Sonstige Institutionen

Neben der Weltbankgruppe, den regionalen und europäischen Finanzinstitutionen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer internationaler Finanzinstitutionen, die jedoch einen sachlich oder regional eingeschränkten Aufgabenkreis betreuen, wie beispielsweise der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung für den Landwirtschaftsbereich, die Globale Umweltfazilität für den Umweltbereich, der Gemeinsame Rohstofffonds für Rohstofffinanzierungen oder der Arab Fund und die Karibische Entwicklungsbank.

Österreich ist an folgenden kleineren Internationalen Finanzinstitutionen beteiligt:

Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD)

Die zentrale Aufgabe des 1977 gegründeten Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) ist Armutsbekämpfung im ländlichen Raum und Steigerung der Lebensmittelproduktion. Er ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Rom.

IFAD mobilisiert die nötigen Ressourcen zur Unterstützung der ärmsten ländlichen Bevölkerungen in den Entwicklungsländern durch periodische Fondswiederauffüllungen seitens ihrer Mitglieder und Ko-Finanzierungen mit Entwicklungspartnern. IFAD gewährt den ärmsten Entwicklungsländern Darlehen zu sehr günstigen Bedingungen und in geringem Ausmaß auch nicht rückzuzahlende Zuschüsse.

Wesentliche Elemente von IFADs Strategie sind die Erleichterung des Zugangs zu Kleinkrediten, angepassten Technologien, fairen Märkten, Basisinfrastruktur, Gesundheitsdiensten und Grundschulbildung. Durch stärkere Ausrichtung auf Gewinnorientierung und Zusammenarbeit mit dem Privatsektor sollen die Kleinbauern und ländlichen Kleinbetriebe in bestehende Wertschöpfungsketten integriert werden und ihnen der Zugang zur Erwerbswirtschaft erleichtert werden.

In den letzten 30 Jahren finanzierte IFAD rund 892 Programme und Projekte im Wert von 13,7 Milliarden US‑Dollar. Die Leistungen von IFAD sind Teil der Finanzarchitektur der multilateralen Entwicklungshilfe und ergänzen die Kredite der Weltbankgruppe und der regionalen Entwicklungsbanken. Österreich ist Gründungsmitglied von IFAD und trug bisher im Rahmen von Fondswiederauffüllungen rund 53 Millionen Euro zum Kapital der Institution bei.

Globale Umweltfazilität (GEF)

Die Globale Umweltfazilität (GEF) ist ein internationaler Finanzierungs-Mechanismus zur Behebung globaler Umweltprobleme im Bereich Klimaänderung, biologische Vielfalt, Ozonloch, Internationale Gewässer, Landverödung und persistente organische Stoffe. Die Finanzierung erfolgt durch einen in der Weltbank eingerichteten Treuhandfonds, der alle vier Jahre wieder aufgefüllt wird.

GEF finanziert nur Projekte in Entwicklungs- und Transformationsländer, die die Behebung von globalen Umweltproblemen zum Ziel hat. Die GEF Projekte werden von den Implementierungsagenturen Weltbank, UNDP, UNEP, UNIDO, IFAD, FAO, AsEB, AfEB, EBRD und IDB durchgeführt. Die Politikrichtlinien für die GEF Bereiche werden von den jeweiligen UN-Konventionen vorgegeben.

GEF wurde 1991 gegründet und Österreich ist nach der Pilotphase 1994 beigetreten. Heute hat GEF 182 Mitglieder und ist der größte Financier für globale Umweltprojekte.

Die Organisationsstruktur des GEF besteht aus Assembly, Council und Sekretariat. 2006 wurde ein unabhängiges Evaluierungsbüro geschaffen. Die Leiterin oder der Leiter der GEF wird für vier Jahre gewählt (derzeit Ishii Naoko).

Gemeinsamer Rohstofffonds (CFC)

Der Gemeinsame Rohstofffonds (CFC) ist Ende der 70er Jahre ausgehandelt worden, um den Entwicklungsländern durch Marktinterventionen und Diversifikationsmaßnahmen höhere Einkommen aus Rohstoffexporten zu ermöglichen. Er trat nach den erforderlichen Ratifikationen 1989 in Kraft; ist jedoch auf Grund fehlender Nachfrage und Mittel nur zum Teil aktiv.