EU/Mitgliedsländer/Drittstaaten

Liste der für ausländische Unternehmer zuständigen Behörden in den EU-Mitgliedstaaten

Hier finden Sie die Anschriften der zuständigen Behörden der ausländischen Finanzverwaltungen, bei denen weitere Informationen zur Umsatzbesteuerung im jeweiligen EU-Mitgliedstaat eingeholt werden können. 

Liste der für ausländische Unternehmer zuständigen Behörden in Drittstaaten

Hier  finden Sie die Anschriften der für ausländische Unternehmerinnen/Unternehmer zuständigen Steuerbehörden der Drittstaaten, soweit sie dem Bundesministerium für Finanzen bekannt sind und zur Verfügung stehen.

Mehrwertsteuersätze und Schwellenwerte in der EU

Auf diesen Seiten finden Sie einen Überblick und Informationen zu den geltenden Mehrwertsteuersätzen und Schwellenwerten der EU-Mitgliedstaaten, veröffentlicht durch die EU-Kommission.

Elektronische Dienstleistungen und Sonderregelung für Drittlandsunternehmer nach § 25a UStG 1994

Eine elektronische Dienstleistung ist eine Leistung, die über das Internet oder ein ähnliches elektronisches Netz erbracht wird, deren Erbringung aufgrund ihrer Art im Wesentlichen automatisiert und nur mit minimaler menschlicher Beteiligung erfolgt und ohne Informationstechnologie nicht möglich ist.

Elektronische Dienstleistungen sind ua.:

  • Bereitstellung von Web-Sites, Web-Hosting, Online-Data-Ware-Housing (Datenspeicherung und –abruf auf elektronischem Wege)
  • Bereitstellung von Software und deren Aktualisierung (Updates)
  • Bereitstellung von Bildern, Texten und Informationen (E-Books; Online-Zeitungen)
  • Bereitstellung von Datenbanken (zB Suchmaschinen)
  • Bereitstellung von Musik, Filmen und Spielen, einschließlich Glücksspielen und Lotterien sowie von Sendungen und Veranstaltungen aus dem Bereich Politik, Kultur, Kunst, Sport, Wissenschaft und Unterhaltung
  • Erbringung von elektronischen Fernunterrichtsleistungen

Keine elektronischen Dienstleistungen sind ua.:

  • Lieferungen auf Grund elektronischer Bestellung
  • Lieferungen von körperlichen Datenträgern (zB CD-Rom, CD, Disketten, DVD etc.)
  • Lieferungen von Druckerzeugnissen sowie von Spielen auf CD-Rom
  • Nicht automatisierter Fernunterricht
  • Reparatur von EDV-Ausrüstung
  • Kommunikation via E-Mail (auch Beratungsleistungen)
  • Internetzugang sowie Videofonie

Bei elektronischen Dienstleistungen bestimmt sich der Leistungsort grundsätzlich nach dem Empfängerortprinzip, dh. bei Leistungen zwischen Unternehmern erfolgt die Besteuerung dort, wo die Leistungsempfängerin/der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt (§ 3a Abs. 6 UStG 1994). Liegt der Leistungsort einer elektronischen Dienstleistung einer ausländischen Unternehmerin/eines ausländischen Unternehmers auf Grund dieser Regelung in Österreich, so geht die Steuerschuld unter den Voraussetzungen des § 19 Abs. 1 UStG 1994 auf die Leistungsempfängerin/den Leistungsempfänger über.

Wird die elektronische Dienstleistung von einer EU-Unternehmerin/einem EU-Unternehmer gegenüber einer Nichtunternehmerin/einem Nichtunternehmer aus dem EU-Gebiet ausgeführt, so richtet sich der Leistungsort nach § 3a Abs. 7 UStG 1994 und ist in jenem Mitgliedstaat zu versteuern, wo die leistende Unternehmerin/der leistende Unternehmer sein Unternehmen betreibt (Unternehmerort). Hingegen kommt bei derartigen Leistungen einer EU-Unternehmerin/eines EU-Unternehmers gegenüber einer Nichtunternehmerin/einem Nichtunternehmer aus einem Drittland wiederum das Empfängerortprinzip zur Anwendung (§ 3a Abs. 13 lit. a UStG 1994).

Erbringt eine Drittlandsunternehmerin/ein Drittlandsunternehmer eine solche an eine Nichtunternehmerin/einen Nichtunternehmer aus dem EU-Raum, bleibt es ebenfalls beim Empfängerortprinzip (§ 3a Abs. 13 lit. b UStG 1994).

Ist die Empfängerin/der Empfänger einer elektronischen Dienstleistung eine Privatperson, kommt es nicht zum Übergang der Steuerschuld und die leistende Unternehmerin/der leistende Unternehmer bleibt Steuerschuldner.

Ist eine Drittlandsunternehmerin/ein Drittlandsunternehmer in diesen Fällen der Leistungserbringung gegenüber Nichtunternehmerinnen/Nichtunternehmern nicht im EU-Gemeinschaftsgebiet für Mehrwertsteuerzwecke registriert, so kann sie/er sich unter bestimmten Bedingungen dafür entscheiden, sich in einem der EU-Mitgliedstaat steuerlich erfassen zu lassen.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der in Österreich in diesem Zusammenhang geltenden Sonderregelung des § 25a UStG 1994 ist, dass die Drittlandsunternehmerin/der Drittlandsunternehmer im Gemeinschaftsgebiet

  • weder Wohnsitz, Sitz oder Betriebsstätte hat,
  • ausschließlich Umsätze gemäß § 3a Abs. 13 lit. b UStG 1994 tätigt,
  • für Zwecke der Umsatzsteuer nicht erfasst ist und auf elektronischem Weg dem Finanzamt Graz-Stadt die Option zur Sonderregelung mitteilt.

Dies erfolgt durch einen Online-Antrag auf Registrierung ihres/seines Unternehmens. Wird der Antrag genehmigt, erhält die Unternehmerin/der Unternehmer mittels E-Mail seine EU-Identifikations-Nummer sowie seinen Benutzernamen und sein Passwort an die bekannt gegebene E-Mail-Adresse zugesandt. Sie/Er ist dann verpflichtet, Umsätze gemäß § 3a Abs. 13 lit. b UStG 1994 auf elektronischem Wege über die oben angeführte Internetadresse zu erklären.

Unternehmerinnen/Unternehmer haben die Anzeige über den Beginn der Tätigkeit und die Inanspruchnahme der Sonderregelung zu übermitteln, bevor sie Umsätze nach § 3a Abs. 13 lit. b UStG 1994 im Gemeinschaftsgebiet ausführen.

Die Unternehmerin/Der Unternehmer kann die Ausübung des Wahlrechtes widerrufen (§ 25a Abs. 10 UStG 1994). Dieser Widerruf ist nur bis zum Beginn eines Kalendervierteljahres mit Wirkung ab diesem Zeitraum möglich.

eLearning Kurs über die MwSt.-Richtlinie auf der Website der Europäischen Kommission

Der eLearning-Kurs wurde von der Europäischen Kommission unter dem Fiscalis 2013 Programm entwickelt. Er richtet sich an Unternehmen, Steuerbeamtinnen/Steuerbeamte in EU-Ländern und alle an MwSt.-Fragen Interessierte. Inhaltlich geht es um die Erklärung der Grundprinzipien, auf der die "MwSt.-Richtlinie" der EU (Nr. 2006/112/EG) beruht. Die Schulung wurde von der Generaldirektion Steuern und Zollunion der Europäischen Kommission in enger Zusammenarbeit mit Steuerexpertinnen/Steuerexperten nationaler Behörden entwickelt.

Weitere Informationen zum Kurs, wie auch den Kurs selbst, finden Sie unter http://ec.europa.eu/taxation_customs/common/elearning/vat/index_de.htm