Wettgebührenabrechnung

Einer Gebühr unterliegen im Inland abgeschlossene Wetten, die nicht unter das Glücksspielgesetz (GSpG) fallen, wenn zumindest eine der am Rechtsgeschäft mitwirkenden Personen Unternehmerin/Unternehmer entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen ist. Von diesem Tatbestand umfasst sind insbesondere Wetten auf den Ausgang sportlicher Bewerbe (nicht jedoch Wetten auf den Ausgang aufgezeichneter oder virtueller sportlicher Bewerbe, die Glücksspiele darstellen und den Glücksspielabgaben der §§ 57 ff GSpG unterliegen).

Unternehmerin/Unternehmer entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen ist, wer selbstständig eine nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen ausübt, mag sie auch nicht auf Gewinn gerichtet sein.

Dies sind insbesondere alle Rechtspersonen, die gewerbsmäßig Wetten abschließen oder vermitteln (zB Buchmacher und Totalisateure nach den jeweiligen Landesgesetzen).

Eine Wette gilt auch dann als im Inland abgeschlossen, wenn sie vom Inland in das Ausland vermittelt wird oder wenn die Teilnahme an dem Rechtsgeschäft Wette vom Inland aus erfolgt. Als Vermittlung gilt jedenfalls die Annahme und die Weiterleitung von Wetteinsätzen sowie die Mitwirkung am Zustandekommen der Wette auf andere Art und Weise.

Wer zum Abschluss oder zur Vermittlung von Wetten befugt ist, regeln die jeweiligen Landesgesetze (zB Gesetz vom 1. Juli 2003 über den Abschluss und die Vermittlung von Wetten im Land Steiermark (Steiermärkisches Wettgesetz), LGBl. Nr. 79/2003 in der geltenden Fassung).

Personen, die gewerbsmäßig Wetten abschließen oder vermitteln, haben besondere Aufzeichnungen zu führen, aus denen die für die Berechnung der Gebühr erforderlichen Grundlagen zu entnehmen sind.

Das sind insbesondere:

  • Die fortlaufende Nummer des Wetttickets
  • Datum des Wettabschlusses
  • Wettereignis
  • Datum des Wettereignisses
  • Wetteinsatz

Die Gebühr beträgt zwei Prozent vom Wetteinsatz. Wenn die Einsätze unterschiedlich hoch sind, beträgt die Gebühr zwei Prozent vom höheren Wetteinsatz.

Wer erstmalig den Abschluss oder die Vermittlung von Wetten anbietet, hat dem Finanzamt für Gebühren, Verkehrsteuern und Glücksspiel die Betriebseröffnung mit formloser Mitteilung innerhalb eines Monats zu melden und um Zuteilung einer Steuernummer zu ersuchen.

Die Gebührenschuld entsteht mit der Bezahlung des Wetteinsatzes. Die selbst berechnete Gebühr ist spätestens am Fälligkeitstag zu entrichten.

Die Wettgebühr ist, auch wenn keine Urkunde über das Rechtsgeschäft Wette errichtet wird, ohne amtliche Bemessung unmittelbar an das Finanzamt für Gebühren, Verkehrsteuern und Glücksspiel zu entrichten, also selbst zu berechnen und abzuführen.

Die Wettgebührenabrechnung ist, sofern dies der/dem zur Gebührenentrichtung Verpflichteten aufgrund ihrer/seiner technischen Voraussetzungen zumutbar ist, elektronisch über FinanzOnline bis zum 20. des dem Entstehen der Gebührenschuld folgenden Monates (Fälligkeitstag) dem Finanzamt zu übermitteln. Dies gilt als Gebührenanzeige entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen.

Ist der/dem zur Gebührenentrichtung Verpflichteten mangels technischer Voraussetzungen (zB kein Internetanschluss) die elektronische Übermittlung der Abrechnung nicht zumutbar, ist die Abrechnung mit dem Formular Wettgebührenabrechnung Geb 6 dem Finanzamt bis zum Fälligkeitstag vorzulegen. Weitere Erläuterungen zur Selbstberechnung der Gebühr auf Wetten anlässlich sportlicher Veranstaltungen finden Sie auf dem Formular Geb6a.

Stand: 01.01.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen