Vorläufiger Gebarungserfolg 2025
Kurzfassung
Das Konsolidierungsvolumen im Bundesbudget 2025 wurde vollständig erbracht. Durch strengen Budgetvollzug und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen war der Finanzierungssaldo des Bundes 2025 mit -14,4 Mrd. € um 3,7 Mrd. € besser als zum Zeitpunkt der Budgeterstellung erwartet.
Gleichermaßen war auch das gesamtstaatliche Defizit 2025 mit 4,2% des BIP, um 0,3%P besser.
Die Verbesserungen im administrativen Saldo bei Zinsen und Steuern sind im Sinne der EU-Fiskalregeln (Nettoausgabenwachstum) nicht verbessernd anzurechnen. Die EU-Fiskalregeln und der neue Österreichische Stabilitätspakt erfordern weiterhin einen strengen Budgetvollzug in allen Gebietskörperschaften und die konsequente Umsetzung aller vereinbarten Konsolidierungsmaßnahmen.
Links und Downloads
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Monatsbericht Dezember 2025 / Vorläufiger Erfolg 2025 (PDF, 1 MB)
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Monatsbericht Dezember 2025 / Vorläufiger Erfolg 2025 - Tabellen (Excel, 297 KB)
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Alle Dokumente zum Budget 2025: Themen -> Budget 2025
- Pressemeldung Maastricht-Ergebnis 2025 und Notifikation 2026
- Präsentation Maastricht-Ergebnis 2025 und Notifikation 2026 (PDF, 340 KB)
- Statistik Austria - Präsentation Öffentliche Finanzen 2025
Die Auszahlungen betrugen 121,5 Mrd. € und blieben damit um 1,8 Mrd. € unter dem BVA 2025 iHv. 123,2 Mrd. €. Das ist insbesondere auf um 1,6 Mrd. € niedrigere Auszahlungen für Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen zurückzuführen. In den konjunktursensiblen Bereichen kam es vor allem aufgrund höherer Arbeitslosigkeit zu Mehrauszahlungen von in Summe 0,3 Mrd. €.
Die Einzahlungen beliefen sich auf 107,1 Mrd. € und lagen damit um 2,0 Mrd. € über dem BVA 2025. Maßgeblich dafür waren die für die Einzahlungsseite günstigeren Konjunkturindikatoren Bruttolohnsumme und privater Konsum. In der UG 16 Öffentliche Abgaben überschritten die Bruttoabgaben den Voranschlag um 2,3 Mrd. € (zur Hälfte aufgrund höherer Einzahlungen bei Kapitalertragssteuern). Ebenfalls aufgrund der größeren Bruttolohnsumme überschritten die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und zum Familienlastenausgleichsfonds um jeweils 0,1 Mrd. € den BVA. Den Mehreinzahlungen stehen Mindereinzahlungen aufgrund von Zahlungsverschiebungen bei den EU-Fonds für Landwirtschaft/Fischerei und dem EU-Strukturfonds von insgesamt 0,5 Mrd. € in der UG 51 Kassenverwaltung gegenüber.
Auszahlungen im Bundesbudget im Detail
Die Auszahlungen gemäß vorläufigem Erfolg 2025 betrugen 121,5 Mrd. € und blieben damit um 1,8 Mrd. € unter den veranschlagten Auszahlungen iHv.
123,2 Mrd. €.
In den konjunktursensiblen Bereichen – UG 20, UG 22 und UG 23 – kam es zu Mehrauszahlungen von in Summe 0,3 Mrd. €. Dies resultiert insbesondere aus höheren Arbeitslosenversicherungsleistungen (+0,3 Mrd. €) infolge einer höheren Anzahl an registrierten Arbeitslosen als in der Prognose angenommen. Bei den Pensionsauszahlungen wurde der BVA 2025 hingegen unterschritten (-0,1 Mrd. €), was auf die UG 23 Pensionen – Beamtinnen und Beamte zurückzuführen ist.
Die Auszahlungen für Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen fielen um 1,6 Mrd. € niedriger aus als im BVA 2025 erwartet. Sowohl für Emissionsdisagien als auch für Zinszahlungen wurde weniger aufgewendet.
Bei Auszahlungen für das Bundespersonal und Landeslehrpersonal wurde der BVA 2025 in Summe nur geringfügig überschritten (+14,5 Mio. €). Genauer betrachtet resultiert dies aus Minderauszahlungen für das Bundespersonal (-77,1 Mio. €), die die Mehrauszahlungen für das Landeslehrpersonal (+91,6 Mio. €) nahezu kompensierten.
Gemäß vorläufigem Erfolg tätigte der Bund 2025 0,7 Mrd. € für Auszahlungen iZm. COVID‑19 und der Energiekrise, was um 0,2 Mrd. € unter den veranschlagten Mitteln liegt. Die Auszahlungen im Zusammenhang mit der Energiekrise iHv. 0,6 Mrd. € überschritten den BVA 2025 um 0,1 Mrd. €, insbesondere infolge von Mehrauszahlungen für den Stromkostenzuschuss. Bei den COVID-19-Auszahlungen iHv. 0,1 Mrd. € wurde eine Unterschreitung des BVA um 0,3 Mrd. € verzeichnet, vor allem aufgrund von Rückflüssen in den Bundeshaushalt bzw. Minderbedarfen in der UG 45 Bundesvermögen.
In den sonstigen Auszahlungsbereichen kam es im Vergleich zum BVA 2025 in Summe zu Minderauszahlungen iHv. 0,3 Mrd. €. Diese Kategorie zeigt deutlich, dass die auszahlungsseitigen Konsolidierungsmaßnahmen der Bundesregierung gesamthaft betrachtet implementiert wurden.
Minderauszahlungen im Vergleich zum BVA 2025 gab es insbesondere bei der Exportförderung (-0,2 Mrd. €, UG 45 Bundesvermögen), in der UG 44 Finanzausgleich (‑0,2 Mrd. €, va. Zweckzuschuss Wohnbauförderung und Katastrophenfonds) sowie in geringerem Ausmaß in einer Vielzahl von anderen Bereichen. Zu Mehrauszahlungen kam es vor allem in der UG 14 Militärische Angelegenheiten (+0,3 Mrd. € exkl. Auszahlungen für Personal) sowie im Rahmen der Ländlichen Entwicklung (+0,2 Mrd. €, UG 42 Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft). Bei den Auszahlungen für die Grüne Transformation (UG 40 Wirtschaft, UG 41 Mobilität und UG 43 Umwelt, Klima und Kreislaufwirtschaft) wurde der BVA 2025 in Summe unterschritten, wobei Mehrauszahlungen für die Sanierungsoffensive (UG 43) durch Minderauszahlungen in anderen Bereichen (ua. E-Mobilität, UG 41) kompensiert wurden.
Einzahlungen im Bundesbudget im Detail
Die Einzahlungen beliefen sich laut vorläufigem Erfolg 2025 auf 107,1 Mrd. € und lagen damit um 2,0 Mrd. € über dem BVA 2025.
Maßgeblich für diese Entwicklung war die im Vergleich zur Planung günstigere Konjunktur, die zu höheren Zuflüssen bei den Bruttoabgaben und abgabenähnlichen Positionen führte. In der UG 16 Öffentliche Abgaben überschritten die Bruttoabgaben den Voranschlag um 2,4 Mrd. €. Dementsprechend fielen auch die Ab-Überweisungen – insbesondere die Ertragsanteile an die Länder (+0,2 Mrd. €) und Gemeinden (+0,1 Mrd. €) – höher aus, was die Nettoabgaben des Bundes verringerte.
Im Detail kam es bei den Nettoabgaben des Bundes zu Mehreinzahlungen iHv. 2.002,4 Mio. € (+2,8%). Diese resultierten aus höheren Bruttosteuern iHv. 2.351,3 Mio. €. Maßgeblich hierfür waren insbesondere die positive Entwicklung der Kapitalertragsteuern (+1.205,9 Mio. €), der Lohnsteuer (+632,6 Mio. €) sowie der veranlagten Einkommenssteuer (+594,9 Mio. €). Demgegenüber blieb die Körperschaftsteuer um 240,3 Mio. € unter dem Planwert. Den höheren Bruttosteuern stehen um 227,0 Mio. € höhere Ab-Überweisungen an Länder sowie um 138,9 Mio. € höhere Ab-Überweisungen an die Gemeinden gegenüber.
Bei den abgabenähnlichen Einzahlungen stiegen vor allem die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (ALV) um 0,1 Mrd. € (UG 20 Arbeit) sowie die Beiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) um 0,1 Mrd. € (UG 25 Familie und Jugend). Diesen Mehreinzahlungen stehen vor allem Mindereinzahlungen aufgrund von Zahlungsverschiebungen bei den EU-Fonds für Landwirtschaft/Fischerei und den EU-Strukturfonds von insgesamt 0,5 Mrd. € (UG 51 Kassenverwaltung) gegenüber.
Gesamtstaatliches Ergebnis 2025
Das vorläufige gesamtstaatliche Ergebnis wurde durch Statistik Austria Ende März 2026 bekanntgegeben. Gemäß diesen vorläufigen Berechnungen belief sich der gesamtstaatliche Maastricht- Saldo 2025 auf -21,5 Mrd. € bzw. -4,2% des BIP. Das Ergebnis fiel um 0,8 Mrd. € bzw. 0,3 Prozentpunkte des BIP besser aus als im April 2025 prognostiziert. Damit wurde auch das gesamtstaatliche Ziel eines Maastricht-Defizits von 4,5% des BIP 2025 übertroffen.
Die Verbesserung des Maastricht-Saldos ist auf höhere Staatseinnahmen zurückzuführen, die mit 261,5 Mrd. € um 4,3 Mrd. € über der Prognose im April 2025 lagen (+11,3 Mrd. € gegenüber 2024). Die Staatseinnahmenquote belief sich auf 51,0% des BIP, was infolge des höheren nominellen BIP um 1,2 Prozentpunkte unter der Prognose von April 2025 liegt. Die Steuer- und Abgabenquote betrug 44,3% des BIP, was ebenfalls niedriger ist als die Einschätzung von April 2025. Die Staatsausgaben fielen mit 283,0 Mrd. € um 3,6 Mrd. € höher aus als im April 2025 prognostiziert (+9,8 Mrd. € gegenüber 2024). Das entspricht einer Staatsausgabenquote von 55,2% des BIP, was ebenfalls infolge des höheren nominellen BIP um 1,6 Prozentpunkte unter der Prognose von April 2025 liegt. Auch gegenüber 2024 stellt dies einen geringfügigen Rückgang dar (-0,1 Prozentpunkte des BIP). Die Zinsausgaben beliefen sich auf 8,3 Mrd. € bzw. 1,6% des BIP.
Nach Sektoren betrachtet entfallen 15,2 Mrd. € des gesamtstaatlichen Defizits iHv. 21,5 Mrd. € auf den Bundessektor. Das Maastricht-Ergebnis des Bundessektors ist somit um 2,1 Mrd. € besser als im April 2025 prognostiziert.
Der Landes- und Gemeindesektor wies 2025 ein Defizit iHv. -5,6 Mrd. € (-1,1% des BIP) auf und ist damit um 0,8 Mrd. € schlechter als im April 2025 prognostiziert. Dies ist gegenüber dem Ergebnis 2024 eine weitere Verschlechterung um 0,2 Mrd. €.
Der SV-Sektor verzeichnete ein Defizit von 0,6 Mrd. €. Das Ergebnis des SV-Sektor fiel damit um 0,5 Mrd. schlechter aus als im April 2025 prognostiziert, aber verbesserte sich um 0,2 Mrd. € gegenüber 2024.
Der absolute Schuldenstand war Ende 2025 mit 418,1 Mrd. € um 1,1 Mrd. € höher als im April 2025 angenommen. Das signifikant höhere nominelle BIP führte dazu, dass die Schuldenquote mit 81,5% des BIP um 3,2 Prozentpunkte unter der Prognose von April 2025 liegt. Im Vergleich zu 2024 ist die Schuldenquote jedoch um 1,6 Prozentpunkte des BIP gestiegen.