Zoll-Jahresbilanz 2025: Über 32 Millionen Reisende am Flughafen Wien und mehr als 5.000 Feststellungen im Reiseverkehr
 

Am Flughafen Wien wurden im vergangenen Jahr insgesamt 32.298.761 Passagierinnen und Passagiere verzeichnet. Die Zöllnerinnen und Zöllner kontrollierten im Flugverkehr 34.091 Reisende und machten dabei 5.003 Feststellungen im Reiseverkehr. Auch abseits des klassischen Reiseverkehrs war die Dienststelle Ost stark im Einsatz: Die mobile Kontrolle führte 434 Einsätze durch und kontrollierte dabei 86.955 Fahrzeuge, Packstücke und Postsendungen. Zusätzlich fanden 29 Schwerpunkteinsätze statt, bei denen 1.068 Feststellungen verzeichnet wurden.

„Unsere Zöllnerinnen und Zöllner leisten täglich einen wichtigen Beitrag für fairen Wettbewerb, den Schutz heimischer Arbeitsplätze und unsere Sicherheit. Das zeigen auch die eindrucksvollen Zahlen des vergangenen Jahres. Die Zoll-Dienststelle Ost, die auch den Flughafen Wien umfasst, hat allein im Reiseverkehr 5.000 Aufgriffe und Sicherstellungen durchgeführt – von Drogen bis hin zu illegal eingeführtem Bargeld. Ich danke unseren Zöllnerinnen und Zöllnern für ihren unermüdlichen Einsatz“, so Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.

„Täglich werden rund 50.000 Koffer (18 Millionen im Jahr) und 13.000 Pakete über den Flughafen Wien transportiert und kontrolliert. Genaue Kontrollen ohne Behinderung des Reiseflusses haben daher höchste Priorität und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zollbehörden leisten hier hervorragende Arbeit. Gerade in der Hauptreisezeit sind Effizienz, Sicherheit und Servicequalität für einen reibungslosen Ablauf im Reiseverkehr sehr wichtig und ich bedanke mich beim Zoll für die stets exzellente Zusammenarbeit“, ergänzt Flughafen Vorstand Prof. Dr. Günther Ofner.

„Gerade in der Reisezeit sehen wir, wie wichtig es ist, sich vorab über Einfuhrbestimmungen zu informieren. Reisende geraten in Schwierigkeiten, weil sie nicht wissen, welche Waren verboten, beschränkt oder anmeldepflichtig sind. Ob Lebensmittel, Pflanzen, tierische Produkte, Bargeld, Tabakwaren oder Souvenirs: Wer sich rechtzeitig informiert, erspart sich unangenehme Überraschungen bei der Einreise. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie etwas mitnehmen dürfen, tun Sie es zu Ihrer eigenen Sicherheit nicht“, erläutert Zoll-Dienststellenleiterin Anita Csenar.

Millionen Zigaretten und große Tabakaufgriffe

Beim Schmuggel von Tabakwaren kam es zu 1.667 Aufgriffen. Dabei wurden unter anderem 4.457.565 Stück Zigaretten, 285,51 Kilogramm Rolltabak, 96,6 Kilogramm Wasserpfeifentabak, 931 Zigarren und Zigarillos, 318 E-Zigaretten, 517 Liquids für E-Zigaretten sowie 604 sonstige neuartige Tabakerzeugnisse festgestellt. Den größten Aufgriff verzeichneten die Zöllnerinnen und Zöllner mit 174.600 Zigaretten, versteckt in zwei PKWs aus Bulgarien.

Suchtgift, Arzneiwaren und Potenzmittel

Im Bereich Suchtgift verzeichnete die Dienststelle Ost 104 Aufgriffe. Insgesamt wurden 221,09 Kilogramm und 2.593 Stück sichergestellt. Darunter befanden sich 191,42 Kilogramm Cannabis, 17,59 Kilogramm neue psychoaktive Substanzen sowie 11,09 Kilogramm psychotrope Stoffe. Besonders große Fälle betrafen unter anderem 42 Kilogramm Cannabiskraut aus Johannesburg via Addis Abeba, 40,6 Kilogramm Cannabiskraut aus Madrid sowie 35 Kilogramm Cannabiskraut und zusätzlich 11 Kilogramm Cannabisharz aus Bangkok.

Auch Arzneiwaren blieben 2025 ein wichtiges Kontrollfeld. In 72 Aufgriffen wurden 62 Kilogramm und 41.503 Stück Arzneiwaren festgestellt. Ein besonders auffälliger Fall war der Aufgriff von 24.936 Potenzpillen in zwei Reisetaschen aus Delhi. Zudem wurden in einem ukrainischen PKW 480 Ampullen Testosteron entdeckt. Bereits im Februar stellten Zöllnerinnen und Zöllner in einem bulgarischen PKW neben 432 Kilogramm Lebensmitteln auch 1.608 Stück Potenzmittel und 470 Stück Parfüm fest.

Artenschutz, Tiere, tierische Produkte und Pflanzen

Auch im Bereich Artenschutz verzeichnete die Dienststelle Ost zahlreiche Aufgriffe. Insgesamt kam es zu 77 Aufgriffen. Dabei wurden unter anderem 7,92 Kilogramm Kaviar, 0,1 Kilogramm und ein Stück Elfenbein, 50 lebende Arten, 197 Korallen sowie 5,33 Kilogramm Pflanzen und Pflanzenteile festgestellt. Das Gesamtergebnis im Artenschutzbereich lag bei 13,92 Kilogramm und 301 Stück. Zu den besonders bemerkenswerten Fällen gehörten sieben lebende Warane aus Doha, 40 medizinische Blutegel aus der Türkei, 40 Steinkorallen aus Doha, eine Elfenbeinpfeife aus Delhi sowie Papageienfedern aus Lima und Adlerfedern samt Adlerfederfächer aus Denver via Frankfurt.

Bei Tieren und tierischen Produkten wurden 839 Aufgriffe verzeichnet. Insgesamt wurden 9.482 Kilogramm und 79 Stück festgestellt. Darunter befanden sich 5.359 Kilogramm Fleisch und Fleischerzeugnisse, 3.006 Kilogramm Milch und Milcherzeugnisse, 542 Kilogramm Honig, 334 Kilogramm Fische und Fischereierzeugnisse, 80 Kilogramm Konsumeier sowie weitere tierische Produkte. Besonders große Lebensmittelaufgriffe betrafen unter anderem 616,5 Kilogramm Lebensmittel und 216,25 Liter Alkoholika in einem moldawischen Reisebus sowie 451 Kilogramm Lebensmittel in einem Kleintransporter aus Moldau.

Im Bereich Pflanzen und Pflanzenteile wurden bei 998 Aufgriffen insgesamt 7.415 Kilogramm und 540 Stück festgestellt.

Bargeld, Schmuck, Uhren und hochwertige Waren

Im Bereich Cash-Control kam es zu 59 Aufgriffen mit einer Bargeldmenge von insgesamt 2.053.394,13 Euro. Zusätzlich wurden 1.068 Bargeldanmeldungen mit einem Gesamtwert von 50.838.260,19 Euro registriert.

Auch hochwertige Waren waren regelmäßig Gegenstand von Feststellungen. Im Reiseverkehr wurden 804 Aufgriffe von Schmuck mit einem Wert von 4.249.945 Euro, 134 Aufgriffe von Textilien und Taschen mit einem Wert von 357.719 Euro sowie 24 Aufgriffe von Uhren mit einem Wert von 281.214 Euro verzeichnet. Besonders herausragend war ein Aufgriff von Goldschmuck im Wert von 929.782 Euro aus Istanbul.

Produktpiraterie

Bei der Bekämpfung von Produktpiraterie kam es 2025 zu 84 Aufgriffen. Insgesamt wurden 91.186 Stück gefälschte Waren mit einem geschätzten Wert von 7.137.680 Euro festgestellt. Den größten Warenwert machten 4.495 Stück persönliches Zubehör mit 2.812.960 Euro sowie 12.273 Mobiltelefone, Teile und Zubehör mit 2.489.510 Euro aus. Hinzu kamen unter anderem 3.755 Körperpflegeprodukte im Wert von 562.255 Euro, 3.305 Stück Kleider und Zubehör im Wert von 259.315 Euro, 2.307 Schuhe, Teile und Zubehör im Wert von 230.500 Euro, 2.146 Stück elektronische Ausrüstung und Computerausrüstung im Wert von 124.960 Euro, 158 Spielzeug-, Spiele- und Sportartikel im Wert von 13.840 Euro sowie 62.747 sonstige Waren im Wert von 638.340 Euro.

Einfuhrbestimmungen

Für eine reibungslose Einreise nach Österreich sollten Reisende bereits vor der Rückkehr prüfen, welche Waren im Reisegepäck abgabenfrei mitgebracht werden dürfen. Innerhalb der EU gilt grundsätzlich der freie Warenverkehr für den privaten Eigenbedarf, wobei insbesondere bei Alkohol und Tabakwaren Richtmengen zu beachten sind. Bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten gelten Freimengen sowie Wertgrenzen von 300 Euro bzw. 430 Euro für Flugreisende; für Reisende unter 15 Jahren beträgt die Freigrenze 150 Euro. Waren über diesen Grenzen, nicht für den Eigenbedarf bestimmte Waren sowie Produkte mit Einfuhrverboten oder -beschränkungen sind beim Zoll anzumelden. Besondere Vorsicht gilt bei Bargeld ab 10.000 Euro, tierischen und pflanzlichen Produkten sowie Souvenirs, die dem Artenschutz unterliegen können.

Alle Informationen zu den Einfuhrbeschränkungen finden Sie unter: Wichtige Einfuhrverbote und Einfuhrbeschränkungen

Fotos: https://flic.kr/s/aHBqjCXYvA