Kapitalverkehrsteuergesetz

Das Kapitalverkehrsteuergesetz umfasst die Gesellschaftsteuer, die Wertpapiersteuer und die Börsenumsatzsteuer. Die Wertpapiersteuer wird ab 1995 nicht mehr erhoben, die Börsenumsatzsteuer ist mit 1. Oktober 2000 außer Kraft getreten. Die Gesellschaftsteuer erfasst die Kapitalzufuhr an Kapitalgesellschaften im Sinne des KVG durch einen Gesellschafter. Die Gesellschaftsteuer ist mit Ablauf des 31. Dezember 2015 außer Kraft getreten; sie ist nur mehr in jenen Fällen anzuwenden, in denen die Steuerschuld vor dem 1. Jänner 2016 entstanden ist.  

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich somit nur auf jene Fälle, in denen die Steuerschuld eben vor dem 1. Jänner 2016 entstanden ist:

Als Kapitalgesellschaften nach KVG gelten:

  • AG, Societas Europaea (SE)
  • GmbH
  • GmbH & Co. KG

Die wichtigsten Tatbestände

  • Ersterwerb von Gesellschaftsrechten an inländischer Kapitalgesellschaften auf Grund einer Neugründung, einer Kapitalerhöhung
  • Verpflichtende Gesellschafterleistungen, wie die Resteinzahlungen auf das Stammkapital
  • Freiwillige Gesellschafterleistungen gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten
  • Freiwillige Gesellschafterleistungen, die geeignet sind, den Wert der Gesellschaftsrechte zu erhöhen (taxativ aufgezählt), zB Zuschuss, Forderungsverzicht, Nutzung unverzinslicher Gesellschafterdarlehen (Zinsersparnis)

Wichtigste Ausnahmen

  • Neugründungen nach dem Neugründungs-Förderungsgesetz
  • Tatbestände, die unter das Umgründungssteuergesetz fallen
  • Weitere Befreiungstatbestände sind in § 6 KVG normiert

Bemessungsgrundlage

  • Ersterwerb von Gesellschaftsrechten: Wert der Gegenleistung oder, wenn keine Gegenleistung zu erbringen ist, Wert der Gesellschaftsrechte
  • Verpflichtende oder freiwillige Gesellschafterleistung: Wert der Leistung

Steuersatz

Der Steuersatz beträgt 1 Prozent

Weiterführende Informationen

Stand: 01.01.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen