Sonstige Institutionen

Neben der Weltbankgruppe, den regionalen und europäischen Finanzinstitutionen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer internationaler Finanzinstitutionen, die jedoch einen sachlich oder regional eingeschränkten Aufgabenkreis betreuen, wie beispielsweise der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung für den Landwirtschaftsbereich, die Globale Umweltfazilität für den Umweltbereich.

Österreich ist auch an weiteren entwicklungspolitisch relevanten internationalen Finanzinstitutionen mit einem sachlich oder regional eingeschränkten Aufgabenkreis beteiligt, wie dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung und der Globalen Umweltfazilität für den Umweltbereich.

Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD)

Die zentrale Aufgabe des 1977 gegründeten Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) ist dieArmutsbekämpfung im ländlichen Raum und die Steigerung der Lebensmittelproduktion. Er ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Rom.

Vor dem Hintergrund, dass nach wie vor über 800 Millionen Menschen an Hunger und Mangelernährung leiden und davon drei Viertel in ländlichen Gebieten leben, ist der Themenkomplex Landwirtschaft, nachhaltige Lebensmittelproduktion und ländliche Entwicklung nicht nur im Zuge von immer wiederkehrenden Nahrungsmittelkrisen in das Zentrum der entwicklungspolitischen Diskussion gerückt, er gewinnt auch vor dem Hintergrund der Migrationskrise und des Klimaschutzes enorm an Bedeutung.

IFAD mobilisiert die nötigen Ressourcen zur Unterstützung der ärmsten ländlichen Bevölkerungen in den Entwicklungsländern durch periodische Fondswiederauffüllungen seitens ihrer Mitglieder und Ko-Finanzierungen mit Entwicklungspartnern. IFAD gewährt den ärmsten Entwicklungsländern Darlehen zu sehr günstigen Bedingungen und in geringem Ausmaß auch nicht rückzuzahlende Zuschüsse.

Der Fonds hat derzeit 172 Mitglieder; in 90 davon ist er operativ tätig. 2015 wurde die zehnte Wiederauffüllung des Fonds beschlossen. Insgesamt wurden 1,112 Milliarden US-Dollar (einschließlich Zusatzbeiträge) für die Jahre 2016 bis 2018 zugesagt. Österreich ist daran mit einem Anteil von rd. 2 Prozent beteiligt.


Globale Umweltfazilität (GEF)

Die Globale Umweltfazilität (GEF) ist ein internationaler Finanzierungsmechanismus zur Behebung globaler Umweltprobleme im Bereich Klimaänderung, biologische Vielfalt, Ozonloch, Internationale Gewässer, Landverödung und persistente organische Stoffe. Die Finanzierung erfolgt durch einen in der Weltbank eingerichteten Treuhandfonds, der alle vier Jahre wieder aufgefüllt wird. Die 7. Wiederauffüllung der GEF beginnt im Frühjahr 2017 und soll bis Anfang 2018 abgeschlossen werden.

GEF finanziert nur Projekte in Entwicklungs- und Transformationsländern, die die Behebung von globalen Umweltproblemen zum Ziel haben. Die GEF Projekte werden von den Implementierungsagenturen Weltbank, UNDP, UNEP, UNIDO, IFAD, FAO, AsEB, AfEB, EBRD und IDB durchgeführt. Die Politikrichtlinien für die GEF Bereiche werden von den jeweiligen UN-Konventionen vorgegeben.

GEF wurde 1991 gegründet und Österreich ist nach der Pilotphase 1994 beigetreten. Heute hat GEF 182 Mitglieder und ist der größte Financier für globale Umweltprojekte.

Die Organisationsstruktur des GEF besteht aus Assembly, Council und Sekretariat. 2006 wurde ein unabhängiges Evaluierungsbüro geschaffen. Die Leiterin oder der Leiter der GEF wird für vier Jahre gewählt (derzeit Ishii Naoko).