Steuerliche Folgen bei Übertragung des vermieteten (verpachteten) Gebäudes

Welche Übertragungsarten es gibt und welche steuerlichen Folgen daraus entstehen, darüber wollen wir Sie nachfolgend informieren.

Steuerliche Begünstigungen bleiben bei Übertragungen nicht immer aufrecht. Dabei muss man unterscheiden zwischen:

  • Entgeltlichen Übertragungen
  • Unentgeltlichen Übertragungen

Entgeltliche Übertragung

  • Bei entgeltlicher Übertragung (insbesondere Verkauf) des vermieteten Gebäudes gehen noch offene Zehntelabsetzungen im Rahmen der Instandhaltungs- oder Instandsetzungsaufwendungen und restliche Zehntel- bis Fünfzehntelabsetzungen von begünstigten Herstellungsaufwendungen verloren. Die bisherige Eigentümerin/Der bisherige Eigentümer darf ab dem Kalenderjahr nach der Eigentumsübertragung des Gebäudes keine restlichen verteilten Absetzungen mehr geltend machen, die neue Eigentümerin/der neue Eigentümer kann die Teilbeträge nicht übernehmen.
  • Hat die Überträgerin/der Überträger in den letzten 15 Jahren Herstellungsaufwendungen begünstigt abgesetzt, kommt es bei der entgeltlichen Übertragung im Rahmen der Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen zu einer pauschalen Nachversteuerung der Hälfte der beschleunigten Absetzungen im Rahmen der pauschalen Einkünfteermittlung für Altgebäude (§ 30 Abs. 4 EStG). Bei der Regeleinkünfteermittlung (§ 30 Abs. 3 EStG) sind ohnehin nur die noch nicht abgesetzten Herstellungskosten einkünftemindernd abzuziehen. Bei Übertragung bis 31. März 2012 waren "besondere Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung" zu versteuern. Dadurch wurden die "zu hohen Werbungskosten" nachträglich steuerlich erfasst, die sich aus der Differenz zwischen der Normal-AfA und der begünstigten Absetzung ergeben.
  • Der Überschuss aus dem Verkauf der Immobilie ist ab 1. April 2012 grundsätzlich als Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen (§ 30 EStG) steuerpflichtig, sofern nicht ein Befreiungstatbestand erfüllt ist.

Unentgeltliche Übertragung

  • Die unentgeltliche Übertragung des Gebäudes erfolgt entweder unter Lebenden (insbesondere durch Schenkung) oder von Todes wegen (insbesondere durch Erbschaft oder Vermächtnis).
  • Bei unentgeltlicher Übertragung kann die Erwerberin/der Erwerber verbliebene Zehntel- oder Fünfzehntelabsetzungen weiterführen, und zwar grundsätzlich beginnend mit dem auf den unentgeltlichen Erwerb folgenden Jahr. Alternativ dazu kann der Zehntel- oder Fünfzehntelbetrag des Übertragungsjahres monatsaliquot zwischen Überträgerin/Überträger und Erwerberin/Erwerber aufgeteilt werden.

Detaillierte Informationen zu diesem Thema  finden Sie unter "Private Grundstücksveräußerungen

Stand: 05.03.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen