Österreichischer Zoll positives Beispiel für effektive Produktkontrollen EU-Bericht zeigt: Österreich europaweit an der Spitze bei Aufgriffen gefährlicher Produkte

Etwa 6 Milliarden Produkte aus Drittstaaten wurden laut Schätzungen der EU-Kommission im Jahr 2025 aus Drittstaaten in die EU eingeführt. Gegenüber dem Jahr 2022 bedeutet das einen Anstieg von fast 300 %. Die überwiegende Anzahl davon in Form des Onlinehandels.

Europaweit wurden 2025 bei Kontrollen etwa 10 von einer Million eingeführter Waren zurückgewiesen, weil sie entweder den hohen europäischen Standards nicht entsprachen oder gefährliche und/oder giftige Inhaltsstoffe enthielten. Österreich ist im europäischen Vergleich bei den Aufgriffen an Europas Spitze. Hier wurden fast 20-mal mehr Produkte aus dem Verkehr gezogen als im EU-Durchschnitt. Eine von 5.146 Waren, die eingeführt wurden, mussten in Österreich zurückgewiesen werden. Gemeinsam mit Slowenien, Zypern und Luxemburg zeigen diese Beispiele, wie effektiv Produktkontrollen sein können, unterstreicht die EU-Kommission in ihrem diesjährigen Bericht zur Marktüberwachungsstatistik und hebt damit Österreich als positives Beispiel hervor.

Europaweit fanden sich die meisten zurückgewiesenen Produkte in der Kategorie Gesundheit, unter der Medikamente ebenso wie Kosmetika subsumiert werden, gefolgt von Elektronikwaren und Haushaltsprodukten. Einen Anstieg gegenüber dem Jahr 2024 verzeichneten auch Kinder- und Babyprodukte. Die Zahl insgesamt zurückgewiesener Waren stieg zwischen 2022 und 2025 um beinahe das Fünffache, von rund 6.500 auf mehr als 27.000.

Mit rund 70 % aller beanstandeten Produkte blieb China auch 2025 weiterhin deutlich an der Spitze. Danach folgen Waren aus den USA und Großbritannien mit jeweils etwa 6 %. 

„Viele der aus Drittstaaten bestellten Waren entsprechen nicht den europäischen Sicherheits- und Gesundheitsstandards. Das zeigt nicht zuletzt die 2025 von der EU-Kommission beauftragte Studie, bei der die Hälfte aller untersuchten Produkte nicht den EU-Regeln entsprach. Es ist erfreulich, dass der österreichische Zoll in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle in Europa einnimmt und so für Fairness und Sicherheit sorgt“, so Finanzminister Markus Marterbauer.

„Dass Österreich bei den Aufgriffen an der Spitze Europas liegt, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Kontrollen. Und die braucht es dringend: Die meisten beanstandeten Produkte gefährden direkt die Gesundheit – gefälschte Medikamente ohne Wirkstoffkontrolle etwa oder Kosmetika mit verbotenen Substanzen. Deshalb muss jedes Produkt, das in Europa verkauft wird, europäischen Standards entsprechen – egal, über welche Plattform es bestellt wurde", so Konsumentenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Auf europäischer Ebene konnte im März 2026 eine Einigung zur EU-Zollreform erzielt werden. Diese bringt deutlich verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten, ein europaweites Risikomanagement und eine gemeinsame Datenplattform, statt der bisher bestehenden unterschiedlichen nationalen Systeme. Damit wird ein weiterer Schritt gesetzt, um zu verhindern, dass nicht konforme, gefährliche oder unsichere Waren in die EU gelangen.

„Internationale Zusammenarbeit in Zollfragen ist entscheidend für den freien und fairen Warenverkehr. Mit der Zollreform kommt es zu Erleichterung im Handel, aber auch Verbesserungen im Kampf gegen die Einfuhr von gefährlichen oder unsicheren Waren“, betont Marterbauer.