflichtet, bis zum 31. März eines jeden Jahres dem Finanzamt eine Jahresabgabenerklärung für das vorangegangene Jahr zu übermitteln. Die Elektrizitätsabgabe ist dem Empfänger spätestens in der Jahresabrechnung offen auszuweisen.

Beträgt die monatliche Steuerschuld nicht mehr als 50 Euro, so ist die Steuerschuld nicht monatlich, sondern einmal jährlich für das ganze Jahr zu entrichten. Ist der gesamte Abgabenbetrag für ein Jahr geringer als 50 Euro, so muss die Abgabe nicht entrichtet werden.

Zusätzliche Informationen

Zuständige Stellen

Die Veranlagung erfolgt bei Ihrem für die Erhebung der Umsatzsteuer zuständigen Finanzamt. Wird die Elektrizitätsabgabe von einem ausländischen Lieferanten, der im Steuergebiet nicht zur Umsatzsteuer veranlagt ist, abgeführt, ist das Finanzamt Graz-Stadt zuständig.

Energieabgabenrichtlinie 2011

Die Energieabgaben-Richtlinien 2011 behandeln Zweifelsfragen und Auslegungsprobleme von allgemeiner Bedeutung, um eine einheitliche Anwendung der geltenden Bestimmungen zur Energieabgabenbesteuerung bzw. zur Energieabgabenvergütung durch die Finanzverwaltung sicherzustellen. Sie enthalten außerdem Regelungen zur Verwaltungsvereinfachung in bestimmten Fällen.

EU-Energiebesteuerungsrichtlinie

Am 27. Oktober 2003 wurde die Richtlinie 2003/96/EG des Rates zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom – wie die EU-Energiebesteuerungsrichtlinie offiziell heißt – in Kraft gesetzt. Mit Inkrafttreten der Richtlinie wurde der Anwendungsbereich des Systems der Mindestbesteuerung, der bisher auf Mineralölerzeugnisse begrenzt war, auf weitere Energieerzeugnisse, einschließlich Kohle und Erdgas, und Elektrizität ausgeweitet. Die Richtlinie trat am 1. Januar 2004 in Kraft.

Rechtsgrundlagen

Die Rechtsgrundlagen finden Sie national auf der Seite Rechtsinformationssystem (RIS) und auf der Rechtsinformationsseite der Europäischen Union (EUR-LEX). Im Folgenden auszugsweise die wichtigsten Normen:

Formulare

Für Ihren Abgabenerklärung oder Ihren Antrag gegenüber dem zuständigen Finanzamt verwenden Sie bitte die Formulare aus der Formulardatenbank.