Mitnahme von Bargeld

Es besteht Anmeldepflicht für Reisende mit 10.000 Euro oder mehr an Barmitteln, wenn die Grenzüberschreitung in die EU bzw. aus der EU durchgeführt wird. Dies dient der Bekämpfung illegaler Geldbewegung im Kampf gegen Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus.

Der EU-Ministerrat verabschiedete am 12. Juli 2005 eine Verordnung zur Kontrolle von Bargeldbewegungen in die EU und aus der EU. Sie gilt seit 15. Juni 2007 in allen Mitgliedstaaten.

Danach müssen Reisende, die in die Gemeinschaft einreisen oder aus ihr ausreisen und Barmittel von 10.000 Euro oder mehr (oder den Gegenwert in anderen Währungen oder anderen leicht konvertiblen Werten wie auf Dritte ausgestellte Schecks) mit sich führen, diesen Betrag bei den Zollbehörden anmelden. Die Zollbehörden werden gemäß der Verordnung ermächtigt, natürliche Personen, ihr Gepäck und ihre Verkehrsmittel zu kontrollieren und nicht angemeldetes Bargeld einzubehalten.

Die Anmeldung der Barmittel erfolgt beim Zollamt bei der Ein- oder Ausreise mittels Anmeldeformular ZA 292. Dieses befindet sich in der Formularsammlung der Website des Bundesministeriums für Finanzen sowohl in Deutsch als auch in Englisch bzw. liegt in den Zollämtern auf.

Die Zollverwaltung empfiehlt, das Anmeldeformular ZA 292 bereits ausgefüllt beim Zollamt abzugeben, um eine rasche Abwicklung zu gewährleisten. Falls Unklarheiten bestehen, beantworten die zuständigen Zollbeamten gerne auftretende Fragen und geben Hilfestellung beim Ausfüllen des Formulars.

Diese Anmeldepflicht soll illegale Geldbewegungen als Vorbeugung gegen rechtswidrige Handlungen wie Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus unterbinden.

Anzumeldende Barmittel

In der Verordnung über die Überwachung von Barmitteln (siehe Artikel 2 der Verordnung (EG) Nr. 1889/2005) und den nationalen Vorschriften wird der Begriff "Barmittel" folgendermaßen definiert:

  • übertragbare Inhaberpapiere einschließlich Zahlungsinstrumente mit Inhaberklausel wie Reiseschecks,
  • übertragbare Papiere (einschließlich Schecks, Solawechsel und Zahlungsanweisungen), entweder mit Inhaberklausel, ohne Einschränkung indossiert, auf einen fiktiven Zahlungsempfänger ausgestellt oder in einer anderen Form, die den Übergang des Rechtsanspruchs bei Übergabe bewirkt,
  • unvollständige Papiere (einschließlich Schecks, Solawechsel und Zahlungsanweisungen), die zwar unterzeichnet sind, auf denen aber der Name des Zahlungsempfängers fehlt,
  • Bargeld, dh. Banknoten und Münzen, die als Zahlungsmittel im Umlauf sind.
  • Gold und andere Edelmetalle (nationale Vorschrift)

Informationen zu Schecks

Artikel 2 der Verordnung (EG) Nr. 1889/2005 bezieht sich auf Bargeld und Zahlungsinstrumente, deren Wert von einer Person auf eine andere übertragen werden kann. Dazu gehören sämtliche Finanz- und Zahlungsinstrumente, deren Herkunft und Bestimmung anonym sind, oder die von mehreren Empfängern nacheinander indossiert oder übertragen werden können, unter anderem auch Schecks.

Auf Dritte ausgestellte Schecks, dh. Schecks, die zur Einzahlung auf ein Konto einer anderen Person als des genannten Zahlungsempfängers oder zur Auszahlung an diese Person vorgelegt werden, müssen angemeldet werden. Schecks, die an den Inhaber des Bankkontos, von dem der Betrag abgebucht wird, auszuzahlen sind, können zurückverfolgt werden und müssen somit nicht angemeldet werden.

Information zu Bargeld (Banknoten und Münzen)

Banknoten und Münzen, die als Zahlungsmittel in Umlauf sind, fallen - unabhängig davon aus welchem Material sie bestehen - unter die Begriffsbestimmung "Barmittel".

Währungen, die als Zahlungsmittel nicht mehr gültig sind, werden nicht als Barmittel betrachtet.

Alte Münzen (Sammlermünzen) und Edelmetallmünzen fallen ebenfalls nicht unter diesen Begriff.

Banknoten und Münzen, die nicht frei konvertierbar sind, wie der marokkanische Dirham, fallen unter den Begriff "Barmittel".

Informationen zu Kasino-Spielmarken

Kasino-Spielmarken (auch Chips genannt), die in Kasinos als Währung dienen, gelten nicht als Barmittel.

Meldepflichtige Personen

Jede natürliche Person, die in die EU einreist oder aus der EU ausreist und Barmittel in Höhe von 10.000 Euro oder mehr mit sich führt, muss diesen Betrag bei den zuständigen Behörden des Mitgliedstaats, über den sie in die EU einreist oder aus der EU ausreist, anmelden.

  • Zu den natürlichen Personen gehören alle Reisenden und Crewmitglieder, die in das Gebiet der EU auf dem Luft-, Land-, Schienen- oder Seeweg einreisen oder dieses verlassen.
  • Führt diese Person für eine juristische Person (beispielsweise das Unternehmen, bei dem sie beschäftigt ist) Barmittel mit sich, so muss diese Person bei der Barmittelanmeldung den Namen des Unternehmens nennen.
  • Reisen Personen in einer Gruppe, so gilt die Höchstgrenze von 10.000 Euro für jedes einzelne Mitglied der Gruppe.
  • Auch Minderjährige sowie Personen mit geistiger Behinderung und geschäftsunfähige Erwachsene unterliegen der Verpflichtung, Barmittel anzumelden. Die Anmeldung erfolgt über die Eltern oder den gesetzlichen Vormund bzw. den gesetzlichen Vertreter.

Informationen in Ihrer Sprache

In einer mehrsprachigen Broschüre können Sie nachlesen, welche Vorschriften für Barmittelkontrollen gelten. Sie ist in mehreren EU-Sprachen sowie in Arabisch, Chinesisch, Farsi, Hindi, Japanisch, Russisch, Serbien, Türkisch und Vietnamesisch erhältlich.

Weitere Informationen befinden sich auf der Website der Europäischen Kommission.